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Prozess um Schleichwerbung Cathy Hummels: Influencerin darf weiter Produktlinks setzen

Die Instagram-Berühmtheit hat einen Schleichwerbungsprozess vor dem Landgericht München gewonnen. Ein wichtiger Sieg – womöglich nicht der finale.
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Instagram: Cathy Hummels gewinnt Prozess wegen Schleichwerbung Quelle: dpa
Cathy Hummels

Im Februar erschien die Influencerin – wie der Kläger – noch persönlich vor Gericht, am Montag ließen sich beide Seiten vertreten.

(Foto: dpa)

München Weil der eigentliche Star der Verhandlung, die Angeklagte Cathy Hummels, zur Urteilsverkündung ebenso wenig erschienen war wie der Kläger, der Verband Sozialer Wettbewerb (VSW), mussten die Fotografen am Montag mit der Vorsitzenden Richterin am Landgericht München Vorlieb nehmen. Und die machte es kurz: „Die Klage ist abgewiesen, die Kosten trägt der Kläger.“ Was war passiert?

Der VSW, ein eingetragener Verein aus Berlin, der sich die „Bekämpfung unlauteren Wettbewerbs“ zum Satzungsziel gemacht hat, hatte Hummels vorgeworfen, in ihren Instagram-Postings auf Produkte zu verlinken, ohne dies als Werbung zu kennzeichnen. Für den VSW ein klarer Fall von verdeckter Werbung.

Doch Hummels, 31 und Ehefrau von FC-Bayern-Fußballprofi Mats Hummels, sieht das anders. Wenn sie weder Geld noch andere Gegenleistungen für Produkte, auf die sie verlinkt, erhält, handelt es sich nicht um Werbung, so das Argument der gebürtigen Dachauerin. Sondern um einen redaktionellen Service für ihre 485.000 Follower. Die finden auf Hummels’ Account Modetipps und Postings über Reisen, Yoga oder Söhnchen Ludwig. Echte Werbung kennzeichnet sie indes als „bezahlte Partnerschaft“.

Richterin Monika Rhein macht zwar klar, dass Hummels’ Instagram-Auftritt „kommerziellen Interessen dient“. Doch der „informierte Verbraucher“ erkenne dies daran, dass es sich um ein öffentliches, verifiziertes und mit einem blauen Haken versehenes Profil handelt, sagt sie. Auch Printmedien verlinkten in ihren Online- oder Social-Media-Accounts auf Produkte oder Firmen, ohne diese als Werbung zu kennzeichnen. Wer etwa die Online-Auftritte der Frauenzeitschriften „Brigitte“ oder „Cosmopolitan“ besucht, weiß, was Rhein meint.

Schon beim Prozessauftakt im Februar hatte eine von den Vorwürfen des VSW-Anwalts sichtlich genervte Hummels gesagt: „Ich sehe mich als Frauenzeitschrift.“ Und warum sollten die dürfen, was man neuen Medienakteuren verweigere? Doch die Rechtslage ist mit dem Münchener Urteil, das in der Influencer- und Werbebranche für große Aufmerksamkeit sorgen dürfte, nicht abschließend geklärt.

Im März hatte die Fitness-Influencerin Pamela Reif in einem ähnlichen Fall ihren Prozess wegen Schleichwerbung vor dem Landgericht Karlsruhe verloren. Auch hier trat der VSW als Kläger auf. Reifs Anwalt hatte angekündigt, bis zum Bundesgerichtshof zu ziehen, um Rechtsklarheit zu bekommen. Denn aus Sorge vor Abmahnungen markieren Influencer inzwischen alles Mögliche als Werbung – auch wenn es keinerlei Absprachen mit Firmen gegeben hat.

Der VSW hat nun zwei Wochen Zeit, um in Berufung zu gehen. So lange ist das Urteil nicht rechtskräftig.

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