Nutzertracking Google droht Untersuchung

Google soll Privatsphäre-Einstellungen umgangen und so Daten von Nutzern des Apple-Browsers Safari beschafft haben. US-Parlamentarier fordern eine Untersuchung. Die könnte für den Internetgiganten teuer werden.
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Kaum ein Ort im Web, an dem man nicht auf Googles Werbeanzeigen trifft. Quelle: Reuters

Kaum ein Ort im Web, an dem man nicht auf Googles Werbeanzeigen trifft.

(Foto: Reuters)

New YorkGoogle und andere Online-Werbefirmen sollen die Privatsphäre-Einstellungen von Nutzern des Apple-Browsers Safari umgangen haben. So sollen die betroffenen Firmen das Verhalten der Nutzer im Internet verfolgt haben, um persönlich gestaltete Werbung anzuzeigen; etwas, das die Grundeinstellung des Apple-Browsers Safari eigentlich unterbindet. In einem Brief an die Handelskommission haben nun drei US-Parlamentarier eine Untersuchung gefordert.

Die Kernfrage dabei ist, ob Google eine Privatsphäre-Vereinbarung mit der Handelskommission verletzt hat, die der Internet-Gigant vor einem Jahr unterschrieben hatte. Nebst den drei US-Parlamentariern forderten auch Konsumentenschützer-Gruppen eine Untersuchung des Falls.

„Wir sind uns der Situation bewusst“, sagte eine Sprecherin der Handelskommission dem „Wall Street Journal“. Der Hauptstreitpunkt ist eine unterdessen gelöschte Anleitung auf den Internetseiten Googles: Auf diesen Seiten hatte der Internetgigant Nutzern des Apple-Browsers versichert, dass sie sich auf die Einstellung des Browsers verlassen können, und keine weitere Maßnahmen ergreifen müssten.

Dies, „während Google genau diese Einstellungen umgangen hat“, sagte der Privatsphäre-Verantwortliche der Konsumentenschützer-Gruppe „Consumer Watchdog“, John Simpson. Google hat die entsprechende Erklärung nach dem Bericht des „Wall Street Journal“ vom Internet genommen.

In der Privatsphäre-Vereinbarung mit der Handelskommission ist festgehalten, dass irreführende Mitteilungen zur Privatsphäre mit Bußen von 16.000 Dollar pro Vergehen und Tag bestraft werden.

Ein Google-Sprecher antwortete auf die Vorwürfe der US-Parlamentarier, dass das Unternehmen Sofortmaßnahmen ergreife, um den Bedenken der US-Parlamentarier gerecht zu werden, und sei offen für Fragen der Handelskommission.

Apple versicherte unterdessen, dass die Lücke, die das Sammeln der Daten möglich gemacht hat, geschlossen werden soll. Safari ist der meistgenutzte Browser auf mobilen Geräten, standardmässig installiert auf iPhones und iPads, und wird auch von Millionen anderen Apple-Computern verwendet.

  • jar
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