News Corp. Umbau bei Murdochs Verlagsgeschäft wird teuer

US-Medienmogul Rupert Murdoch muss einen Rückschlag hinnehmen: Seine News Corp. fährt im abgelaufenen Quartal ein dicken Minus ein. Verantwortlich seien Restrukturierungskosten; doch auch das Geschäft läuft nicht rund.
Update: 13.08.2015 - 10:38 Uhr Kommentieren
Laut dem Unternehmen von Medienmogul Rupert Murdoch sollen vor allem die Kosten zur Umstrukturierung des Geschäfts für die roten Zahlen verantwortlich sein. Quelle: ap
Rupert Murdoch

Laut dem Unternehmen von Medienmogul Rupert Murdoch sollen vor allem die Kosten zur Umstrukturierung des Geschäfts für die roten Zahlen verantwortlich sein.

(Foto: ap)

New YorkRupert Murdochs Medienkonzern News Corp. ist im Frühjahr in die roten Zahlen gerutscht. Dem Unternehmen setzen unter anderem hohe Sonderkosten für seine Restrukturierung zu. Für das Geschäftsquartal bis Ende Juni wies News Corp unter dem Strich einen Verlust von 379 Millionen Dollar aus, wie der Herausgeber des „Wall Street Journal“ am Mittwochabend nach Börsenschluss in den USA mitteilte.

Im Vorjahreszeitraum hatte noch ein Gewinn von zwölf Millionen Dollar in den Büchern gestanden. Der Umsatz, der stark vom Zeitungsgeschäft in den USA, Australien und Großbritannien abhängt, sank um zwei Prozent auf 2,14 Milliarden Dollar. Im reinen Nachrichtengeschäft ging es sogar zehn Prozent nach unten.

Das sind die Giganten der Medienwelt
Gute Unterhaltung aus den USA?
1 von 11

Fernsehsender, Zeitungen, Kinostudios – und zunehmend Online-Dienste: Medien sind ein Milliardengeschäft – im Foto eine Szene aus „The Late Show“ mit David Letterman (rechts) und US-Präsident Barack Obama (links) zu Gast. Auf Basis der Erlöse des Jahres 2014 hat das Berliner Institut für Medien- und Kommunikationspolitik unter Leitung des Medienwissenschaftlers Lutz Hachmeister ein Ranking der 100 größten Medienunternehmen der Welt erstellt. Wir zeigen die Top 10.

Platz 10: Apple
2 von 11

Erstmals ist Apple in den Top Ten der weltgrößten Medienunternehmen. Möglich macht das eine Änderung der Systematik der Rangliste: Grundlage für die Einordnung in das Ranking waren ausschließlich die Erlöse der Abteilung iTunes, Software & Services, die bei 13,6 Milliarden Euro lagen. Bisher wurde Apple in der Liste nicht berücksichtigt.

Platz 9: Bertelsmann
3 von 11

Einziges europäisches Medienunterhemen in den Top Ten ist Bertelsmann mit einem Umsatz von 16,7 Milliarden Euro. Wichtigste Erlösquelle ist die TV-Holding RTL Group. Aber den Konzern zieht es zunehmend in medienfremde Gefilde. So soll das Geschäft mit der Bildung zu einer neuen Unternehmenssäule ausgebaut werden.

Platz 8: Sony
4 von 11

Mit einem Medienumsatz von 17,8 Milliarden Euro ist Sony abermals das größte nichtamerikanische Medienunternehmen der Welt. Im Gesamtkonzern des japanischen Unterhaltungselektronikriesen, zu dem das Hollywood-Studio Sony Pictures Entertainment, der Musik-Major Sony Music Entertainment sowie eine erfolgreiche Games-Sparte gehört, gewinnen Medienerlöse zunehmend an Gewicht.

Platz 7: Time Warner
5 von 11

Time Warner, das einst größte Medienunternehmen der Welt, ist das Resultat mehrerer Fusionen. Zu ihm gehören das Hollywoodstudio Warner Bros. (Tom Hardy in Mad Max: Fury Road), das Verlagshaus Time Inc., die Filmproduktion New Line Cinema, der Pay-FV-Sender HBO und die TV-Holding Turner Broadcasting Systems. Das Medienhaus erlöste zuletzt 20,6 Milliarden Euro.

Platz 6: Viacom
6 von 11

Viacom CBS, das auf einen Umsatz von 20,8 Milliarden Euro kommt, besteht aus zwei börsennotierten Gesellschaften, die beide von der Holding National Amusements Inc. des Firmenpatriarchen Sumner Redstone kontrolliert werden. Zu Viacom gehören die TV-Sender MTV und Nickelodeon sowie das Hollywoodstudio Paramount, zu CBS das Free-TV-Geschäft um das gleichnamige landesweite TV-Network, die TV-Produktion sowie Verlage und Außenwerbung.

Platz 5: DirecTV
7 von 11

Mit einem Umsatz von 24,3 Milliarden Euro ist DirectTV der führende amerikanische Anbieter für Satelliten-Pay-TV. Das Telekommunikationsunternehmen AT&T will DirectTV für 48 Milliarden Dollar übernehmen. Dem Deal, gegen den die Video-Onlineplattform Netflix klagt, muss noch die amerikanische Kontrollbehörde FCC zustimmen.

Im außerbörslichen US-Handel stiegen News-Corp.-Aktien dennoch um 5,5 Prozent, weil die Bilanz zumindest besser als von Analysten erwartet ausfiel. Dazu trugen unter anderem Einsparungen im Nachrichtengeschäft bei, zudem auch die Agentur „Dow Jones“ gehört. Hier wurde erst im Juni ein Stellenabbau angekündigt.

Rund lief es mit Buchverlagen wie Harper Collins und Harlequin Enterprises. Dort legten die Umsätze um acht Prozent auf 390 Millionen Dollar zu. Die Erlöse aus Immobilienportalen kletterten sogar um 67 Prozent auf 189 Millionen Dollar.

Nicht zufrieden ist der Murdoch-Konzern mit Amplify, einem Anbieter digitaler Lernprogramme für Schüler und Studenten. News-Corp.-Vorstandschef Robert Thomson sagte, man sei in fortgeschrittenen Gesprächen mit potenziellen Käufern. News Corp. schrieb auf Amplify 371 Millionen Dollar ab.

  • dpa
Startseite

Mehr zu: News Corp. - Umbau bei Murdochs Verlagsgeschäft wird teuer

0 Kommentare zu "News Corp.: Umbau bei Murdochs Verlagsgeschäft wird teuer"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%