Politiker befürchten Cyberattacken Sorge um Deutschlands größten Internet-Knoten

Frankfurt am Main ist nicht nur ein regionaler Datenumschlagplatz, sondern quasi die Welthauptstadt des Internets. Das könnte Cyberterroristen auf den Plan rufen, befürchten Politiker und warnen vor den Folgen.
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DE-CIX-Rechenzentrum in Frankfurt am Main: Das Internet passt in vier Schränke, jeder zwei Meter hoch, einen halben Meter breit und verbunden mit einem Bündel gelber Glasfaserkabel. Quelle: ap

DE-CIX-Rechenzentrum in Frankfurt am Main: Das Internet passt in vier Schränke, jeder zwei Meter hoch, einen halben Meter breit und verbunden mit einem Bündel gelber Glasfaserkabel.

(Foto: ap)

BerlinPolitiker von Union und SPD befürchten, dass auch kritische Infrastrukturen in Deutschland wie der große Internetknoten in Frankfurt ins Visier von Cyberterroristen geraten könnten. „Von einer wachsenden Bedrohung von Cyberangriffen auf Betriebe der kritischen Infrastrukturen müssen wir ausgehen“, sagte der hessische Innenminister Peter Beuth (CDU) dem Handelsblatt (Online-Ausgabe). „Hiergegen müssen wir uns schützen, um die Funktionsfähigkeit der kritischen Infrastrukturen sowie die Sicherheit der Daten der Bürgerinnen und Bürger zu gewährleisten.“

Gerade vor dem Hintergrund einer sich ständig wandelnden Bedrohungslage, müsse man „äußerst wachsam“ sein, betonte der Minister. Beuth sagte jedoch auch: „Angriffe sind nicht zu vermeiden, ihre Abwehr ist alltägliche Praxis und eine ständige Herausforderung.“ Die Betreiber kritischer Infrastrukturen nähmen die wachsende Cyber-Bedrohung aber „sehr ernst und gehen damit auch verantwortungsvoll um“.

„Der Internetknoten in Frankfurt ist sicher ein ganz zentraler Punkt, der bestens geschützt werden muss“, unterstrich der Vize-Vorsitzende der Unions-Bundestagfraktion, Thomas Strobl, im Gespräch mit dem Handelsblatt (Online-Ausgabe). Der Schutz des Knotens wie der gesamten Netze in Deutschland sei aber Aufgabe der privaten Betreiber. „Der Staat kann hier mit seiner Expertise in Sicherheitsfragen unterstützen.“

Strobl und Beuth reagierten damit auf Äußerungen des Chefs der Münchner Sicherheitskonferenz, Wolfgang Ischinger. Dieser hatte im Interview mit dem Handelsblatt (Online-Ausgabe) am Dienstag gesagt: „Wenn der große Internetknoten in Frankfurt für ein paar Stunden ohne Strom wäre, würde die gesamte europäische Banken-Industrie lahmgelegt.“ Es müsse damit gerechnet werden, „dass Gruppen, die ohnehin internetaffin sind, offensive Mittel der Cybertechnologie anwenden und ihren Gegnern Schaden zufügen“.

Die Sorge ist nicht unbegründet, wenn man sich vergegenwärtigt, dass Frankfurt inzwischen als „Welthauptstadt des Internets“ gilt.

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