ProSiebenSat.1 Langsamer Abschied vom Fernsehgeschäft

Nicht die Fernsehsparte, sondern vor allem die Beteiligungen an Online-Portalen für Reisen, Preisvergleiche und Partnervermittlungen sind die Gewinnbringer des ProSiebenSat.1-Konzerns. Die Dividende steigt deutlich.
Update: 23.02.2017 - 09:28 Uhr 2 Kommentare
Mit Beteiligungen an Online-Portalen konnte der Medienkonzern ProSiebenSat.1 seine Gewinne im vergangenen Jahr deutlich steigern und übertrifft sogar die Erwartungen von Analysten. Quelle: dpa
ProSiebenSat.1

Mit Beteiligungen an Online-Portalen konnte der Medienkonzern ProSiebenSat.1 seine Gewinne im vergangenen Jahr deutlich steigern und übertrifft sogar die Erwartungen von Analysten.

(Foto: dpa)

MünchenDer Münchener Medienkonzern ProSiebenSat.1 ist vergangenes Jahr rasant gewachsen. Der Umsatz des Dax-Konzerns sei um 17 Prozent auf 3,8 Milliarden Euro in die Höhe geschossen, teilte das Unternehmen am Donnerstagmorgen mit. Das ist ein neuer Rekord. Das kräftige Plus hat allerdings seinen Preis. Weil Vorstandschef Thomas Ebeling zahlreiche Firmen übernahm, kletterte der Gewinn lediglich um zehn Prozent auf 513 Millionen Euro. Vom Aufwärtstrend profitieren auch die Aktionäre: Die Dividende soll um zehn Cent auf 1,9 Euro je Aktie steigen.

Von den gut 500 Millionen Euro an zusätzlichen Erlösen stammen nur rund 60 Millionen von den TV-Stationen, also dem angestammten Geschäft. Die Einnahmen aus der Fernseh-Reklame legen kaum noch zu. Es sind Internet-Firmen wie das Vergleichsportal Verivox, die für das satte Plus bei ProSiebenSat.1 sorgen.

Ebeling sieht die Zahlen als Bestätigung seiner Strategie: „ProSiebenSat.1 ist der erste Medienkonzern, der Fernsehen, eigenproduzierten Content, digitales Entertainment sowie Commerce konsequent kombiniert und daraus resultierende Synergien nutzt.“ Ebeling hat seine selbst gesteckten Ziele damit erfüllt.

Was die Deutschen an den Fernseher fesselt
Platz 10: Luther
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Idris Elba konnte als scharfsinniger Detective John Luther so einige Fälle lösen und damit die Fernsehzuschauer überzeugen. Die Serie umfasst vier Staffeln und wurde auf ZDF neo ausgestrahlt. Wissenschaftler von der Universität Münster haben internationale, englischsprachig produzierte Serien untersucht. Die Studie untersucht die Unterschiede zwischen diesem neuen Serientyp und herkömmlich produzierten TV-Serien und analysiert die Gründe, was solche Serien erfolgreich macht.

Quelle: „Das Phänomen neue Drama-Serien“ (Universität Münster), dpa

Platz 9: Suits
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Die Geschichte rund um den charismatischen Anwalt Harvey Spector (Gabriel macht, rechts) den exzentrischen Louis Litt (Rick Hoffman, Mitte) und den hochintelligenten Mike Ross (Patrick J. Adams, links) konnte das Publikum überzeugen. Geplant sind sieben Staffeln und derzeitig wird die sechste in den USA ausgestrahlt. „Fast jeder zweite Deutsche mit Internet-Zugang kennt zumindest einige Vertreter dieses neuartigen Typs TV-Serie“, sagte der Marketingwissenschaftler Thorsten Hennig-Thurau vor der Vorstellung der Studie mit dem Titel „Phänomen Neue Drama-Serien“ bei der internationalen „Big Data, Big Movies“-Konferenz in Potsdam.

Platz 8: Orange is the New Black
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Die Knastserie basiert auf den gleichnamigen Roman von Piper Kerman und erzählte die Geschichte des Gefängnisaufenthalts von Piper Chapman (Taylor Schilling, Foto). Diese rutschte unfreiwillig während ihre Collegezeit in einen Drogenschmuggel- und Geldwäschering und muss zehn Jahre später die Schuld dafür absitzen.

Platz 7: Shameless
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Eine tragische Geschichte mit viel Augenzwinkern: Der alkoholkranke Frank Gallagher (William H. Macy, Mitte) liebt seine Großfamilie, doch neigt auch dazu, sich bis zur Besinnungslosigkeit zu betrinken. So sind die Kinder auf sich allein gestellt, was einige Probleme mit sich bringen kann.

