Projekt GigaJam Microsoft setzt auf Business-Anwendungen

Microsoft bereitet sich in diesen Wochen nicht nur auf eine neue Windows-Version vor. Bei dem Unternehmen tragen inzwischen auch die Vorstellungen den neuen Konzernchefs Nadella zu neuartigen Business-Lösungen Früchte.
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Mit mehreren Apps und Programmen unter dem Titel „GigaJam“ will der Software-Riese Microsoft die Arbeit mit Dokumenten erleichtern. Quelle: ap
Kollaboratives Arbeiten

Mit mehreren Apps und Programmen unter dem Titel „GigaJam“ will der Software-Riese Microsoft die Arbeit mit Dokumenten erleichtern.

(Foto: ap)

OrlandoMicrosoft-Chef Satya Nadella will mit einem Bündel neuer Business-Anwendungen das Geschäft des weltgrößten Software-Konzerns ankurbeln. Auf einer Partnerkonferenz in Orlando (US-Bundesstaat Florida) kündigte Nadella unter anderem das Projekt GigaJam an, mit dem Informationen und Aufgaben in neuartiger Weise in Unternehmen oder Organisationen verteilt und abgearbeitet werden können. „Project GigaJam ist ein Meilenstein auf dem Weg, Produktivität und Businessprozesse neu zu erfinden“, sagte Nadella. Bei GigaJam und anderen Lösungen spielt die virtuelle Sprachassistentin Cortana eine maßgebliche Rolle.

GigaJam besteht aus einer Reihe von Apps, die nicht nur auf einem Windows-PC laufen, sondern auch für Android- und Apple-Smartphones sowie Tablet-Computer verfügbar sind. Mit ihnen kann man Business-Informationen – von E-Mails bis hin zu Geschäftszahlen aus einer Datenbank – auf virtuelle Karten packen, mit Aufgaben versehen und im Unternehmen teilen. Dabei können die Anwender sehr detailliert bestimmen, welche Informationen weitergereicht werden sollen und welche vertraulich bleiben sollen. Die Arbeit an den Zahlen und Dokumenten findet nicht parallel in einem Diskussionsforum statt, sondern fließt in die Originaldateien ein.

So sieht das neue Windows 10 aus
Nach 8 kommt 10
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Auf 8 folgt 10: Microsoft überspringt bei der Benennung seines Betriebssystems Windows eine Nummer. Damit wolle der Konzern den großen Entwicklungssprung verdeutlichen, sagte Microsoft-Manager Joe Belfiore bei der Präsentation im Herbst 2014.

Neues Startmenü
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Windows 10 bekommt ein Startmenü, wie es Nutzer von Windows 7 kennen. Daran docken sich die aus Windows 8 bekannten Apps mit ihren rechteckigen Kacheln an. Sie aktualisieren sich selbständig und zeigen etwa neue E-Mails, Nachrichten oder das aktuelle Wetter an.

Tauglich für alle Geräte
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Ein Betriebssystem für alle: Der Kern von Windows 10 soll nicht nur auf PCs laufen, sondern auch auf Tablets, Smartphones und der Xbox. Die Benutzeroberfläche wird an das jeweilige Gerät angepasst, wie Microsoft-Manager Terry Myerson hier erklärt.

Datenbrille Hololens
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Auch die Datenbrille Hololens soll sich mit Windows 10 ansteuern lassen – das Gerät blendet virtuelle Informationen über das Bild der Realität.

Alles auf einer Oberfläche
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Apps aus dem Windows Store werden künftig in Fenstern auf dem Desktop geöffnet – nicht auf der Kacheloberfläche, wie es in Windows 8 der Fall ist. Die zwei unterschiedlichen Oberflächen sorgen derzeit bei vielen Nutzern für Verwirrung. Die App-Fenster lassen sich verschieben, größer oder kleiner machen und mit einem Klick minimieren oder schließen.

Geöffnete Anwendungen
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Mit einem Klick bekommen Nutzer einen Überblick, welche Anwendungen gerade laufen, fein säuberlich nebeneinander aufgereiht – ähnlich wie man es beispielsweise von iPhone und iPad kennt.

