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Mark Zuckerberg

Sein Geschäft ist wirtschaftlich hochprofitabel und politisch hochumstritten.

(Foto: imago images / photothek)

Persönlichkeit der Woche Fast könnte man sagen: Zuckerbergs Werbe-Tour durch Deutschland war ein Erfolg

Der Facebook-Chef kämpft mit dem Imageschaden durch Datenskandale. In Berlin suchte er diese Woche Unterstützer. Doch die Skepsis blieb groß.
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DüsseldorfIn manchen Jahren programmiere er Künstliche Intelligenz, damit sein Haushalt besser funktioniert, in anderen Jahren lerne er Mandarin, um vielleicht die Landessprache seiner Ehefrau zu verstehen. Jedes Jahr stelle er sich eine neue „Challenge“, sagt Mark Zuckerberg, Gründer von Facebook, in einem Video.

2019 wird ein altruistisches Jahr, er kümmert sich um nicht weniger als die Gesellschaft: Er will mit Experten die Zukunft von Technologien diskutieren. Der erste Teil mit Harvard-Professor Jonathan Zittrain fiel hierzulande kaum auf, der zweite Teil mit Mathias Döpfner, Chef des Medienkonzerns Axel Springer, dafür umso mehr.

Das einstündige Gespräch, das am Sonntag in der Nähe von Berlin aufgezeichnet wurde, verbreitete sich am Montag über Zuckerbergs Facebook-Kanal in Windeseile millionenfach. Die Gesetze der sozialen Netzwerke machen es möglich. Segen und Fluch zugleich.

Zuckerberg hat 2004 das Unternehmen Facebook gegründet, das inzwischen mehr als zwei Milliarden Nutzerkonten zählt. Der Börsenwert liegt bei 140 Milliarden Dollar – daran ändern auch diverse Datenskandale, die mit der Enthüllung der britischen Datenfirma Cambridge Analytica ihren Anfang nahmen, wenig. Am Dienstag, einen Tag nach seinem Deutschlandbesuch, als Zuckerberg bereits in Irland weilte, erreichte die Aktie mit 174 Dollar den höchsten Wert seit sieben Monaten.

Zuckerbergs Geschäft ist beides: wirtschaftlich hochprofitabel und politisch hochumstritten. Das Werbegeschäft, auf dem das blaue Imperium fußt, hat allein im vergangenen Weihnachtsquartal einen Rekordgewinn von 6,7 Milliarden Dollar abgeworfen. Parallel werden die Diskussionen über eine Zerschlagung übermächtiger Tech-Konzerne wie Facebook und Google lauter. Die Politik ist alarmiert – und Zuckerberg handelt.

Mehr staatliche Regeln

Im Gespräch mit Döpfner, der in seiner Rolle als Präsident des Bundesverbands der Deutschen Zeitungsverleger die Autorität der Branche darstellt, versprach Zuckerberg, er werde vertrauenswürdige Nachrichten auf seiner Plattform künftig besser schützen. In einem Gastbeitrag, parallel in der „Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung“ und der „Washington Post“ lanciert, forderte er sogar mehr staatliche Regeln für Unternehmen wie das seine – und inszenierte sich geschickt als Datenschützer.

Am Montag schlossen sich in Berlin einige Treffen an: Justizministerin Katarina Barley sprach mit ihm, CDU-Chefin Annegret Kramp-Karrenbauer ebenfalls. Und auch Grünen-Chef Robert Habeck, der kürzlich aus Protest sein Facebook-Konto gelöscht hatte.

Abends dann ein Dinner mit prominenter Besetzung. Vodafone-Chef Hannes Ametsreiter, Ex-„Bild“-Chef Kai Diekmann und Digitalstaatsministerin Dorothee Bär ließen stolz Bilder von sich und dem Gast aus Amerika veröffentlichen.

Fast könnte man sagen: Zuckerbergs Deutschlandtour war ein voller Erfolg. Aber die Skepsis bleibt doch. Nach ihrem 45-minütigen Gespräch mit dem Facebook-Gründer meinte etwa SPD-Politikerin Katarina Barley: Facebook habe bereits heute alle Möglichkeiten, um größtmöglichen Datenschutz für die User zu garantieren – unabhängig von staatlicher Regulierung.

Damit zerpflückte sie Zuckerbergs Forderung nach mehr Regeln, die er am liebsten auf internationaler Ebene verankert sehen würde. „Stattdessen vergeht kaum ein Monat ohne einen neuen Sicherheitsskandal.“ Sie sei daher „überrascht“ von den Vorschlägen des Facebook-Chefs.

Wie um Barleys Worten mehr Gewicht zu verleihen, kam pünktlich am Donnerstag die nächste Datenleckmeldung: Zwei Unternehmen haben ungeschützt Informationen von Facebook-Nutzern bei einem Cloud-Dienst von Amazon gespeichert. Dabei soll es sich um 540 Millionen Kundendaten handeln.

Meldungen wie diese werden den Druck auf Zuckerbergs Firma weiter erhöhen. Der Mann, der 2006 das Studium abbrach, um einen Milliardenkonzern aufzubauen, verließ Deutschland aber nicht ohne Ankündigung: Facebook werde im Juni in Berlin Experten zu einer Debatte über ein unabhängiges Aufsichtsgremium zusammenbringen.

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