Neue Ausgabe von „Charlie Hebdo“ Die Kämpfer

Heute ist unter schwierigsten Bedingungen die erste Ausgabe von „Charlie Hebdo“ nach dem verheerenden Anschlag auf das Satiremagazin erschienen. Einmal mehr trotzt die Redaktion Extremisten.
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„Charlie Hebdo“-Zeichner Luz zeigt die neueste Ausgabe des Satiremagazins. Quelle: dpa

„Charlie Hebdo“-Zeichner Luz zeigt die neueste Ausgabe des Satiremagazins.

(Foto: dpa)

Sie wurden bedroht, verklagt, beleidigt, ihre Redaktionsräume wurden angezündet. Und nun kann selbst ein Terroranschlag, bei dem acht Redaktionsmitglieder des Magazins - darunter auch Mohammed-Karikaturist und Redaktionsleiter Stéphane Charbonnier (47) alias Charb - getötet wurden, die Redaktion nicht davon abhalten, ihre Meinung zu malen.

"Wenn wir nicht mehr publizieren, sind wir tot. Wir können nicht im Gefängnis leben" - für diese markigen und mutigen Worte war Stéphane Charbonnier, der Chefredakteur des Satiremagazins "Charlie Hebdo", bekannt. Und die Redaktion stand hinter ihm.

Auch an diesem Mittwoch liegt wie gewohnt eine neue Ausgabe in den Kiosk-Regalen Frankreichs. Spätestens am Samstag soll sie auch in Deutschland erhältlich sein. Auf dem Cover: Eine Zeichnung des Propheten Mohammed, der weinend ein Schild mit der Aufschrift „Je suis Charlie“ (deutsch: Ich bin Charlie) in den Händen hält. Über der Zeichnung steht in großen Buchstaben „Tout est pardonné“ (deutsch: Alles ist vergeben).

„Ich habe geschrieben 'Alles ist vergeben' und ich habe angefangen zu weinen“, erklärte Zeichner Luz am Dienstag mit Tränen in den Augen. „Wir haben uns gefragt, wie wir uns selbst treubleiben können, wie wir weiterlachen können“, sagt Chefredakteur Gérard Biard über die schwierigen Vorbereitungen für die jüngste Ausgabe. Ziel es gewesen, ein Titelbild zu kreieren, das die Leute trotz der Geschehnisse zum Lachen bringe.

Der Geist von „Je suis Charlie“ bedeute auch ein „Recht auf Blasphemie“, sagte der Anwalt des Magazins, Richard Malka bei der Vorstellung der neuen Ausgabe. Seit 22 Jahren habe es keine Ausgabe des Magazins gegeben, in dem nicht der Papst, Jesus Christus, Bischöfe, Rabbiner, Imame oder der Prophet Mohammed karikiert worden seien.

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16 Kommentare zu "Neue Ausgabe von „Charlie Hebdo“: Die Kämpfer"

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  • Aber Frau C.W. wer wird denn gleich in die Luft gehen??

    Bei Frau Anne dreht sich alles im Kreis, und Ihr Beitrag
    ist sehr amüsant.
    Man muss ja der Quotenregelung doppelt dankbar sein.

  • Dann hätten diese religiösen Analphabeten ja ihr Ziel erreicht.

  • Ich glaube ich lösch meinen Kommentaruser hier.
    Die Dummheit hat keine Pass und keine Relogion !
    Bei vielen Kommentaren ist nicht zu unterscheiden ob Satire oder nicht - zu kompliziert ....

  • Wie asozial ist denn die Aussage - warum einschüchtern lassen. Jetzt erst Recht. Islam gibt kein platz für andere Religion oder Meingsfreiheit! Warum sich den Mund verbieten lassen

  • Keine Ahnung, wie Satire heutzutage empirisch zu bewerten ist

    "Andenken an Tote", von Staats wegen wird heute schon zwischen 'guten' und 'schlechten' Toten unterschieden, je nach dem, welchem politischen Couleur man angehört.

    Bei der Lügenpresse ist doch heute aus Auflagen und Marktanteilaspekten alles möglich, warum also nicht auch entspr. Satire, die möglicherweise besonders der Lügenpresse weh tut?

  • Herr baer, ein guter WITZ !

    Auch der franz.-Staat sorgt für seine "Dummköpfe"
    Begräbnis auf Staatskosten, mit milit.-Ehren.
    "Im Kampf gegen den Islam gefallen"

  • Die Leute werden jeden Cent für ihre Beerdigungen benötigen.
    Keine Satire.

  • Das passende Titelblatt wäre für mich folgendes gewesen:

    der Herausgeber von der Satirezeitschrift kniet auf dem Boden und betet gen Osten. die Geldscheine (durch Spenden und eine ums 5fache erhöhte Auflage) quellen ihm nur so aus den Taschen. Drüber steht MERCI

    Das wäre mal echte Satire!

  • Die neue Ausgabe von Charlie Hebdo
    -------------
    Schon am frühen Morgen beginnt der Ansturm auf die Kioske. Viele Zeitungsstände haben Vorbestellungen aufgenommen für "Charlie Hebdo". Die Hefte sind begehrt wie nie. Noch vor 7 Uhr gehen den ersten Zeitungsverkäufern die Exemplare aus.

    Hier sieht man, dass die angekündigten drei Millionen Exemplare gerade ausreichen werden die Nachfrage zu befriedigen.

    Hier einige Auszüge:
    ◾ Drei Islamisten sitzen übellaunig zusammen. "Die Leute von 'Charlie Hebdo' dürfen wir nicht anrühren", sagt einer. "Sonst werden sie den Leuten als Märtyrer erscheinen und uns im Paradies die Jungfrauen wegschnappen."

    ◾ "Welche Zukunft für Dschihadisten?", heißt eine andere Karikatur. Sie zeigt drei bewaffnete junge Männer mit Zottelbärten bei der Arbeitsagentur. "Supermarkt-Wächter?", fragt die Beamtin.

    ◾Ein Comic zeigt einen der beiden Attentäter, auf dem Sofa der Psychiaterin und Charlie-Redakteurin Elsa Cayat - sie kam bei dem Anschlag ums Leben. "Ich habe geträumt, ich hätte 'Charlie Hebdo' umgebracht", sagt ihr vermummter Patient. Er beschreibt die Tat, doch die Psychiaterin hinterfragt ständig, was der Traum anderes bedeuten könnte. Sie fordert ihn auf, seine Albträume zu Papier zu bringen. Er zeigt ihr ein Blatt mit einem Strichmännchen aus Blutflecken. Sie konstatiert: "Ah okay. Sie zeichnen wirklich beschissen. So werden Sie es nicht morgen zu 'Charlie Hebdo' schaffen, das kann ich Ihnen versichern."

    ◾ Einer der Mörder arbeitete bei der Müll-Sortierung von Paris, steht über einer Zeichnung. Ein junger Mann, der den Kouachi-Brüdern ähnelt, steht vor zwei Tonnen, auf einer steht "gut" auf der anderen "böse". Er kratzt sich ratlos den Kopf. "Das ist zu kompliziert."

  • Herr Stoiber,
    - Was ist Satiere ?
    und
    - Was ist Verstoß gegen § 189 StGB ?
    - Würde eines jeden Menschen nebst seinen Heiligen?
    - In D haben wir Religionsfreiheit?
    Die Franzosen können ticken wie Sie wollen, wir sind
    nicht Frau M. die jedem franz.-Staatsmann in die Arme
    fällt

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