Platz 6: Downtown Abbey
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Die Rückkehr des britischen Kostümdramas: Downtown Abbey erzählt die Geschichte von dem Earl von Grantham Robert Crawley (Hugh Bonneville, Foto). Dieser muss einen Weg finden, sein Erbe nicht einen Fremden zu übergeben. Da er allerdings keinen Sohn hat, könnte sich das schwierig gestalten.

Platz 5: Sherlock
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Conan Arthur Doyles berühmter Detektiv Sherlock Holmes (Benedict Cumberbatch, links) wird zusammen mit seinem Assistenten Dr. John Watson (Martin Freeman, rechts) in die Gegenwart geführt. Dort treffen sie nicht nur auf bekannte Feinde wie Jim Moriarty.

Platz 4: The Walking Dead
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Die Zombieserie ums nackte Überleben der letzten Menschen rauscht leider knapp an der Top drei Platzierung vorbei. Sie erzählt nicht nur den Kampf gegen die Untoten, sondern auch gegen andere Gruppen Überlebender und ihre etwas „unüblichen“ sozialen Strukturen.

Zunächst hatte der Unternehmenslenker fürs vergangene Jahr ein Umsatzplus von mindestens zehn Prozent in Aussicht gestellt. Im Herbst versprach er dann einen Zuwachs von 15 Prozent oder mehr. Beim Gewinn hatte sich Ebeling bedeckt gehalten und lediglich eine Steigerung gegenüber dem Vorjahr angekündigt.

Auch seine Langfristziele hat der 58-Jährige vergangenen Herbst angehoben. Kommendes Jahr soll die Gruppe Einnahmen von 4,8 Milliarden Euro erzielen, zuvor hatte Ebeling 4,5 Milliarden in Aussicht gestellt. Der Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) soll 2018 bei 1,15 Milliarden liegen.  Zum Vergleich: Vergangenes Jahr betrug das Ebitda eine Milliarde.

ProSiebenSat.1 besteht seit dem vergangenen Jahr aus vier Bereichen: Die größte Sparte ist das angestammte Kerngeschäft mit deutschsprachigen TV-Sendern. Allerdings wächst die Fernsehwerbung schon seit Jahren kaum noch, und so tritt auch dieser Bereich auf der Stelle. Der Umsatz kletterte 2016 um drei Prozent auf 2,2 Milliarden Euro. Gleichwohl: Die Sender, vor allem ProSieben, Sat.1 und Kabel 1, sind nach wie vor die wichtigsten Gewinnbringer des Konzerns. So stieg ihr Ebitda um ebenfalls drei Prozent auf 760 Millionen Euro.

Zweitgrößte Sparte ist Digital Ventures&Commerce; dahinter verbergen sich zahlreiche Internetfirmen, etwa das Vergleichsportal Verivox oder die Online-Partnervermittlung Parship. Auch wegen zahlreicher Zukäufe ist die Division sehr dynamisch unterwegs. Der Umsatz kletterte 2016 um fast zwei Drittel auf 768 Millionen Euro. Das Ebitda lag mit 180 Millionen um genau ein Drittel über dem Jahr davor.

Die Nummer drei im Konzern heißt Digital Entertainment, darin enthalten sind unter anderem der Berliner Video-Vermarkter Studio 71 und das Film-Portal im Internet, Maxdome. Hier stiegen die Erlöse 2016 um knapp ein Fünftel auf 442 Millionen Euro, der operative Gewinn lag bei 37 Millionen, genau das Niveau des Vorjahres.

Kleinste Sparte  im Konzern ist die Film- und Serienproduktion, Content Production & Global Sales genannt. Die Sparte wuchs 2016 um 38 Prozent auf 362 Millionen Euro. Das Ebitda erreichte 47 Millionen Euro, 87 Prozent mehr als 2015.

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2 Kommentare zu "ProSiebenSat.1: Langsamer Abschied vom Fernsehgeschäft"

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  • @ Hofmann Mark 23.02.2017, 10:39 Uhr

    Am Wochenende habe ich besseres zu tun als das HBO zu lesen.

    Sinnvoller wäre es, den "Antworten" -Button wiedereinzuführen.

    Aber offensichtlich soll der Gedankenaustausch behindert werden.

  • Wer schaut denn auch diese Programme? Dafür ist mir meine Zeit zu Schade.
    Lieber mit Freunden kommunizieren, oder wie hier, sich mit Gleichgesinnten auszutauschen.
    Das HBO sollte aber endlich die Kommentarfunktion auch am Wochenende frei zu geben.
    Obwohl, was freue ich mich immer Montags, beim ersten Kaffee und Zigarette die ersten Kommentare schreiben zu dürfen.

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