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Netzbetreiber Vodafone gibt Cloud-Betrieb an IBM ab

Für 480 Millionen Euro übernimmt IBM den Betrieb der Cloud-Dienste von Vodafone. Der Netzbetreiber zieht sich damit aus einem Zukunftsmarkt zurück.
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Das Cloud-Computing ist eines der zentralen Geschäftsfelder des US-Konzerns. Quelle: AFP
IBM

Das Cloud-Computing ist eines der zentralen Geschäftsfelder des US-Konzerns.

(Foto: AFP)

DüsseldorfDer neue Vodafone-Chef Nick Read greift durch. Mit einem Kooperationsvertrag mit dem US-Konzern IBM gibt er den Betrieb des Cloud-Geschäfts ab. „Unsere Strategie ist es, Vodafone radikal zu vereinfachen“, sagte Read laut Mitteilung. Vodafone werde sich auf das Festnetz- und Mobilfunkgeschäft konzentrieren.

IBM holt sich damit ein zentrales Geschäftsfeld ins Haus. „IBM wird den Cloud- und Hosting-Dienst von Vodafone laut dem Abkommen über acht Jahre mit einem Volumen von etwa 480 Millionen Euro optimieren und verwalten“, sagte eine IBM-Sprecherin auf Anfrage. Damit werde die mehr als zwei Jahrzehnte bestehende Partnerschaft zwischen beiden Unternehmen vertieft.

Vodafone-Kunden sollen Zugang zum gesamten Cloud-Angebot von IBM bekommen. Langfristig werden Lösungen auf Basis von Künstlicher Intelligenz, Edge-Computing und dem Echtzeitmobilfunk 5G angeboten.

Insgesamt sollen von dem Wechsel bis zu 750 Mitarbeiter bei Vodafone in Deutschland, Großbritannien und Irland betroffen sein, schreibt das Portal „The Register“. Allerdings sei noch nicht klar, ob alle Mitarbeiter eine neue Stelle bei IBM finden würden.

Weder IBM noch Vodafone wollten auf Anfrage die Zahl bestätigen. Die IBM-Sprecherin sagte, es finde derzeit eine Bewertung der künftig nötigen Rollen und Fachkompetenzen statt. Betroffene Mitarbeiter würden „zu angemessener Zeit“ informiert werden.

Für Vodafone ist die Entscheidung ein Strategieschwenk. Unter CEO Vittorio Colao war das Cloud-Geschäft für Geschäftskunden noch als ein wichtiger Zukunftsmarkt definiert worden.

Im Oktober hatte Nick Read die Führung des britischen Telekommunikationskonzerns übernommen und einen stärkeren Fokus auf die Kernkompetenzen des Unternehmens angekündigt.

Cloud-Computing ist ein zentrales Geschäftsfeld von IBM

Vodafone ist mit mehr als 400.000 Kunden eines der größten Mobilfunkunternehmen der Welt. Vor rund zwei Jahrzehnten kaufte Vodafone das deutsche Unternehmen Mannesmann. Deutschland ist heute der wichtigste Einzelmarkt für die Briten. Dort entwickelte sich das Geschäft zuletzt gut, während Vodafone in Italien und Spanien unter Druck steht.

Vodafone hatte vor rund zwei Wochen ein massives Sparprogramm in Spanien angekündigt. 1.200 Stellen von insgesamt 5.100 Arbeitsplätzen in dem Land sollen gestrichen werden. Am Freitag legt der Konzern Quartalszahlen vor.

Das Cloud-Computing ist für IBM ein zentrales Geschäftsfeld, es zählt es zu den sogenannten „Strategic Imperatives“. Der Konzern verpasste den Trend zunächst, was ein Grund für seine anhaltendenden Schwierigkeiten ist: Die Komplettlösungen, bestehend aus Servern, Speichersystemen und Software und begleitet von Dienstleistungen, sind heute immer weniger gefragt.

Nun versucht sich der IT-Riese aber als ein Anbieter zu positionieren, der Kunden die Wahl gibt, ob sie Daten in die Cloud auslagern oder eigene Kapazitäten nutzen – „Hybrid-Cloud“ heißt das im Fachjargon. So gibt es einen „Multicloud-Manager“, der eine einheitliche Bedienkonsole hat, sowie Software, die Kunden im eigenen Rechenzentrum laufen lassen können.

Angesichts wachsender Bedenken gegenüber der Cloud ist das durchaus ein attraktives Angebot. Im dritten Quartal 2018 betrug der Umsatz der Cloud-Sparte 11,4 Milliarden Dollar, 21 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Allerdings handelt es sich dabei nicht ausschließlich um Erlöse aus Cloud-Diensten, der Konzern rechnet bestimmte Hardwareverkäufe ein. Mit den Zahlen von Amazon und Microsoft ist das daher nicht vergleichbar.

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