Playstation 4 Dieser Knüppel ist Sonys Hoffnung

Mit der nächsten Generation der Spielekonsole Playstation will der japanische Elektronik-Konzern zu alter Stärke zurückfinden. Zum Weihnachtsgeschäft soll das Gerät erhältlich sein. Doch Beobachter sind skeptisch.
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So sieht die neue Playstation 4 aus

New YorkSony wagt den radikalen Bruch mit der Vergangenheit. Die kommende Playstation 4 soll nicht nur die Spielesparte des japanischen Elektronikriesen wiederbeleben. Die integrierte Entertainment-Plattform soll nach dem Willen des jungen Konzernchefs Kazuo Hirai den taumelnden Elektronikriesen wieder in die Top-Liga der Elektronik-Konzerne zurückführen und zu einer Macht in der Welt des Social Internets machen will. Aber bei der gestern Abend in New York mit großem Aufwand betriebenen Präsentation blieb es bei großen Worten und vielen Versprechungen.

„Wir sind stolz, die Playstation 4 vorzustellen“, bemühte sich Sony-Top-Manager Andrew House die Stimmung im voll besetzten Saal des Hammerstein Theaters in New York anzuheizen.

Das Steuergerät der Playstation 4. Quelle: PR

Das Steuergerät der Playstation 4.

(Foto: PR)

Der Vorhang hob sich und es erschien: Nichts. Noch existiert Sonys wichtigstes Produkt des laufenden Jahres nur in den Köpfen der Manager und in Hardware-Simulationen. Erst am Ende verkündete ein eingeblendeter Schriftzug: „PS4 – kommt Weihnachten 2013.“

Dabei sind die Probleme groß und Sony weiß es: „Das Wohnzimmer ist nicht mehr der Mittelpunkt des Spieleerlebnisses“, räumt der Präsident der Spielesparte von Sony ein. Smartphones und Tables haben sich ihren Platz im Markt erobert und nagen an der Verkaufszahlen der teuren Wohnzimmerkonsolen wie Playstation oder der Xbox 360 des Konkurrenten Microsoft. Dabei Sony braucht einen Erfolg dringend. Denn auch in anderen Sparten läuft es für den einst erfolgsverwöhnten Konzern nicht gut: So war Sony bei Fernsehern früher Weltspitze, heute macht das Geschäft den Japanern schwere Sorgen.

Die Playstation war der Erfolgsschlager von Sony. Das erste und zweite Modell verkaufte sich jeweils mehr als 100 Millionen Mal, Sony setzte Milliarden mit ihnen um. Die Geräte waren mit Abstand Marktführer. Doch die 2006 eingeführte Playstation 3 kämpfte zeitlebens mit Problemen: Nintendo hatte mit der WII ein echtes Konkurrenzmodell auf den Markt gebracht, die Verkäufe gingen zurück, die Sparte rutschte in die Verlustzone.

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6 Kommentare zu "Playstation 4: Dieser Knüppel ist Sonys Hoffnung"

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  • @Konstantin: Toller Kommentar, genau das hab ich mir bei jedem Kommentar gedacht. Ein mobile Spiele sind kurzweilig und erschließen einen ganz anderen Markt. Hardcore Gamer sind eine ganz andere Zielgruppe und werden davon kaum kanabalisiert. Vielmehr sinkt der Markt weil die Kundschaft raus wächst, Zeit und Geld für komplexe Spiele/Konsolen knapp wird. Neue junge Leute haben eine riesige Bandbreite an Unterhaltungsmöglichkeiten und begeistern sich weniger für Konsolen als die Hype Generation der 90er.

  • Henry Maske ist noch einmal zurückgekommen und hat es allen bewiesen ;) Aber Spaß bei Seite. Sony hat ein Spielhandy mit integriertem Controller in Form des Sony Ericsson Xperia Play veröffentlicht. Ich hatte es das ein oder andere Mal in der Hand und fand es wirklich gut. Das Problem ist hierbei jedoch der Developer Support. Die Steuerung eines Spiels muss gezielt auf das Gamepad das Xperia Plays angepasst werden, de facto sind mobile Games jedoch verhältnismäßig hoch standardisierte Produkte. Sprich sie werden für die Hand voll gängiger Betriebssysteme standardisiert und angeboten. Für ein Gerät alleine Modifikationen vorzunehmen bedeutet dabei einen erhöhten Kostenaufwand, der sich wohl nur durchgesetzt hätte wenn das Xperia Play wirklich starke Verkaufszahlen aufgewiesen hätte...

  • They never will come back! Was man gemeinhin über abgetretene Boxer sagt (Ausnahmen bestätigen die Regel) gilt wohl auch für die Spielekonsolen.
    Vor etwa 10 Jahren sagte der Chef eines großen Computerunternehmens auf die Frage, wovor hast Du am meisten Angst, die Antwort lautete: "Vor Spielekonsulen". Es folgte die Begründung, sie haben die Stückzahlen, sie haben die Spiele und dafür erforderlich Entwickler, wenn die aus ihren Konsolen einen PC machen, dann müssen wir uns warm anziehen.
    Doch die Chance ist verpasst, spätestens nach dem Erfolg des Ipones ätte ein Game-/PC-Device mit Android entwickelt werden müssen. Die Architektur von Windows ist für Spiele eigentlich unattraktiv, Apple macht sein eigenes Ding, der Umstieg auf Android wurde verpennt.
    Als Ergänzung hätte Sony eine GameHandy auf den Markt bringen können, für Spiele light hätte das vor drei Jahren gereicht und die Hardwaregamer hätten dann zusätzich die Heim-Konsole+PC gehabt und Neuerdings sind ja auch Smartphone tauglich für Hardcoregamer und ein PC vermisst man mit einem Tablett auch nicht mehr.
    Was hatte Stringer beschworen:" Den Fehler mit dem Walkman werden wir nicht noch einmal wiederholen". Nun, sie haben es getan und heute ist Sony auf verlorenem Posten, auch bei Fernsehern, ein Übernahmekandidat, bloß sie wissen es noch nicht.
    Mit Zubehör mache ich aus guten Smartphones oder Tabletts eine vollwertige Konsole und habe gleichzeitig einen Computer und ein Telefon.
    Es wird wohl nicht mehr viele Freaks geben, die noch Sinn in der Konsole sehen.
    Es wird immer weniger Spiele geben, die nicht auf Tabletts oder Smartphone laufen.
    Und die Kosten für Konsolen sind zu hoch, die Architekturen sind veraltet für und einen kompletten Umstieg ist es zu spät, also Time to go,

