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Open Source Warum kostenlose Software plötzlich profitabel ist

Die Übernahme von Data Artisans durch Alibaba zeigt einmal mehr, dass Open Source zu einem großen Geschäft geworden ist. In Deutschland gibt es eine aktive Szene.
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Gerade beim Cloud-Computing nutzen große IT-Konzerne quelloffene Software. Quelle: dapd
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Gerade beim Cloud-Computing nutzen große IT-Konzerne quelloffene Software.

(Foto: dapd)

Düsseldorf Dass der chinesische Internetkonzern Alibaba das deutsche Start-up Data Artisans übernimmt, ist eine Bestätigung für den Standort Deutschland – und für das Prinzip Open Source. Die Firma hat auf Grundlage der offen verfügbaren Plattform Apache Fink ein System für die Verarbeitung großer Datenmengen entwickelt. Der Deal zeigt einmal mehr, dass offene Software zum großen Geschäft geworden ist.

Open Source steht für eine Philosophie: Der Quellcode der Software ist frei verfügbar – jeder darf ihn einsehen, verändern und nutzen, in vielen Fällen kostenlos. Das bekannteste Beispiel dafür ist das Betriebssystem Linux, das in Smartphones und PCs, Servern und Routern wie auch im vernetzten Auto zum Einsatz kommt.

Das hat zwei Vorteile. Zum einen die Effizienz: Wenn sich Programmierer in aller Welt zusammentun, können sie mehr schaffen als kleine Teams. Zum anderen die Sicherheit: Je mehr Spezialisten in den Quellcode hineinschauen, desto besser wird er. Allerdings ist offene Software nicht per se sicherer: Es gibt kleine Projekte, die von wenigen Mitarbeitern abhängen.

Als Open Source in den 1980er- und 1990er-Jahren populär wurde, sahen es Pioniere wie Linux-Initiator Linus Torvalds als Gegenentwurf zu geschlossenen Systemen wie Windows, das damals auf einem Großteil aller PCs lief. Die Ablehnung war gegenseitig: Als „Krebsgeschwür“ bezeichnete der langjährige Microsoft-Chef Steve Ballmer Linux einmal.

Der Manager widerrief die Aussage später. Inzwischen nutzen längst auch die großen IT-Konzerne quelloffene Software, gerade wenn es ums Cloud-Computing geht. Programme wie Open Stack und Cloud Foundry sind für Microsoft und Google, Amazon und IBM unersetzlich. Mehr noch: Große Unternehmen treiben einige Projekte maßgeblich voran.

Auch beim europäischen Marktführer SAP kommt mit der strategischen Ausrichtung aufs Cloud-Computing vermehrt Open-Source-Software zum Einsatz. Seit April 2018 koordiniert ein Büro alle Aktivitäten, etwa in Sachen Lizenzbedingungen und IT-Sicherheit. Die Programmierer nutzen Bestandteile der Projekte und tragen selbst dazu bei. Wenn sie beispielsweise Fehler entdecken, bessern sie diese aus.

Die Bedeutung von Open Source verdeutlichen zwei Übernahmen aus dem vergangenen Jahr: So hat IBM die Übernahme des Softwarespezialisten Red Hat für rund 34 Milliarden Dollar angekündigt – der verdient sein Geld damit, für Geschäftskunden Linux anzupassen und zu pflegen. Wenn Aktionäre und Kartellbehörden zustimmen, ist es der größte Deal aller Zeiten in der Softwarebranche.

Microsoft wiederum hat die Onlineplattform Github gekauft, auf der Programmierer Code entwickeln und verwalten können. Der Softwarekonzern verschafft sich damit direkten Zugang zur Community, inklusive der Möglichkeit, unter den Entwicklern seine Werkzeuge fürs Cloud-Computing populär zu machen.

In Deutschland gibt es eine aktive Szene. In der OSB Alliance sind 170 Unternehmen mit 10.000 Arbeitsplätzen und 1,7 Milliarden Euro Umsatz organisiert. „Die tatsächliche Wertschöpfung mit Open Source ist deutlich höher“, sagt Verbandschef Peter Ganten, der im Hauptberuf den Softwarehersteller Univention leitet. Viele Firmen sehen sich nicht als Hersteller offener Software, nutzen sie aber für ihre Projekte.

Davon profitiert nun Alibaba. Mit der Übernahme, die 90 Millionen Euro kosten soll, bekommt der Konzern nicht nur ein Programmpaket. „Alibaba kauft sich die Kompetenz im Umgang der Software“, sagt Ganten. Auch das ist ein Vorteil der Offenheit: Viele Entwickler können sich Wissen aneignen.

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