Personalisierte Werbeanzeigen Yahoo und AOL durchsuchen E-Mail-Postfächer zu Marketingzwecken

Reist er viel? Interessiert sie sich für Finanzthemen? Yahoo und AOL scannen Kunden-Postfächer für personalisierte Werbung. Darin sieht Mutterkonzern Oath kein Problem.
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Yahoo und AOL sind die einzigen großen E-Mail-Anbieter in den USA, die Posteingänge zu Marketingzwecken scannen. Quelle: Reuters
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Yahoo und AOL sind die einzigen großen E-Mail-Anbieter in den USA, die Posteingänge zu Marketingzwecken scannen.

(Foto: Reuters)

DüsseldorfE-Mail-Konten von den Anbietern Yahoo und AOL werden offenbar zu Marketingzwecken gescannt: Mitarbeiter von Oath, der Werbe-Tochter des größten US-Mobilfunkbetreibers Verizon, durchsuchen einem Bericht des „Wall Street Journals“ zufolge die Postfächer nach Hinweisen, welche Werbeanzeigen zum Kunden passen könnten. Yahoo und AOL gehören zu Oath.

Mehr als 200 Millionen Yahoo-Konten könnten betroffen sein, schreibt das Blatt und bezieht sich dabei auf ehemalige Oath-Mitarbeiter und Personen, die an Präsentationen des Unternehmens teilgenommen hatten.

Oath wurde 2017 mit dem Ziel gegründet, Google und Facebook auf dem Werbemarkt Konkurrenz zu machen. Zu dem Unternehmen gehören zahlreiche beliebte Websites, beispielsweise das Nachrichtenportal „Huffington Post“ und „Yahoo Finance“. Unter anderem auf diesen Seiten bietet Oath Werbeanzeigen an.

Das Scannen von Mails ist Doug Sharp zufolge eine der effektivsten Methoden des Unternehmens, um die Auswahl von Werbeanzeigen zu verbessern, sagte der Vizepräsidenten für den Bereich Daten und Messungen bei Oath. Es würden jedoch ausschließlich kommerzielle Mails durchsucht, beispielsweise Newsletter, Rechnungen oder Werbenachrichten, sagte er dem „Wall Street Journal“.

Wer beispielsweise Bestätigungen von Online-Brokerkonten erhält, den kategorisiert das System als „Investor“, für den Werbeanzeigen aus der Finanzbranche infrage kommen. Nutzer, die im vergangenen Jahr mehrfach online Flüge gebucht hatten, erhalten das Label des „Frequent Travellers“. Den jeweiligen Gruppen können Unternehmen dann Werbung anzeigen lassen.

Bestimmte sensible Themenfelder werden Oath zufolge ausgespart, beispielsweise Informationen über den Gesundheitszustand. Zudem könnten die Kunden in ihren Einstellungen festlegen, dass ihre Mails nicht gescannt werden.

Die Kunden sollten die Weitergabe von ihren persönlichen Daten als Gegenleistung für ihr kostenfreies E-Mail-Konto betrachten. Denn: „E-Mail ist ein teures System“, sagte Sharp. Deshalb sei der Datenaustausch „vernünftig und ethisch“. Kunden bevorzugten Sharp zufolge sowieso personalisierte Werbung gegenüber zufällig ausgespielten Anzeigen.

Yahoo und AOL sind die einzigen großen E-Mail-Anbieter in den USA, die Posteingänge zu Marketingzwecken scannen. Google, der weltweit beliebteste Provider mit 1,4 Milliarden Nutzern, verkündete, seit einem Jahr keine Postfächer mehr systematisch nach Daten zu durchsuchen. Microsoft gab an, noch nie E-Mail-Daten für Werbezwecke verwendet zu haben.

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