  • Um das noch zu Ende zu bringen:
    Es gibt sicherlich momentan so manche Unsicherheiten im Videospiele-Markt. Inbesondere bei der Wahl der Geschäftsmodelle (hier wachsen vermehrt neue Alternativen heran) und bei der Distribution (wann wird nur noch digital distribuiert?).
    Hinzu kommt das Industriegrößen, wie z.B. Sony, in den vergangenen Jahren erschreckende Fehlentscheidungen trafen (wen wundert es das die Vita floppte, was reitet ein Unternehmen dazu in der Hype-Phase von Mobile-Gaming mobilen Geräte mit einem Handheld konkurrieren zu wollen?). Hinzu kommt dass die Konsolenhersteller meinten sie könnten mit ihren Motion Capture Technologien den Lebenszyklus der aktuellen Generationen erhöhen. Das hat sich als schwerwiegender Fehler herausgestellt (Grund: Motion Capture Konzepte eignen sich primär für Casual Games, die Kunden von MS und Sony sind jedoch Hardcore Spieler. s.o.) Nun ist die aktuelle Konsolengeneration zu lange auf dem markt und der Hype flaute ab, während ein Hype um Mobile Games entstand.
    Anleger haben widerrum oft wenig Verständnis für das Gefüge des Videospielmarktes und hangeln sich daher rein an Kennzahlen durch das Thema, und ja momentan sind die mobilen Zahlen beeindruckend. Hinzu kommen dann noch Zitate von Leuten aus der mobilen Industrie, die natürlich Hardcore Games tot reden...

    Die viel interessantere Frage ist aber die nach der Zukunft der Konsolen. Der technische Fortschritt zwingt schließlich die Frage auf, ob es sich bei der neuen Konsolengeneration nicht tatsächlich um die letzte handeln wird. Gaikai (Sony Cloud) hat es gestern ironischerweise vorgemacht, Cloud-Gaming Plattformen hätten durchaus das Potenzial klassische Konsolen zu substituieren sollte es die Entwicklung der Breitband-Netze zukünftig erlauben, durch digitale Distribution eröffnen sich viele neue Wege...

  • Vielen Dank für diesen Kommentar.
    Einfach erfrischend und sehr zutreffend.

  • Liebe Handelsblatt Redaktion,

    wenn es aber um die Gaming Industrie geht verrennt ihr euch nach und nach. Ja, Mobile Gaming hat hohe Wachstumszahlen und erzielt vereinzelt hohe Gewinne. Das liegt aber daran, dass sich der Gaming Markt immer weiter neuen Kundengruppen öffnet. So kann man grob zwei Kundengruppen unterscheiden. Casual und Hardcore Gamer.

    Casual Gamer spielen Spiele nebenbei und vermehrt in eher kurzen Sessions. Casual Games sind eher kleine Spiele, technisch nicht besonders anspruchsvolle Puzzles und Simulationen. Solche Spiele spielt man kurz mal zwischendurch auf einem mobilen Endgerät.

    Hardcore Games sind die Premium Produkte auf Konsolen und Computern, deren technische Komplexität, Spielmechaniken und Umfang in einer ganz anderen Liga spielen als Casual Games. Casual und Hardcore Games sind somit strategische Gruppen die nicht direkt miteinander konkurrieren. Hardcore Gamer spielen gezielt komplexe Spiele.

    Mobile Games werden das nicht ändern. Sicherlich kaufen auch Hardcore Gamer Mobile Games um unterwegs zwischendurch etwas zu daddeln,aber das heißt nicht das sie deswegen keine Hardcore Games mehr kaufen. Hier findet eher ein sowohl-als-auch statt. Fakt ist schließlich dass mobile Endgeräte noch lange nicht an die Spiele von Konsolen wegen ihren Steuerungselementen und technischen Begrenzungen anschließen können. Ehemalige Konsolenspieler werden nicht einfach nur noch mobil spielen, dafür ist die Qualität des Spielerlebnises noch zu weit hinter Konsolen und PCs. Ganz vereinfacht ausgedrückt: Die Spieler die in den vergangenen Jahrzehnten zu Konsolen Spielern heranwuchsen und Premiumspiele gewohnt sind fahren sozusagen einen Porsche. Nun ist ein interessanter Kleinwagen zum erschwinglichen Preis auf dem Markt erschienen. Das Fahrerlebnis ist jedoch nicht vergleichbar mit dem Porsches. So wird ein Zweitwagen angeschafft der situationsbedingt sehr nützlich ist, der große Fahrspaß steckt aber im Porsche...

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