Quartalsergebnis Schwacher Yen setzt SAP zu

Der Umsatz mit Lizenzen ist beim Software-Riesen SAP etwas geschrumpft, doch Dienste mit Speicherplatz im Internet („Cloud“) ziehen weiter deutlich an. Der Nachsteuergewinn wächst zwar, doch es gibt Dämpfer.
Update: 21.10.2013 - 10:11 Uhr 6 Kommentare

„Wir zittern nicht mehr“

WalldorfDie Abwertung des japanischen Yen könnte dem Softwarekonzern SAP das Gewinnziel in diesem Jahr verhageln. Die Stärke des Euro gegenüber Yen, Dollar und anderen Währungen hinterließ bereits im dritten Quartal deutliche Bremsspuren. Sollte sich der Trend nicht umkehren, wofür es derzeit keine Anzeichen gibt, könnte das operative Betriebsergebnis (Non-IFRS) in diesem Jahr um sieben Prozentpunkte weniger und damit nur um sechs Prozent auf gut 5,5 Milliarden Euro steigen, wie SAP am Montag mitteilte. Die Nachfrage in Asien habe sich inzwischen aber erholt, und die neuen Cloud-Produkte legten kräftig zu, erklärte der Vorstand.

Ohne Einfluss der Wechselkurse peilt der Marktführer für Firmensoftware nach wie vor für das Gesamtjahr ein Betriebsergebnis (Ebit) von gut 5,9 Milliarden Euro an. Die Bekräftigung der Gewinnziels für 2013 hat Anleger am Montag bei SAP zugreifen lassen. Die Aktien standen mit einem Plus von bis zu 5,5 Prozent auf 56,43 Euro an der Dax -Spitze. Sie waren damit so teuer wie seit rund sieben Wochen nicht mehr. „Die Zahlen sind mehr oder weniger so wie erwartet“, sagte ein Händler. Schon zu Handelsstart schnellten die SAP-Aktien um fünf Prozent nach oben, obwohl Umsatz und Gewinn von Juli bis September leicht unter den Prognosen von Analysten lagen. „Offenbar haben einige Investoren mit schlechteren Ergebnissen gerechnet“, sagte ein Marktteilnehmer.

Im dritten Quartal übertraf der Umsatz (Non-IFRS) mit 4,06 Milliarden Euro den des Vorjahresquartals zu aktuellen Wechselkursen um zwei Prozent. Währungsbereinigt legte er dagegen um neun Prozent zu. Noch tiefere Spuren hinterließ die von der japanischen Regierung herbeigeführte Yen-Schwäche beim Gewinn. Das Betriebsergebnis (Non-IFRS) schnellte währungsbereinigt um 15 Prozent auf knapp 1,3 Milliarden Euro hoch, zu aktuellen Kursen betrug der Anstieg nur fünf Prozent. Auch dank Kostensenkungen kletterte der Nettogewinn im dritten Quartal um zwölf Prozent auf 933 Millionen Euro.

Trotz des teils schwierigen Marktumfeldes mit der anhaltenden Krise vor allem im Süden Europas und den negativen Währungseffekten habe sich SAP sehr gut entwickelt, erklärte Finanzchef Werner Brandt. Die beiden Co-Vorstandschefs Bill McDermott und Jim Hagemann Snabe strichen die Erfolge bei den neuen Produkten, der Echtzeit-Datenbanktechnik Hana und Cloud-Anwendungen, heraus.

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6 Kommentare zu "Quartalsergebnis: Schwacher Yen setzt SAP zu"

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  • SAP und seine Heerschar an kuriosen Beratern hat eine enorme Lobby. Aber leider keiner profundes Geschäftsmodell mehr. Die Story SAP ist ein für allemal vorbei, auch wenn hier möchtegernselbstständige SAP-Consultants das nicht wahr haben wollen. SAP hat nahezu alle Trends verschlafen, wesentlich schlimmer noch als Microsoft et al. Dafür gibts die Höchststerafe. Ende des Jahes steht die Aktie bei unter 50 €. JEDE WETTE!

  • Als Aktionär stolpert man ja auch im normalen Leben bei Kunden oder Lieferanten mal über das Thema SAP.
    WEnn einem Mittelständler mit 80 Mitarbeitern beim Thema Mittelstandssoftware vier zusätzliche Mitarbeiter für das erste Jahr sowie einmalige KOsten von mehreren hunderttausend € als Angebot unterbreitet werden braucht man sich nicht wundern wenn man an den Bedürfnissen von "Nicht-Konzernen" vorbeiprogrammiert hat.
    Dabei konnten allenfalls die Hälfte der notwendigen Geschäftsprozesse ünerhaupt erfasst werden.
    Was das gleichzeitig über Großkonzerne und deren Effektivität, Flexibilität bei gleichzeitger Kostentoleranz aussagt steht auf einem anderen Blatt.

  • Hat sich das die neue Koalitionsrunde ausgedacht? Nachtsteuergewinn. Dann müsste es auch bald eine Steuer für den Tag geben, oder?

  • Ich nehme einmal an, dass 95 % aller Unternehmen gerne einen solche "Knacks" erfahren wollen: Bei 35 % Gross Margin und 5 % Wachstum. Coca-Cola, Apple, GE...jeder stößt einmal an seine Grenze. Was soll das Gerede von einem "Knacks"?

  • Früher war der Aktienkurs von SAP getrieben durch enormes Wachstum, branchenüberdurchschnittliche Renditen und eine große Übernahmephantasie. Seit dem sich erste zwei Gründe erledigt haben, ist auch die Phantasie verschwunden. Die will einfach keiner mehr, es gibt weitaus interessantere Wachstumsfelder und Unternehmen.

    Das ist nunmehr ein stinknormales Unternehmen, nur das elitäre Gehabe der SAPler ist noch geblieben.

  • Die Börse nahm die schwachen Zahlen seit Monaten vorweg. Heute gehts ein Stück rauf, das wirds dann für die nächste Zeit im wesentlichen gewesen sein. Die Story von SAP hat einen Knacks. Ganz gewaltig.

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