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Neuverfilmung RTL droht mit „Winnetou“ eine Niederlage

Mit viel Reklame hat RTL die Zuschauer vor den Fernseher locken wollen. Doch mit der Neuverfilmung des Karl-May-Klassikers riskiert der Privatsender eine Quotenschlappe. Ein Kommentar.
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Die Charaktere und ihre Darsteller: Old Shatterhand (Wotan Wilke Möhring), Winnetou (Nik Xhelilaj) und Sam Hawkens (Milan Peschel) (von links) Quelle: RTL
Winnetou-Neuverfilmung

Die Charaktere und ihre Darsteller: Old Shatterhand (Wotan Wilke Möhring), Winnetou (Nik Xhelilaj) und Sam Hawkens (Milan Peschel) (von links)

WienAbenteuer im Apachenland können langweilen. Deutschlands größter Privatsender RTL zog für seinen Dreiteiler „Winnetou – Der Mythos lebt“ alle Register der Reklame und Public Relations – vom roten Premierenteppich in Berlin bis zum Weihnachtskalender. Doch bislang nur mit mittelmäßigem Erfolg. Denn der dreiteilige Aufguss des Fernsehklassikers aus dem 20. Jahrhundert lockte überraschend wenig Zuschauer vor die Bildschirme.

Den zweiten Teil „Das Geheimnis vom Silbersee“ wollten nur noch 4,3 Millionen Zuschauer sehen. Bitter für RTL: eine Wiederholung des ARD-Krimis „Nord bei Nordwest - Der wilde Sven“ lockte im Ersten mit annähernd 5,2 Millionen deutlich mehr Zuschauern als „Winnetou“ an. In der werberelevanten Zielgruppe der 14- bis 59-Jährigen brach der Marktanteil im Vergleich zum ersten Teil um fast ein Viertel auf 3,67 Millionen Zuschauer ein.

Bereits der erste Teil der „Winnetou“-Trilogie, „Winnetou – eine neue Welt“ war mit 5,06 Millionen Zuschauern kein Triumph. Denn schließlich lief der Auftakt ganz ohne Unterbrecherwerbung. So etwas gab es noch nie bei RTL. Der Grund: Der weltgrößte Internethändler Amazon kaufte die gesamte Werbezeit bei RTL und belohnte die Zuschauer mit dem Verzicht auf Unterbrecherwerbung. Das ließ sich Amazon viel Geld kosten. Denn schließlich kostet die Werbung zur besten Sendezeit an einem solchen Abend bei RTL brutto knapp 2,4 Millionen Euro pro Sendestunde, wie RTL am Donnerstag bestätigte.

Was die Deutschen an den Fernseher fesselt
Platz 10: Luther
1 von 10

Idris Elba konnte als scharfsinniger Detective John Luther so einige Fälle lösen und damit die Fernsehzuschauer überzeugen. Die Serie umfasst vier Staffeln und wurde auf ZDF neo ausgestrahlt. Wissenschaftler von der Universität Münster haben internationale, englischsprachig produzierte Serien untersucht. Die Studie untersucht die Unterschiede zwischen diesem neuen Serientyp und herkömmlich produzierten TV-Serien und analysiert die Gründe, was solche Serien erfolgreich macht.

Quelle: „Das Phänomen neue Drama-Serien“ (Universität Münster), dpa

(Foto: dpa - picture-alliance)
Platz 9: Suits
2 von 10

Die Geschichte rund um den charismatischen Anwalt Harvey Spector (Gabriel macht, rechts) den exzentrischen Louis Litt (Rick Hoffman, Mitte) und den hochintelligenten Mike Ross (Patrick J. Adams, links) konnte das Publikum überzeugen. Geplant sind sieben Staffeln und derzeitig wird die sechste in den USA ausgestrahlt. „Fast jeder zweite Deutsche mit Internet-Zugang kennt zumindest einige Vertreter dieses neuartigen Typs TV-Serie“, sagte der Marketingwissenschaftler Thorsten Hennig-Thurau vor der Vorstellung der Studie mit dem Titel „Phänomen Neue Drama-Serien“ bei der internationalen „Big Data, Big Movies“-Konferenz in Potsdam.

