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NBC-Verkauf Vivendi stoppt Desaster in den USA

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Vivendi hat sich in den vergangenen Jahren neu ausgerichtet. Die Franzosen stärkten das Musikgeschäft und kauften beispielsweise vor drei Jahren von Bertelsmann die Musiktochter BMG Music Publishing für 1,63 Mrd. Euro. Auch das Telefongeschäft bauen die Franzosen aus. Erst kürzlich entschied Vivendi den Bieterkampf mit dem spanischen Telefonriesen Telefónica um den brasilianischen Netzbetreiber GVT für sich. Vivendi kaufte für 4,8 Mrd. Dollar knapp 38 Prozent der stimmberechtigten Aktien. Außerdem hat der Pariser Konzern eine Option für weitere 19,6 Prozent der Anteile. Vivendi verschaffte sich durch den Einstieg Zugang zum größten Telefonmarkt Südamerikas.

Im Gegensatz zu anderen Medienkonzernen steht Vivendi gut da. Das Unternehmen hatte zuletzt deutlich mehr verdient als von Analysten erwartet. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebita) stieg in den ersten neun Monaten von 3,85 Mrd. Euro im Vorjahr auf 4,25 Mrd. Euro. Der Umsatz stieg um knapp zehn Prozent auf 19,5 Mrd. Euro. Konzernchef Levy bestätigte zuletzt die Prognosen eines „starken“ Ebita-Wachstums und eines „soliden“ bereinigten Überschusses für das Gesamtjahr.

Zu Vivendi gehören der französische Bezahlsender Canal Plus, der weltgrößte Musikkonzern Universal Music, die Videospielsparte Activision Blizzard, Frankreichs zweitgrößter Telefonkonzern SFR und der afrikanische Telekom- und Internetkonzern Marco Telecom. Die Erlöse der Gruppe mit 43 000 Mitarbeitern lagen im vergangenen Jahr bei 25,4 Mrd. Euro. Der Nettogewinn belief sich auf 2,7 Mrd. Euro.

General Electric setzt wieder aufs Kerngeschäft

Mit dem geplanten Verkauf der Mehrheitsanteile von NBC an Comcast leitet der Mischkonzern General Electric (GE) seinen Rückzug aus dem Mediengeschäft ein. An dem neuen Unternehmen wird GE zunächst 49 Prozent halten, den Anteil aber in den sieben Jahren nach dem Abschluss des Deals vollständig an Comcast übertragen. Branchenkennern zufolge kann es bis zu einem Jahr dauern, bis die Regulierungsbehörden ihre Zustimmung zu dem Zusammenschluss erteilen, bei dem einer der größten Medienkonzerne der Welt entsteht. Nach Reuters-Informationen bekommt Vivendi ein Drittel der 5,8 Mrd. Dollar direkt nach dem Verkauf des 20-Prozent-Anteils ausgezahlt und den Rest, nachdem der Zusammenschluss von NBC und Universal vollzogen ist. GE habe ursprünglich die gesamte Summe erst nach dem Abschluss des Comcast-Deals zahlen wollen.

GE-Chef Jeff Immelt will sich mit dem NBC-Verkauf und der bereits vor Monaten angekündigten Verkleinerung der Finanzsparte wieder stärker auf das Industriegeschäft konzentrieren. Angesichts der strukturellen und konjunkturellen Probleme in der Medienindustrie hatten Vorstände des Unternehmens befürchtet, dass die Film- und Fernsehsparte Ressourcen binden könnte, die im Industriegeschäft besser eingesetzt werden könnten. Viele Analysten und Investoren halten den Siemens-Konkurrenten ohne sein Mediengeschäft für ein saubereres, besseres Unternehmen, da die Sender, Filmstudios und Themenparks nicht zu dem restlichen Geschäft passten. NBC gehörte mehr als 20 Jahre lang zu GE. Bereits Immelts Vorgänger Jack Welch hatte Anfang der 1990er-Jahre einen Verkauf erwogen, sich dann jedoch entschieden, die Sparte zu behalten.

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