Netzwerk-Ausrüster Nokia und Alcatel wollen Netzwerk-Champion schmieden

Nokia drängt zurück ins Rampenlicht: Die Finnen und der französische Rivale Alcatel-Lucent wollen einen neuen Marktführer in der Netzwerkbranche bilden. Beide Konzerne befinden sich in „fortgeschrittenen Gesprächen“.
Update: 14.04.2015 - 13:26 Uhr Kommentieren
Nokia Hauptquartier in Espoo, Finnland. Das Unternehmen will das Mobilfunkgeschäft von Alcatel übernehmen. Quelle: Reuters
Nokia Hauptquartier in Espoo, Finnland

Nokia Hauptquartier in Espoo, Finnland. Das Unternehmen will das Mobilfunkgeschäft von Alcatel übernehmen.

(Foto: Reuters)

Helsinki/ParisIn der hart umkämpften Netzwerkbranche bahnt sich eine milliardenschwere Fusion an. Nokia und der französische Rivale Alcatel-Lucent wollen einen neuen Marktführer schmieden. Beide Konzerne verhandeln über einen Zusammenschluss und befinden sich nach Angaben vom Dienstag in „fortgeschrittenen Gesprächen“. Für Nokia – vom Handy-Pionier zum reinen Netzwerkausrüster mutiert – würde die Übernahme rund ein Jahr nach dem Verkauf der Handysparte an Microsoft die Rückkehr ins Rampenlicht bedeuten.

Zusammen würden die beiden Davids des Netzwerksgeschäfts zu einem Goliath werden und beim Umsatz die Marktführer Ericsson und den chinesischen Huawei-Konzern übertreffen. Die Vorteile einer Fusion liegen Experten zufolge trotz möglicher Probleme bei der Integration der Firmen auf der Hand. So ist Alcatel gut in den USA aufgestellt, wo Telekom-Riesen wie AT&T und Verizon zu den Kunden gehören. Nokia hat auf dem riesigen amerikanischen Markt hingegen Nachholbedarf.

Nach Angaben von Nokia und Alcatel ist das Ergebnis der Verhandlungen noch völlig offen. Bei einer Fusion würde ein Unternehmen mit einem Marktwert von rund 40 Milliarden Euro entstehen – fast zwei Drittel davon kämen von Nokia. Es ist unklar, wie viel Nokia für Alcatel auf den Tisch legen würde. Den Firmen zufolge ist ein Aktiengebot im Gespräch. An der Börse waren die Franzosen zum Handelsschluss am Montag knapp elf Milliarden Euro wert.

Die französische Regierung wirft traditionell ein kritisches Auge auf die Übernahme von heimischen Konzernen durch ausländische Unternehmen. Man werde sehr genau verfolgen, welche Auswirkungen dies auf die Arbeitsplätze und Aktivitäten in Frankreich hätte, sagte eine Person aus dem Wirtschaftsministerium, die nicht näher genannt werden wollte. Alcatel beschäftigt rund ein Neuntel seiner 52 000 Mitarbeiter in Frankreich.

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