Produktionsfirma Brainpool Raab-Rückzug kostet 80 Arbeitsplätze

Brainpool produziert bisher 200 Stunden Programm im Jahr mit Stefan Raab. Ob irgendeines dieser Formate 2016 ohne den Entertainer fortgeführt wird, ist ungewiss. Die Firma hat deshalb 80 Mitarbeitern gekündigt.
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Der Abschied des Entertainers kostet bei Brainpool 80 Jobs. Quelle: dpa
Stefan Raab

Der Abschied des Entertainers kostet bei Brainpool 80 Jobs.

(Foto: dpa)

HamburgDie Kölner Produktionsgesellschaft Brainpool hat wegen des angekündigten Rückzugs von Stefan Raab aus dem Fernsehgeschäft 80 ihrer 230 Mitarbeiter zum Jahresende betriebsbedingt gekündigt. Das sagte eine Unternehmenssprecherin dem Handelsblatt und bestätigte damit einen Bericht des Branchendienstes DWDL. Die Mitarbeiter wurden am Dienstagvormittag über diesen Schritt unterrichtet.

Betroffen von den Kündigungen sind nicht nur die Mitarbeiter von Raabs Late-Night-Show „TV Total“, die bisher vier Mal die Woche bei Pro Sieben läuft. Auch andere Beschäftigte, die bisher für die Formate des Entertainers arbeiten, müssen gehen. Insgesamt füllt Raab mit Shows wie „Bundesvision Songcontest“, „Schlag den Raab“, „Wok WM“ und eben „TV Total“ jährlich etwa 200 Stunden im Programm von Pro Sieben. Ob einige dieser Sendungen 2016 nach dem Rücktritt Raabs fortgesetzt werden und, wenn ja, welche ist derzeit völlig ungewiss.

Verkündet wurden die Stellenstreichungen von den Brainpool-Geschäftsführern Jörg Grabosch und Andreas Scheuermann. Raab selbst erschien nicht. Das kam bei der Belegschaft nicht sonderlich gut an: Der 48-Jährige hält – ebenso wie die Geschäftsführer und der Produzent Ralf Günther – 12,5 Produzent der Brainpool-Anteile. Hauptgesellschafter der Firma ist die Produktionsgesellschaft Banijay Entertainment, der 50 Prozent der Brainpool-Anteile gehören.

Das waren die Quotenhits der Entertainment-Kanone
TV Total
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Die Kernmarke: Mit „TV Total“ ging er erstmals im März 1999 bei Pro Sieben auf Sendung - und lockte mit seinem Mix aus Klamauk, TV-Schmankerln und Promis jeden Montagabend regelmäßig etwa vier Millionen Zuschauer vor die Bildschirme. Später wurde das Format ausgebaut und lief viermal wöchentlich. Bislang moderierte er seine Sendung 2180 Mal. Im Laufe der Jahre entwickelte er etliche Ideen und Showformate. So zum Beispiel...

Absolute Mehrheit - Meinung muss sich wieder lohnen
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Im November 2012 wollte es der Visionär des deutschen Privatfernsehens mal wieder wissen. Raab stieg ins Polit-Talk-Geschäft ein. In seinem Format „Absolute Mehrheit – Meinung muss sich wieder lohnen“ konfrontierte der Moderator fünf Talkgäste aus der Politik mit dem Votum der Zuschauer.

TV-Duell
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Zudem moderierte er im September 2013 gemeinsam mit Anne Will, Maybrit Illner und Peter Klöppel (von links) das TV-Duell zwischen Bundeskanzlerin Merkel (CDU) und dem SPD-Kanzlerkandidaten Steinbrück.

TV Total Stock Car Crash Challenge
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In der Arena auf Schalke, dort, wo normalerweise Fußballer ihre Stollen in den Rasen hauen, gab sich Raab mehrfach die Ehre bei der „TV Total Stock Car Crash Challenge“. Dabei gaben sich verschiedene Teams viel Mühe beim Verschrotten von Autos.

Box-WM
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Profiboxerin Regina Halmich schickte Raab im Jahr 2001 fernsehtauglich auf die Bretter und puschte neben seinem Gesicht auch seine Quote. Da schmerzten die Schläge wohl nicht wirklich. Zudem hatte Raab längst auch andere Pläne, die voll aufgingen...

Wok-WM
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Es folgten Ausflüge in skurrile Sportevents: Das Eisbahnrennen mit Wok fand bereits in mehrfacher Auflage statt. Raab gelang es immer wieder, Promis dazu zu bringen, sich in einer asiatischen Essensschale den Eiskanal herabzustürzen, oder auch vom Sprungturm ins Schwimmbecken – stets gegen einen entsprechenden Obolus.

TV Total in mehreren Varianten
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Weitere Showformate hießen „TV Total Quizboxen“, „Das TV Total Turmspringen“ und „Der große TV Total Parallelslalom“.

Brainpool setzte laut Bundesanzeiger 2013 fast 91 Millionen Euro um, der Jahresüberschuss lag bei 10,5 Millionen. Dass die Erlöse im Vergleich zum Vorjahr um 27 Prozent sanken, lag ebenfalls an Raab: Er hatte 2013 die für Brainpool lukrative Produktion der Ausscheidungsshows für den deutschen Beitrag beim European Song Contest (ESC) aufgegeben, die bei ARD und Pro Sieben liefen.

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  • Das Schlechteste von Raab war die Werbung für den EHLENDEN EUROPA_SONG_CONTEST. Diese ehlende Schmierenkomödie im Auftrage der EU-Propaganda. Das hätte er lassen sollen !

    Das Beste ist, dass er endlich aufhört, weil RTL, PRO7 usw alle unterwandert werden von Propaganda, Politik, Bertelsmann usw. um den Menschen Freiheit, Souränität, Werte und Moral abzugewöhnen (...)

    Beitrag von der Redaktion editiert. Bitte bleiben Sie sachlich. 

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