Unterschiedliche Desktops
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Eine Übersicht für die Arbeit, eine für Spiele, eine für private Bankgeschäfte: Mit Windows 10 können Nutzer mehrere Desktops einrichten und ohne großen Aufwand dazwischen hin- und herschalten.

Die Handschrift von Nadella, der sich für eine technologische Öffnung von Microsoft starkgemacht hat, erkennt man nicht nur daran, dass auch Geräte von Wettbewerbern wie Apple und Google in das Konzept einbezogen wurden. GigaJam setzt nicht auf klassische Entwicklungswerkzeuge von Microsoft auf, sondern bedient sich moderner Webtechnologien wie HTML5, JavaScript und REST.

In Orlando stellte Nadella außerdem das Software-Paket Cortana Analytics vor, mit dem Anwender Geschäftsentwicklungen vorhersagen sowie Entscheidungsfindungen „weitgehend automatisieren“ können. Ähnlich wie die Konkurrenzlösung „Watson“ von IBM soll Cortana Analytics über eine „intelligenten Auffassungsgabe und Datenverarbeitung“ verfügen, zum Beispiel im Rahmen von Text- oder Sprachanalysen. Dazu zählen wiederum die digitale Assistentin Cortana sowie Werkzeuge zur Sprach- und Gesichtserkennung und zur Analyse von Texten, Bildern und komplexen Daten.

Hassobjekt, Marktbeherrscher, Nachahmer
Gründertruppe
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Die Belegschaft von Microsoft im Jahr 1978 mit den beiden Microsoft-Gründern Bill Gates (erste Reihe, links) und Paul Allen (erste Reihe, rechts). Gegründet wurde die Firma am 4. April 1975 in Albuquerque, New Mexico. (Foto: Microsoft/dpa)

Gründer Bill Gates (r.) und Paul Allen
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Im Jahr 1981 posieren Bill Gates (rechts) und Paul Allen.

Bill Gates hat sich mittlerweile auf eine Beraterrolle im Unternehmen zurückgezogen und ist als Philanthrop tätig. Paul Allen hat ebenfalls Milliarden mit Microsoft gemacht, spendet einen Teil seines Vermögens. Er investiert aber auch etwa in Sport-Mannschaften. Ihm gehören die Seattle Seahawks (American Football) und die Portland Trail Blazers (Basketball).

MS DOS
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Die Basis für den Firmenerfolg legten Allen und Gates mit dem Betriebssystem MS-DOS, das Computern Leben einhauchte. Die grafiklose Bedienoberfläche war lange ein Weg, um auch das spätere Betriebssystem Windows aus dem Hause Microsoft zu konfigurieren. In Abwandlungen hat die grafiklose Bedienoberfläche bis heute überlebt.

Windows 1.0
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Die Packung der ersten Version des Betriebssystems Microsoft Windows. Das damals als Erweiterung zu MS-DOS veröffentlichte Programm kam erstmals 1985 auf den Markt. In den Folgejahren sollte Windows das Fundament für ein Milliardenimperium werden. Es war allerdings nicht das erste Betriebssystem mit grafischer Benutzeroberfläche – IBM und Apple hatten bereits vorher die Idee umgesetzt. (Foto: Szilveszter Farkas)

Der junge Bill Gates
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Ein undatiertes Foto zeigt den jungen Bill Gates in seinem Arbeitszimmer. Zum Start von Windows 1.0 gab es weltweit lediglich sechs Millionen Personal Computer. Erst rund fünf Jahre später, im Jahr 1990, gelang dem Software-Entwickler aus Redmond ein durchschlagender Erfolg mit Windows 3.0.

Windows 95
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Bill Gates bei der Präsentation der Version 95 des Betriebssystems im Jahr 1995. Vor allem die dafür entwickelten Büroprogramme wie Word, Excel und Powerpoint helfen Microsoft, den Marktanteil Mitte und Ende der 90er-Jahre auf über 90 Prozent auszubauen.

Apple versus Microsoft
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1998 präsentiert der mittlerweile verstorbene Apple-Chef Steve Jobs „Microsoft Office Macintosh Edition“. Damals hauchte die Microsoft-Software dem darbenden Konkurrenten Apple Leben ein. Doch mittlerweile stellt Apple den Rivalen aus Seattle in vielen Belangen in den Schatten.

  • dpa
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