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Penguin Random House Bertelsmann kauft Buchsparte komplett

Der Buchverlag Penguin Random House gehört künftig zu 100 Prozent dem Medienkonzern Bertelsmann. Damit besinnt sich das Unternehmen auf seine Wurzeln.
18.12.2019 Update: 18.12.2019 - 16:32 Uhr Kommentieren
Das Medienhaus besinnt sich auf seine Wurzeln - und baut das Buchgeschäft aus. Quelle: dpa
Bertelsmann-Chef Thomas Rabe

Das Medienhaus besinnt sich auf seine Wurzeln - und baut das Buchgeschäft aus.

(Foto: dpa)

Düsseldorf Eine Frage scheint noch immer nicht geklärt: Wann wird der frühere US-Präsident Barack Obama fertig mit seinem neuesten Buch, das in der Verlagsgruppe Penguin Random House erscheinen soll? „Ich bin zuversichtlich, dass das im nächsten Jahr der Fall sein wird“, sagte Thomas Rabe, Vorstandschef des Medienkonzerns Bertelsmann, dem Handelsblatt.

Dann wird sich zeigen, ob Obama es mit dem publizistischen Erfolg seiner Gattin Michelle aufnehmen kann. Der gelang es, weltweit mehr als 11,5 Millionen Exemplare ihrer 2018 erschienen Autobiografie „Becoming. Meine Geschichte“ zu verkaufen.

Bertelsmann hat mehr denn je Interesse an den Erfolgen von Penguin Random House. Das Gütersloher Familienunternehmen wird nun alleiniger Eigentümer der weltweit größten Publikumsverlagsgruppe. Bertelsmann kauft die restlichen 25 Prozent der Firmenanteile von Minderheitsgesellschafter Pearson, einem britischen Bildungskonzern.

Beide Seiten haben sich auf eine Gesamtbewertung des Unternehmens von 3,7 Milliarden Euro geeinigt. Der Kaufpreis des letzten Viertels liegt bei 675 Millionen Dollar.

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    Es ist der dritte Schritt in einer Folge von Umstrukturierungen. 2013 hatten Bertelsmann und Pearson ihre Buchverlagsgeschäfte zusammengeführt. Der deutsche Konzern hielt mit 53 Prozent die Mehrheit an Penguin Random House, das britische Unternehmen besaß 47 Prozent. Vor zweieinhalb Jahren erhöhte Bertelsmann seinen Anteil auf 75 Prozent und zahlte dafür 780 Millionen Dollar.

    Die Übernahme, die im zweiten Quartal kommenden Jahres vollzogen werden soll, steht noch unter dem Vorbehalt der Kartellbehörden. Die deutsche Verlagsgruppe Random House ist bereits vollständig im Besitz von Bertelsmann und soll nun stärker mit der internationalen Gruppe zusammengeführt werden.

    Identität der Firma

    „Die Aufstockung auf 100 Prozent ist für Bertelsmann ein Meilenstein“, sagte Konzernchef Rabe. „Wir werden Penguin Random House in den nächsten Jahren weiter ausbauen, durch organisches Wachstum und Akquisitionen.“ Das Buchgeschäft gehöre zur Identität von Bertelsmann.

    „Für uns und unsere Aktionäre ist die Transaktion wirtschaftlich attraktiv, da sich der Anteil der Bertelsmann-Aktionäre am Konzernergebnis um mehr als 70 Millionen Euro jährlich erhöhen wird“, sagte Rabe. Insgesamt hat Bertelsmann im vergangenen Jahr einen Gewinn von 1,1 Milliarden Euro erwirtschaftet.

    Das Buchgeschäft ist die unternehmerische Heimat des 1835 gegründeten Gütersloher Konzerns. Mit der Aufstockung der Firmenanteile stärkt Rabe somit das ureigene Kerngeschäft.

    Bertelsmann legt von jeher Wert darauf, die vollständigen Firmenanteile der insgesamt acht Töchter zu besitzen, sei es der Zeitschriftenverlag Gruner + Jahr, die Printing Group und die Musiktochter BMG. Bei der umsatzstärksten Unternehmenstochter, der RTL Group, liegt der Anteil dagegen nur bei 75 Prozent.

    Der Dienstleister Arvato war bis zum vergangenen Jahr eine hundertprozentige Tochter. Mit dem CRM-Geschäft wurde ein Teil allerdings in ein Joint Venture mit der marokkanischen Saham Group verlagert.

    Bertelsmanns Buchgeschäft entwickelt sich gut. Im vergangenen Jahr stieg der Umsatz von Penguin Random House um 1,3 Prozent auf 3,4 Milliarden Euro. Damit ist die Buchtochter einer der stärksten Bereiche des 17-Milliarden-Euro-Konzerns. Das operative Ebitda des Buchgeschäfts legte um 1,3 Prozent auf 528 Millionen Euro zu.

    „Die Komplettübernahme unterstreicht die Überzeugung von Bertelsmann, dass das Buch und das Lesen eine gute Zukunft haben und das Unternehmen wachsen kann in den nächsten Jahren“, sagte Markus Dohle, CEO von Penguin Random House, der das Unternehmen seit 2013 führt. Das prognostizierte weltweite Wachstum des Buchmarkts liegt bei ein bis zwei Prozent. „Unsere Buchsparte soll stärker wachsen als der Markt“, kündigte Rabe an.

    Wachstum will er einerseits organisch erzielen, andererseits durch Zukäufe ermöglichen. In diesem Jahr hat Penguin Random House fünf mittelgroße Verlage erworben. „Künftig können wir aktiver unterwegs sein“, sagte Rabe. Interessant seien die USA, der spanischsprachige Raum sowie Indien. Bei den Genres hält er vor allem das Kinder- und Jugendsegment für wachstumsstark.

    Penguin Random House umfasst 275 unabhängige Verlage; weitere 47 Buchverlage gehören zur deutschen Verlagsgruppe mit Sitz in München, darunter C. Bertelsmann, Goldmann, Heyne, Knaus und Siedler. Zu den Autoren gehören neben den Obamas Bestsellerautoren wie John Grisham und Dan Brown. Einer der ersten großen Erfolge von Dohle war das Verlegen der Erotik-Buchreihe „Fifty Shades of Grey“.

    Für die britische Pearson bedeutet dies dagegen einen Abschied vom Mediengeschäft. „Damit kann sich Pearson nun ganz auf den Ausbau zum weltweit führenden E-Learning-Unternehmen konzentrieren, indem man Bildung mit der beruflichen Verwendbarkeit und den entsprechenden Fähigkeiten verknüpft“, sagte Vorstandschef John Fallon in einer Mitteilung.

    Die Transaktion stehe im Einklang mit der eigenen Verschlankungsstrategie. Bereits 2015 hatte das Unternehmen die „Financial Times“ und den 50-prozentigen Anteil am „Economist“ verkauft.

    Mehr: Welche Buch-Neuerscheinungen waren 2019 wichtig? Das sind die Weihnachtsempfehlungen der Handelsblatt-Redaktion im Bereich Technologie.

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