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Protest deutscher Kunden Telefónica verzichtet auf umstrittene Bewegungsdaten

Mit seinem Programm „Smart Steps“ wollte Telefónica ganze Datenberge seiner Kunden vermarkten. In Deutschland stieß der Plan auf massive Kritik. Daraus zieht der spanische Telekomriese nun die Konsequenzen.
Update: 01.11.2012 - 16:18 Uhr Kommentieren
Der Schriftzug des Telekomkonzerns „Telefónica“. Quelle: Reuters

Der Schriftzug des Telekomkonzerns „Telefónica“.

(Foto: Reuters)

MünchenNach massiver Kritik will der spanische Telekomriese Telefónica keine Bewegungsdaten von Kunden in Deutschland analysieren und vermarkten. Das entsprechende Programm „Smart Steps“ soll bei der deutschen Tochter mit der Marke O2 nicht starten.

„Datenschutz und Kundenzufriedenheit haben bei Telefónica oberste Priorität. Nach dem Feedback unserer Kunden haben wir uns nun allerdings entschieden, Smart Steps in Deutschland nicht einzuführen“, sagte ein Telefónica-Sprecher der Nachrichtenagentur dpa am Donnerstag. Telefónica habe immer betont, dass es keine konkreten Pläne gebe, ein Produkt wie „Smart Steps“ in Deutschland einzuführen.

Telefónica hatte Anfang Oktober angekündigt, Kundendaten vermarkten und sich damit neue Einnahmequellen erschließen zu wollen. Für die Verwertung der Datenberge - unter dem Schlagwort „Big Data“ einer der wichtigsten Trends in der Informationstechnik - gründete Telefónica Anfang Oktober die Tochtergesellschaft Telefónica Dynamic Insights.

Ziel sei es, Unternehmen, aber auch der öffentlichen Verwaltung, „analytische Einsichten“ zu liefern, „die es diesen ermöglichen, effektiver zu werden“, teilte Telefónica bei der Gründung mit. Das erste Produkt mit der Bezeichnung „Smart Steps“ soll anonymisierte Bewegungsdaten von Kunden analysieren und dann zum Beispiel Einzelhändlern Erkenntnisse über das Verhalten von Besucherströmen liefern.

Nachdem die Pläne diese Woche in Deutschland in den Mittelpunkt der Aufmerksamkeit geriten, hagelte es Kritik und Warnungen. So betonte am Mittwoch das für Telekommunikation zuständige Wirtschaftsministerium, Standortdaten dürften nur anonymisiert oder mit Einwilligung des Handybesitzers weitergegeben werden - und dann auch nur an „Dienste mit Zusatznutzen“, etwa zur Registrierung von Verkehrsströmen. Eine Prüfung des Ministeriums habe ergeben, dass die Bestimmungen im Fall O2 einen Handel mit Standortdaten - auch in anonymisierter Form - nicht zuließen, da es sich nicht um einen Dienst mit Zusatznutzen handele.

 
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  • dpa
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