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Online-Händler Amazons Anhebung des Mindestlohns hat für einige Arbeiter einen Haken

Amazon schafft monatliche Boni und Aktien-Optionen für Lager- und Zeitarbeiter ab. Damit will der Konzern seine Mindestlohnerhöhung in den USA stemmen.
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Von der Mindestlohnanhebung sollen nicht nur die 250.000 fest angestellten Beschäftigten profitieren, sondern auch rund 100.000 Zeitarbeiter. Quelle: AFP
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Von der Mindestlohnanhebung sollen nicht nur die 250.000 fest angestellten Beschäftigten profitieren, sondern auch rund 100.000 Zeitarbeiter.

(Foto: AFP)

New YorkDie Entscheidung Amazons, den Mindestlohn für US-Arbeiter auf 15 Dollar pro Stunde anzuheben, wurde als Erfolg für Arbeitnehmer des Online-Giganten gefeiert. Doch es gibt einen Haken. Am Mittwoch wurde bekannt, dass es stattdessen keine monatlichen Boni- und Aktien-Optionen mehr für Lager- und Zeitarbeiter geben wird.

Amazon bestätigte in einer E-Mail an den US-Sender CNBC, dass das Unternehmen die Boni- und Aktienoptionszahlungen abschafft, da es ab dem 1. November den Mindestlohn auf 15 Dollar (rund 13 Euro) pro Stunde erhöht. Das Unternehmen betonte jedoch, dass die Lohnerhöhung den Verlust an sonstigen Leistungen „mehr als ausgleicht“.

Von der Lohnerhöhung sollen sowohl die 250.000 fest angestellten Beschäftigten profitieren als auch Saisonarbeiter. Amazon kündigte an, dass es 100.000 Zeitarbeiter für die arbeitsreiche Weihnachtszeit dieses Jahr einstellen wird. Der staatlich vorgeschriebene Mindestlohn beträgt 7,25 Dollar pro Stunde in den USA. In Großbritannien wurde der Mindestlohn ebenfalls für Amazon-Beschäftigte angehoben: auf 9,50 Pfund beziehungsweise auf 10,50 Pfund in London.

Die Bestätigung folgt auf Medienberichte, in denen Lagerarbeiter angaben, dass sie durch diese Änderung weniger verdienen werden. „The Guardian“ berichtet, dass Lagerarbeiter derzeit zum Ende eines jeden Jahres eine Amazon-Aktie (im Wert von momentan 1953 Dollar) erhalten, sowie eine weitere Aktie alle fünf Jahre.

„Yahoo News“ gibt an, dass Lagerarbeiter jeden Monat damit bis zu acht Prozent ihres monatlichen Einkommens verdienen können, was für einige Arbeiter bis zu 3000 Dollar pro Jahr bedeutet. Die finanziellen Belohnungen waren allerdings vom Erreichen bestimmter Produktionsziele abhängig.

Am Dienstag gab Amazon bekannt, dass es das Aktien-Programm durch die Mindestlohnsteigerung ersetzt, da die Mitarbeiter die „Vorhersehbarkeit und Unmittelbarkeit von Bargeld“ gegenüber Aktien bevorzugen.

Sogar einige Amazon-Mitarbeiter begrüßten die Entscheidung. Ein Arbeiter sagte dem „Business Insider“: „Die Leistungsmetriken sind brutal aggressiv, und die meisten meiner Kollegen befinden sich in einem Zustand ständiger Angst, dass wir jederzeit entlassen werden könnten, weil wir die Kennzahlen nicht eingehalten haben.“

Die Mindestlohnanhebung kommt nicht nur Amazons Arbeitern zugute, sondern hilft auch dem Image des Konzerns. Das Unternehmen steht seit Längerem in der Kritik aufgrund niedriger Löhne und schlechter Arbeitsbedingungen in den Lagerhallen. Zwei der größten Kritiker von Amazon, US-Senator Bernie Sanders und US-Präsident Donald Trump lobten die Entscheidung am Dienstag.

Ein höherer Stundenlohn, den neue Arbeiter sofort erhalten, ist ein besserer Anreiz für potenzielle neue Angestellte als Aktienoptionen, besonders in der Lagerindustrie, in der Arbeiter kommen und gehen, sagte David DeBoskey, ein Professor für Rechnungswesen an der San Diego State University zu „Bloomberg“.

„In einem angespannten Arbeitsmarkt ist es ein großer Vorteil, wenn man als Marktführer 15 Dollar pro Stunde bezahlt“, sagte DeBoskey. „Amazon hat wahrscheinlich gemerkt, dass sich Leute nicht für Lagerjobs aufgrund der Aktienoptionen bewerben.“

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