NSA-Überwachung Aussage gegen Aussage

Die US-Regierung hat die Schnüffel-Aktion bei Internetdiensten eingeräumt. Doch Google-Gründer Page, Facebook-Chef Zuckerberg und die anderen Firmen dementieren. Wie passt das zusammen? Experten haben einige Theorien.
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Larry Page will nichts von den Abhör-Programmen gewusst haben. Quelle: dpa

Larry Page will nichts von den Abhör-Programmen gewusst haben.

(Foto: dpa)

New York„Was zur... ?“ – Die Überschrift, die Google-Chef Larry Page am Freitag über seinen Kommentar zum Daten-Skandal setzte, soll vor allem eines ausdrücken: Erstaunen. Man wisse nichts von einem Programm namens PRISM, unter dem der US-Geheimdienst NSA angeblich seit Jahren E-Mails, Fotos und Dokumente abgreift.
Ähnliches beteuerten auch die anderen Internet-Konzerne, die laut Enthüllungen der „Washington Post“ und des „Guardian“ den Behörden einen direkten Zugang zu ihren Servern gewähren: Niemand will von PRISM je gehört haben. Man gebe nur auf Gerichtsbeschluss hin Daten weiter und prüfe jeden Einzelfall sehr genau, hieß es es überall. Facebook-Gründer Mark Zuckerberg nannte die Presseberichte von Donnerstagnacht auf seinem Profil „ungeheuerlich“.

US-Präsident Barack Obama bestätigte dagegen am Freitag grundsätzlich, dass in den USA Telefon- und Internetdaten überwacht werden. Es handle sich um „maßvolle“ Eingriffe in die Privatsphäre, die zum Schutz der nationalen Sicherheit notwendig seien. Zuvor hatte bereits Geheimdienstkoordinator James Clapper eingeräumt, dass sich die Berichte über PRISM auf eine tatsächliche Datensammelaktion beziehen. Allerdings enthielten sie „zahlreiche Ungenauigkeiten“.
Nun wundern sich die Amerikaner: Wie passt das zusammen? Hat die NSA tatsächlich einen direkten Zugang zu den Servern der größten Internet-Dienste – mit Zustimmung der Unternehmen, aber ohne dass die Chefs davon gewusst haben? Brüstet sich die NSA intern mit Erfolgen, die es gar nicht gibt – oder sagen die Firmen die Unwahrheit? Oder geht es hier allein um Wortklauberei?
Es steht Aussage gegen Aussage, und vieles in diesem Skandal ist nebulös. Von offizieller Seite gibt es keine Details zu der Überwachungsaktion. Der einzige Beweis ist bislang eine grafisch dürftig gestaltete Powerpoint-Präsentation, die unter anderem die Namen der Internet-Dienste auflistet. Und die Aussage eines offenbar besorgten NSA-Mitarbeiters, der die Folien der Presse zugespielt hatte.

Gerüchte kursieren in US-Medien
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16 Kommentare zu "NSA-Überwachung: Aussage gegen Aussage"

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  • Was hat Wernher von Braun getan, als er nach dem Krieg in D seine Raketentechnik nicht weiter entwickeln konnte?
    Nach dem Ende der DDR gab es dort doch so viele Spitzenleute, die gar nicht alle in D beschäftigt werden konnten..."

  • "Mit einem speziellen Programm, installiert in einem Kommunikationszentrum eines Internet-Providers, ließe sich der gesamte vorbeifließende Datenverkehr kopieren."

    Ein Serverzugriff ist damit unnötig. (so, wie der Datenstrom auf dem Server landet, wird die Kopie quasi zeitgleich auf dem NSA-Server gespeichert.)

    Neben der Zuordnung der Datenströme (von der E-Mail, den Inhalten besuchter Webseiten, Telefongesprächen, Standortbestimmungen usw.) zu einzelnen Personen ist natürlich vor allem die automatisierte Auswertung dieser Daten interessant.
    Wer schreibt bloß kritisch - wer ist u.U. auch zum Handeln bereit.
    Wieviel Druck ist insgesamt im Kessel - besteht ernsthafte Gefahr eines Funkenüberschlags usw. usf.

