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Österreichs größte Zeitung Benko und Funke geben im Kampf um die „Krone“ nicht auf

Der Immobilienunternehmer und der Essener Medienkonzern wollen ihren Anteil an der „Krone“ aufstocken und das jüngste Schiedsgerichtsurteil anfechten.
25.05.2020 - 15:05 Uhr Kommentieren
Der Funke-Mediengruppe und der Familie Dichand gehört zusammen die Hälfte der „Krone“. Quelle: dapd
Kronen Zeitung

Der Funke-Mediengruppe und der Familie Dichand gehört zusammen die Hälfte der „Krone“.

(Foto: dapd)

Wien Der Dauerstreit um Österreichs größte Zeitung „Krone“ geht zwischen der Eigentümerfamilie Dichand und den Mitgesellschaftern, dem Immobilien- und Warenhausunternehmer René Benko sowie der Funke-Mediengruppe (WAZ), in eine neue Runde. Der Milliardär Benko und sein Medienpartner aus Essen haben am Montag angekündigt, ihre Anteile an den Gesellschaften der „Krone“ nicht verkaufen zu wollen. Stattdessen kündigt das Tandem nun an, die Mehrheit an dem Boulevardblatt übernehmen zu wollen. 

Der Konflikt im Gesellschafterkreis tobt seit Jahren. Zuletzt hatte die Familie Dichand im Schweizer Schiedsgerichtsverfahren aus ihrer Sicht einen Erfolg erzielt. Herausgeber und Eigentümervertreter Christoph Dichand sieht durch dieses die Vorrechte der Dichands in den Verträgen mit der Funke-Gruppe „vollinhaltlich“ bestätigt, wie seine langjährige Rechtsanwältin Huberta Gheneff zuletzt bekräftigte.

„Was vereinbart wurde, ist einzuhalten. Dem Grundsatz sind meine Familie und ich stets treu geblieben“, sagte Christoph Dichand zu den Verträgen aus dem Jahr 1987. „Benko und Funke haben in der Schweiz eine schallende Ohrfeige erhalten“, sagte ein Vertrauter der Verlegerfamilie dem Handelsblatt. Die Streitereien sind für die Kläger teuer. Der Rechtsstreit vor dem Schiedsgericht in Zürich soll einen höheren einstelligen Millionenbetrag gekostet haben.

Dennoch wollen Benko und Funke die Schweizer Entscheidung nicht hinnehmen. Am Montag kündigten sie die Anfechtung der Schiedsgerichtsentscheidung „aufgrund schwerwiegender Unregelmäßigkeiten“ vor ordentlichen Gerichten an. Sie sehen sich durch das Bonner Kartellamt bestätigt. Die Wettbewerbshüter hatten Benko und Funke im Februar grünes Licht für den Erwerb einer Mehrheit an den verschiedenen „Krone“-Gesellschaften gegeben.

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    Sie brauchen aber auch in Österreich noch eine kartellrechtliche Genehmigung, um ihr Ziel einer Mehrheitsbeteiligung an der „Krone“ erreichen zu können. „Fakt ist, die Gesellschafter blockieren sich gegenseitig. Das tut der Zeitung nicht gut“, sagte ein österreichischer Medienmanager am Montag.

    Auslöser für Streit ist garantierter Vorabgewinn für Dichand-Familie

    Der Funke-Mediengruppe und der Familie Dichand gehört zusammen die Hälfte der „Krone“. Seit 2018 ist in Funkes Beteiligungsunternehmen auch die Signa-Holding von Benko an Bord. Er besitzt 24,5 Prozent an der „Krone“ und 24,2 Prozent am „Kurier“.  Er soll dafür knapp 83 Millionen Euro gezahlt haben.

    Die verschiedenen Gesellschaften regeln die Besitzverhältnisse bei der „Krone“, der Wiener Tageszeitung „Kurier“ und der Mediaprint. Nach dem Schweizer Urteilsspruch ließ die Familie Dichand mitteilen, die Anteile des schillernden Tiroler Unternehmers Benko und des Medienkonzerns aus dem Ruhrgebiet übernehmen zu wollen. „Funke und Signa stehen (…) nicht für Gespräche zur Verfügung“, ließen derweil die 50-Prozent-Gesellschafter am Montag mitteilen. 

    Auslöser des unendlichen Gesellschafterstreits ist der garantierte Vorabgewinn für die Familie Dichand. Dieses Privileg hat der „Krone“-Gründer Hans Dichand mit der damaligen WAZ-Gruppe (Vorläufer der Funke Mediengruppe) in den 80-er Jahren des 20. Jahrhunderts ausgehandelt. Nach dem Tod von Hans Dichand kündigte Funke 2014 diesen Vertrag. Die Erben unter der Führung von Christoph Dichand hatten aber nie die Kündigung anerkannt.

    Mit dem jüngsten Schiedsgerichtsverfahren sieht sich die einflussreiche Verlegerfamilie bestätigt. Noch immer erhält die Verlegerfamilie einen garantierten Mindestgewinn trotz der schweren Zeit für die Medienbranche. „Das mindert den Wert der Anteile“, sagte ein „Krone“-Insider. Die Wiener Verlagsgruppe hatte im Jahr 2016/17 einen Umsatz von knapp 429 Millionen Euro erzielt.

    Der Immobilienentwickler Benko verfügt über exzellente politische Kontakte in Österreich, insbesondere zu Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP). Mit seinem Möbelwarenhaus Kika/Leiner ist der gebürtige Tiroler auch ein wichtiger Anzeigenkunde des Wiener Medienhauses. Mittlerweile kämpft der 42-Jährige an vielen Fronten. Seine Warenhauskette Galeria Karstadt Kaufhof kämpft derzeit ums Überleben. Rund ein Drittel der Warenhäuser ist nach Einschätzung der Sanierer nicht mehr zu retten.

    Mehr: So kämpft René Benko um die Medienmacht in Österreich

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