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Netzausbau Telekom setzt auf Partnerschaft mit EWE beim Glasfaserausbau

Der Branchenprimus will mit einem Gemeinschaftsunternehmen mit dem Versorger EWE schnelles Internet ausrollen. Noch steht aber das Ok des Bundeskartellamtes aus.
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Die Gründung eines Gemeinschaftsunternehmens mit Versorger EWE wird vom Kartellamt überprüft. Quelle: dpa
Telekom Glasfaser-Netz

Die Gründung eines Gemeinschaftsunternehmens mit Versorger EWE wird vom Kartellamt überprüft.

(Foto: dpa)

DüsseldorfNach monatelangem Ringen haben sich die Deutsche Telekom und der Versorger EWE auf die Gründung eines Gemeinschaftsunternehmens verständigt. Am Donnerstag wurde der Antrag für das Joint Venture „Glasfaser NordWest“ beim Bundeskartellamt eingereicht, wie die Firmen berichteten. Bis zu 1,5 Millionen Haushalte in Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen und Bremen sollen mit Glasfaser angeschlossen werden.

Dafür wollen sich die Firmen die Investitionskosten über zehn Jahre in Höhe von bis zu zwei Milliarden Euro teilen. Über Jahre hatten sich Telekom und EWE als Wettbewerber bekämpft. Jetzt wollen sie zusammenarbeiten. „Wir werden Deutschland nur gemeinsam mit anderen Unternehmen digitalisieren“, sagte Telekom-Deutschlandchef Dirk Wösser.

Als ehemaliger Monopolist ist die Telekom im Festnetzmarkt strengen Vorgaben unterworfen. Mit den Gemeinschaftsunternehmen versucht die Telekom aus diesem Konstrukt auszubrechen. Sie will verhindern, dass die Bundesnetzagentur Preise vorgibt, zu denen Wettbewerber die Leitungen der Telekom nutzen dürfen. „Eingriffe des Regulierers brauchen wir nicht“, findet Wössner.

Auch EWE möchte eine Regulierung der Preise verhindern: „Die Dienste auf der neuen Infrastruktur stehen allen interessierten Telekommunikationsunternehmen zu üblichen kommerziellen Bedingungen zur Verfügung“, sagte EWE-Vorstandsvorsitzender Stefan Dohler.

In der Branche wurde der Vorstoß von Telekom und EWE begrüßt. „Auf dem Weg zum flächendeckenden Glasfaserausbau in Deutschland müssen die Netzbetreiber stärker als bisher zusammenarbeiten und auch gemeinsam investieren“, sagte Stephan Albers, Geschäftsführer des Bundesverbandes Breitbandkommunikation.

Auch der Verband der alternativen Wettbewerber (VATM) äußerte sich positiv über das Gemeinschaftsprojekt. Verbandsgeschäftsführer Jürgen Grützner forderte jedoch, dass die Bundesnetzagentur weiterhin kontrollieren solle, dass es einen fairen Wettbewerb beim Zugang zu den Netzen gibt.

Eine Verpflichtung dazu ergebe sich aus den Vorgaben der EU-Kommission. „Somit bleiben Kartellrecht und Regulierung weiterhin der Garant für funktionierenden Wettbewerb“, sagte Grützner. Deutschland hängt im europäischen Vergleich beim Ausbau des schnellen Glasfasernetzes zurück.

„Telefónica ist derzeit führend beim Netzausbau ultraschneller Festnetz-Internetanschlüsse mittels Glasfaser“, schreibt Bettina Deuscher, Analystin von der Landesbank Baden-Württemberg in einer Untersuchung. Während Telefónica in Spanien bereits rund 70 Prozent der Haushalte mit Glasfaser versorge (Fiber to the Home) liege der Vergleichswert für die Telekom in Deutschland nur bei rund fünf Prozent der Haushalte.

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