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Netzwerkausrüster Telekom legt in Sicherheitsdebatte um Huawei eigene Vorschläge vor

In der Debatte um den Netzwerkausrüster Huawei reagiert die Deutsche Telekom mit einem Positionspapier mit Vorschlägen zur Erhöhung der Netzsicherheit.
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Telekom News: Aktuelles zum Unternehmen aus Bonn Quelle: dpa
Deutsche Telekom

In demPositionspapier des Bonner Konzerns wird unter anderem eine herstellerunabhängige Zertifizierung für alle kritischen Infrastrukturelemente vor deren Markteinführung angeregt.

(Foto: dpa)

Frankfurt Die Deutsche Telekom reagiert mit Vorschlägen zur Erhöhung der Netzsicherheit auf die Debatte um den chinesischen Netzwerkausrüster Huawei. Der Bonner Konzern regte in einer Erklärung unter anderem eine herstellerunabhängige Zertifizierung für alle kritischen Infrastrukturelemente vor deren Markteinführung an. Basis sollen dabei Tests durch unabhängige Prüflabore unter staatlicher Aufsicht sein. Zudem sollen sogenannte Quellcodes hinterlegt werden, damit Betreiber Schwachstellen beseitigen können. Die Telekom nehme die Debatte um die Sicherheit von Netzelementen chinesischer Hersteller sehr ernst.

Die Bundesregierung hatte sich besorgt über die Zusammenarbeit des chinesischen Netzwerkausrüsters Huawei mit Geheimdiensten der Volksrepublik geäußert. Hintergrund ist die Frage, ob Huawei oder chinesische Netzwerkausrüster generell wie in einigen anderen westlichen Ländern auch in Deutschland vom Ausbau der 5G-Infrastruktur ausgeschlossen werden sollen. Strittig ist dabei, wie sehr eine Huawei-Ausrüstung beim Aufbau der 5G-Netze die Sicherheit gefährden könnte – und ob ein Ausschluss des chinesischen Anbieters den 5G-Ausbau erheblich verzögern würde.

In Sicherheitskreisen wird seit Wochen nach Informationen von Reuters darauf verwiesen, dass es keine Hinweis auf eine Manipulation der Huawei-Geräte zur Spionage gebe. Allerdings wird gleichzeitig das Risiko betont, dass durch spätere Software-Updates entsteht. Zudem müsse man überlegen, wo bei der durch den 5G-Standard wesentlich größeren Vernetzung Manipulationen bei kritischen Infastruktureinrichtungen vorgenommen werden könnten. In Sicherheitskreisen wird auch darauf verwiesen, dass sich der Staat in China generell Zugriff auf Daten der Unternehmen vorbehalte.

Branchenkreisen zufolge gibt es im Telekomsektor zudem die Befürchtung, dass ein Ausfall Huaweis nicht von anderen Ausrüstern kompensiert werden könnte. Dies würde einen schnellen Ausbau des künftigen 5G-Netzes gefährden, der etwa für autonomes Fahren erforderlich ist. In Deutschland soll die Versteigerung der 5G-Frequenzen in der zweiten März-Hälfte beginnen.

Huawei selbst hatte die Vorwürfe möglicher Spionage bereits beim Ausschluss vom 5G-Ausbau etwa in Australien oder Neuseeland entschieden zurückgewiesen. Die Industrie bricht ebenfalls eine Lanze für den chinesischen Netzwerkausrüster. Kein Wettbewerber dürfe wegen des einfachen Verdachts einer Gefährdung der Sicherheit ausgeschlossen werden, hatte etwa BDI-Präsident Dieter Kempf gesagt. Die Telekom erklärte weiter, sie greife bei den Netzwerkelementen auf mehrere Herstelle zurück. „Dennoch bewerten wir derzeit unsere Beschaffungsstrategie neu“, bekräftigte der Konzern.

  • rtr
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