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Nachrichtenagentur insolvent Investoren ziehen dapd den Stecker

Die Nachrichtenagentur dapd wollte den deutschen Medienmarkt umkrempeln - doch nun meldet sie Insolvenz an. Die Investoren waren nicht mehr bereit, die Verluste zu tragen.
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dapd-Geschäftsführer Cord Dreyer Quelle: PR

Cord Dreyer, bislang Co-Geschäftsführer von dapd, soll den Insolvenzverwalter beraten.

(Foto: PR)

DüsseldorfEs ist Paukenschlag für die Medienbrache: Die Gesellschafter der Nachrichtenagentur dapd lassen einen großen Teil des deutschen Geschäfts pleite gehen. Zwei Gesellschaften haben am Dienstag beim Amtsgericht Charlottenburg Antrag auf Insolvenz in Eigenverwaltung gestellt, weitere sechs dapd-Töchter sollen am Donnerstag folgen, darunter der erst im vergangenen Jahr gestartete Sportdienst. Die Gesellschafter hätten die weitere Finanzierung eingestellt, hieß es in einer Mitteilung. Die Holding dapd Media und die übrigen 18 Gesellschaften der Gruppe seien von der Insolvenz nicht berührt, betonte das Unternehmen.

Zum Geschäftsführer der betroffenen Gesellschaften wurde der Insolvenzexperte Wolf von der Fecht bestellt. Er soll bis Ende November prüfen, ob das Unternehmen umstrukturiert und weitergeführt werden kann, und neue Investoren suchen. Cord Dreyer, bislang Co-Geschäftsführer und Chefredakteur, berät von der Fecht und leitet zunächst weiter die Redaktion.

Die Nachrichtenproduktion soll wie bisher weiterlaufen. "Kunden erhalten den gewohnten Service im gleichen Umfang und der gewohnten Qualität", erklärte das Unternehmen. 299 von 515 Beschäftigten sind betroffen. Für den Abend ist nach Informationen des Branchendienstes Meedia in der Berliner Zentrale eine Betriebsversammlung angesetzt.

Die betroffenen dapd-Töchter, die für das Nachrichtengeschäft in Deutschland verantwortlich sind, waren nach Informationen aus Unternehmenskreisen nicht profitabel. Die beiden Gesellschafter Peter Löw und Martin Vorderwülbecke waren demnach nicht mehr bereit, sie zu subventionieren. Die Investoren hatten den deutschsprachigen Dienst der US-Nachrichtenagentur Associated Press (AP) und die ddp gekauft und im Sommer 2010 zur dapd fusioniert.

Deutschland gilt als einer der weltweit am härtesten umkämpften Märkte für Nachrichtenagenturen. Neben der dpa und dapd konkurrieren hierzulande noch die britische Agentur Reuters, die deutsche Tochter der französischen Nachrichtenagentur AFP, die zur AFP-Gruppe gehörende Sportagentur sid, die kirchlichen Agenturen epd und KNA sowie Spezialdienste für Wirtschaftsnachrichten um Kunden aus dem Medienbereich. Die dapd-Investoren hatten unter anderem verkündet, Marktführer dpa "verzichtbar" machen zu wollen.

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