PC-Hersteller Dell plant mit milliardenschwerem Aktientausch das Börsen-Comeback

Gründer Michael Dell treibt den Umbau seines Firmenimperiums voran. Ein Aktientausch soll den PC-Riesen zurück an die Börse bringen.
Update: 02.07.2018 - 15:13 Uhr Kommentieren
Der Gründer arbeitet seit Monaten daran, die komplexe Struktur seines Konzernimperiums zu vereinfachen. Quelle: dpa
Michael Dell

Der Gründer arbeitet seit Monaten daran, die komplexe Struktur seines Konzernimperiums zu vereinfachen.

(Foto: dpa)

DüsseldorfDer IT-Konzern Dell will mit einem milliardenschweren Aktientausch zurück an die Börse. Wie der PC-Hersteller am Montag ankündigte, will er die sogenannten Tracking Stocks für seine Konzerntochter VMware übernehmen. Der Deal ist insgesamt rund 22 Milliarden Dollar schwer. Zuerst hatte das „Wall Street Journal“ darüber berichtet,

Als Tracking Stocks werden Aktien bezeichnet, die sich nur auf einen bestimmten Unternehmensteil beziehen und in der Regel an der Börse notiert sind. Bei der Dell-Tochter VMware firmieren diese Papiere unter dem Namen DVMT. Die Inhaber dieser Aktien sollen in dem Tauschgeschäft nun Dell-Aktien und eine Barabfindung erhalten. Damit würden Dell-Aktien auch wieder an der Börse gehandelt.

Gründer Michael Dell arbeitet seit Monaten daran, die komplexe Struktur seines Konzernimperiums zu vereinfachen und den hohen Schuldenberg von fast 53 Milliarden Dollar zu verwalten. Seit der EMC-Übernahme habe Dell 13 Milliarden Dollar Schulden abbezahlt und sieht die „Kern-Verschuldung“ mit Abzug einiger Verbindlichkeiten noch bei 37,8 Milliarden Dollar, hieß es in einer Telefonkonferenz am Montag.

Neben dem nun angepeilten Deal war auch ein Börsengang von Dell oder eine umgekehrte Fusion mit VMware denkbar, wie das Unternehmen im Januar mitgeteilt hatte.

Michael Dell hatte die Firma im Jahr 2015 gemeinsam mit der Investmentfirma Silver Lake für rund 25 Milliarden Dollar gekauft und von der Börse genommen. 2016 kündigte Dell dann den Kauf des Speicherherstellers EMC an, damals die größte Übernahme der Technologiebranche überhaupt. Die Tracking Stocks wurden eingerichtet, um den 67 Milliarden Dollar schweren Deal zu stemmen.

VMware gehörte zum EMC-Konzern. Bei der Übernahme 2016 blieb VMware über die Tracking Stocks als eigenständiger Bereich an der Börse notiert, während Dell gut 80 Prozent der Anteile bekam. Jetzt bietet Dell den Besitzern dieser Tracking-Aktien jeweils 1,3665 Anteilsscheine von Dell Technologies oder 109 Dollar in bar an. VMware zahlt diesen Aktionären zudem eine Sonderdividende von elf Milliarden Dollar.

Michael Dell gehören weiterhin rund 72 Prozent von Dell Technologies. Er werde die Firma auch nach wie vor mit einem Fokus auf die langfristigen Ergebnisse führen, betonte Dell am Montag. Ein Argument dafür, das Unternehmen von der Börse zu nehmen, war, dem von Quartalsberichten getriebenen Erfolgsdruck der Anleger zu entgehen.

Dell war nach Zahlen der Markforschungsfirma IDC im ersten Quartal dieses Jahres die Nummer drei im weltweiten PC-Geschäft nach HP und Lenovo mit 10,2 Millionen verkauften Computern und einem Marktanteil von 16,9 Prozent.

Michael Dell hatte mit seiner 1984 gegründeten Firma die PC-Branche über ein Online-Direktverkaufs-Modell aufgemischt. Nach dem Abschied von der Börse setzte er auf das Software- und Cloud-Geschäft, um das jahrelange Schrumpfen des PC-Marktes abzufedern.

Mit Material von Bloomberg und dpa.

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