    Einen besseren Draht zum Volk kann das Herrschaftssystem doch gar nicht haben.

  • Was erstaunt uns denn daran ?

    Das Geheimdienste an die Datentöpfe bei Google & Co wollen ?
    Das kann einen doch wirklich nicht verwundern.

    Die Frage ist doch höchstens, auf welchem Wege tun sie das.
    Ob die Top-Manager das wußten oder nicht, Ob mit Hintereingang oder ohne, offizielle Anfrage oder heimlich, mit einem Gesetz oder under cover, auf technischen Wege oder Korruption von Mitarbeitern. Es macht für uns doch keinen Unterschied.

    Da darf man natürlich auch seine Schlüsse zu unseren Datentöpfen ziehen, der Gesundheitskarte zum Beispiel.

    Es ist nicht klar, ob die Interessierten die Daten kaufen werden, ein Gesetz zum offiziellen Zugang machen, jemand bestechen werden, oder ob die Chefs der Betreiberbehörde oder deren Subfirmen davon wissen werden.

    Aber sicher ist, wer die Daten haben will, wird sie auf dem einen oder anderen Wege auch erhalten können ( wenn er genug bezahlt oder genug politischen Einfluß hat).

  • Könnte ohne weiteres sein, daß "Google und Co." hier recht behalten werden.

    Neueste Erkenntnisse via ZeroHedge:

    http://www.zerohedge.com/contributed/2013-06-08/we-call-top-nsa-whistleblower-and-get-real-scoop-spying

  • Scheiß auf die Theorien...

    Die Firmen lügen ganz, weil es für sie der GAU ist.

  • Ja,mit dem I-Phone hat man den Leuten endlich ihren Chip verpaßt.Abhören,auffinden,Bewegungsprofile erstellen.Ein Traum für jeden Geheimdienst.

  • Die Hoehe feststellen ist eine der BASISFUNKTIONEN, nur mal so nebenbei!
    Aber deutschen Trotteln kann man halt allen Bloedsinn verkaufen und sie plappern es nach!

  • Was sich bisher alf Faktisch herausgestellt hat uebrtrifft die Orwellsche Projektion um Potenzen.
    Insofern duerften die heute als Verschwoerungstheorien bezeichneten Befuerchtungen ebenfalls bei weitem die tatsaechlichen Vorgaenge nur unzureichend beschreiben und weit hinter der Realitaet her sein!
    So sieht WAHRHEIT aus!

  • Jeder Telekomanschluss in Deutschland muss mit Adresse beantragt werden. Die einzigatige MAC-Adresse der z.B. Fritzbox kann mit der Adresse abgeglichen werden.
    Darüber hinaus sendet in iPhone, das durch die Landschaft fährt, einen Datenstrom aus GPS-Daten, aller Hotspots inklusive MAC-Adresse, sowie Entfernung der Hotspots. Daraus entsteht schnell eine Karte. Im Gebäude funktioniert zwar kein GPS, aber die Triangulation mehrerer Hotspots funktioniert auch in der Höhe. Auf ein paar Meter genau. So kann der genaue Aufenthaltsort des Nutzers im Gebäude ermittelt werden. Welcher Raum sich dort jetzt befindet, ist erstmal egal. Wenn dein iPhone nachts 8 Stunden flach liegt, ist dort wahrscheinlich das Schlafzimmer. Die Pläne kann sich der Staat bei irgenwelchen Ämtern besorgen, sind wahrscheinlich schon digitalisiert.

  • @MasterMind

    Den widerspruch in seinen eigenen Ausführungen hat er offenbar selbst noch nicht bemerkt. Die Positionsbestimmung läuft in hohem Maße eben über Hotspots/Wlan etc. zusätzlich zu GPS.
    GPS ist meines wissens für zivile Nutzung auf 50 Meter Genauigkeit beschränkt, technisch geht natürlich viel genauer, wobei meine Informationen mglw. sogar veraltet sind.
    Via WLAN, das meist kaum mehr als 30 Meter sendet, geht es natürlich viel genauer, sprich Raum und Stockwerk sind absolut realistisch.

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