(Foto: Imago)
Platz 8: Orange is the New Black
3 von 10

Die Knastserie basiert auf den gleichnamigen Roman von Piper Kerman und erzählte die Geschichte des Gefängnisaufenthalts von Piper Chapman (Taylor Schilling, Foto). Diese rutschte unfreiwillig während ihre Collegezeit in einen Drogenschmuggel- und Geldwäschering und muss zehn Jahre später die Schuld dafür absitzen.

(Foto: Imago)
Platz 7: Shameless
4 von 10

Eine tragische Geschichte mit viel Augenzwinkern: Der alkoholkranke Frank Gallagher (William H. Macy, Mitte) liebt seine Großfamilie, doch neigt auch dazu, sich bis zur Besinnungslosigkeit zu betrinken. So sind die Kinder auf sich allein gestellt, was einige Probleme mit sich bringen kann.

(Foto: © 2010 Warner Brothers)
Platz 6: Downtown Abbey
5 von 10

Die Rückkehr des britischen Kostümdramas: Downtown Abbey erzählt die Geschichte von dem Earl von Grantham Robert Crawley (Hugh Bonneville, Foto). Dieser muss einen Weg finden, sein Erbe nicht einen Fremden zu übergeben. Da er allerdings keinen Sohn hat, könnte sich das schwierig gestalten.

(Foto: Imago)
Platz 5: Sherlock
6 von 10

Conan Arthur Doyles berühmter Detektiv Sherlock Holmes (Benedict Cumberbatch, links) wird zusammen mit seinem Assistenten Dr. John Watson (Martin Freeman, rechts) in die Gegenwart geführt. Dort treffen sie nicht nur auf bekannte Feinde wie Jim Moriarty.

(Foto: dpa - picture-alliance)
Platz 4: The Walking Dead
7 von 10

Die Zombieserie ums nackte Überleben der letzten Menschen rauscht leider knapp an der Top drei Platzierung vorbei. Sie erzählt nicht nur den Kampf gegen die Untoten, sondern auch gegen andere Gruppen Überlebender und ihre etwas „unüblichen“ sozialen Strukturen.

(Foto: Fox Networks Group Germany)

Die Spannung bei der Bertelsmann-Fernsehtochter auf den Quotenerfolg des dritten Teils ist gewaltig. Denn am heutigen Donnerstag läuft die letzte Episode mit dem unfreiwillig komischen Titel „Der letzte Kampf“. Wenn kein Zuschauer-Wunder geschieht, landet RTL mit der aufwendigen Verfilmung am Ende eine Quotenschlappe. Das Glück von RTL: Am heutigen Fernsehabend ist die Konkurrenz von ARD, ZDF oder Pro Sieben und Sat 1 ziemlich schwach. Das für RTL günstige Wettbewerbsumfeld sorgt daher für Zuversicht in der Kölner Zentrale.

Winnetou – der Mythos ist nicht mehr quicklebendig. Zwar bot RTL veritable Stars von „Tatort“-Kommissar Wotan Wilke Möhring über Jürgen Vogel bis hin zu Mario Adorf auf. Mit Regisseur Philipp Stölzl („Der Medicus“, „Nordwand“, „Goethe!“) hatte RTL-Deutschlandchef Frank Hoffmann einen angesehenen Könner des deutschen Films verpflichtet. Doch der Produktion ist anzusehen, dass auf die Kosten streng geachtet wurde.

Der Hauptgrund für die Quotenenttäuschung liegt vor allem darin, dass die Neuverfilmung einer über Jahrzehnte bekannten Filmgeschichte schlichtweg keine Spannung mehr zulässt. Die Abenteuer im Apachenland aus der Feder von Karl May kennen die meisten Zuschauer so lange und so gut, dass sich aus dieser Geschichte nur sehr schwer ein dramaturgischer Spannungsbogen kreieren lässt.

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