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Quartalszahlen Telekom schockt Börse mit Gewinnwarnung

Die Deutsche Telekom hat völlig überraschend Quartalszahlen vorgelegt. Und wie so oft, wenn das ohne Vorankündigung passiert, fallen die Neuigkeiten nicht gut aus: Der Konzern kassierte seine Prognose und rechnet nun für das laufende Jahr mit einem Gewinnrückgang. Der Grund sei im Ausland zu suchen. Die Aktie ging umgehend auf Tauchstation.
T wie Tiefe Enttäuschung. Die Gewinnwarnung dürfte Telekom-Aktionären gar nicht schmecken. Quelle: ap

T wie Tiefe Enttäuschung. Die Gewinnwarnung dürfte Telekom-Aktionären gar nicht schmecken.

(Foto: ap)

DÜSSELDORF. Die Deutsche Telekom hat die Finanzmärkte gestern mit einer Gewinnwarnung schockiert. Der Kurs der T-Aktie schloss mit mehr als sieben Prozent im Minus. Der Grund für die pessimistischere Erwartung des Vorstands ist ein schwaches Geschäft in den wichtigen Auslandsmärkten USA und Großbritannien. Dort „spürte der Konzern die starke Konjunkturabkühlung und den verschärften Wettbewerb“, erklärte die Telekom. So seien etwa in den USA durch eine geringere Reisetätigkeit die Umsätze im Mobilfunk deutlich gesunken.

Der Bonner Konzern geht deshalb davon aus, dass der Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) von zuletzt 19,5 Mrd. Euro in diesem Jahr um zwei bis vier Prozent sinken wird. Auch der Barmittelüberschuss (Free Cash-Flow), den der Konzern als Grundlage für die Dividendenzahlung heranzieht, wird nach der neuen Prognose von zuletzt sieben Mrd. Euro auf 6,4 Mrd. Euro sinken. Auf die Ausschüttung in diesem Jahr dürfte das jedoch keinen Einfluss haben, weil sich die im Mai fällige nächste Dividendenauszahlung nach dem Ergebnis von 2008 bemisst.

Analysten hat die Korrektur überrascht. Noch Ende Februar hatte Konzernchef René Obermann die Telekom als vergleichsweise konjunkturresistent beschrieben und ein Ergebnis auf Vorjahresniveau angekündigt.

„Das ist deprimierend“, sagte Frank Rothauge, Analyst beim Bankhaus Sal. Oppenheim. „Es scheint, als hätte der Konzern seine Buchführung nach wie vor nicht im Griff.“ So seien in den USA operative Probleme bereits im Februar deutlich geworden, weil die Zahl der gekündigten Mobilfunkverträge in die Höhe geschnellt ist. Es gelinge der Telekom offenbar nicht, solche Entwicklungen zeitnah in ihre Planungen einzubauen oder so vorsichtig zu planen, dass leichte Abweichungen nicht gleich zu einer Gewinnwarnung führten.

Um die neue Prognose einzuhalten, verstärkt die Telekom ihre Sparmaßnahmen. Sie will Marketing-, Reise- und Personalkosten senken sowie Löhne und Gehälter der T-Mobile-Mitarbeiter in den USA zunächst einfrieren.

Obermann betonte, dass der Konzern auch künftig eine attraktive Ausschüttung plane. Er wollte sich aber nicht festlegen, ob die für 2008 geplante Dividende von 78 Cent je Aktie eingehalten werden könne. Um das Cash-Flow-Ziel abzusichern, will die Telekom eine Milliarde Euro an Investitionen für dieses Jahr einfrieren. Insgesamt liege das geplante Volumen wie schon 2008 bei „oberhalb von acht Milliarden Euro“.

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