Rätsel-App Quizduell kommt bald ins Fernsehen

Deutschland ist im Rätselfieber: Vier Millionen Nutzer spielen jeden Tag auf Tablet oder Smartphone „Quizduell“. Damit nicht genug: Der Chef der Erfolgs-App, Robert Willstedt, spricht im Interview über große Pläne.
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Die derzeit beliebteste App Deutschlands, „Quizduell”, wird nicht nur auf Schulhöfen gerne gespielt. Von dem Rätselprogramm für Smartphones geht für viele eine Faszination aus. Besonders in sozialen Netzwerken tauschen sich Nutzer über ihre Rätsel-Performance aus.

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Los geht's: Wer sich die App „Quizduell” heruntergeladen hat, kann seine Freunde zu einer Rätselpartie einladen. Dafür muss nur der selbstgewählte Benutzername bekannt sein. Auch Spiele gegen zufällig ausgewählte Nutzer stehen zur Auswahl.

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Die bekannten Nutzernamen werden auch aus Facebookfreunden rekrutiert. Die Möglichkeiten des „Social Quiz” sind damit noch nicht ausgeschöpft: Während der Fragerunde können sich die Gegner auch untereinander Nachrichten schicken.

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Auch die CDU ist infiziert: Der CDU-Politiker Ulrich Gelsen nutzt das derzeit populäre Hashtag #Quizduell, um seinen Benutzernamen zu verkünden und seine Twitter-Follower zu einem Duell aufzufordern. Er ist bei weitem nicht der einzige Politiker, der mit seinen Wählern um die Wette quizzt.

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Zu Beginn einer Runde wählt einer der Spieler aus drei von 19 Kategorien. Dabei sind gewöhnliche Sparten wie Sport, Politik und Musik vertreten – aber auch „Im Labor”, „Körper und Geist” sowie Draußen im Grünen”. Die Fragen sind dabei erstaunlich aktuell. So tauchte etwa einen Tag nach Ende der Vierschanzentournee in der Sport-Kategorie die Frage nach dessen Sieger auf.

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Ebenfalls brandaktuell in der Sport-Kategorie: Dieser Twitternutzer hat eine Frage nach Thomas Hitzlspergers Coming-Out gestellt bekommen.

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Leider falsch: Nach Ablaufen der Zeit (grüne Leiste) oder bei Auswahl einer falschen Antwort wird das gewählte Feld rot dargestellt – und ist man als zweiter Spieler in dieser Runde dran, bekommt man nach Angabe der Antwort angezeigt, wie der Gegner geantwortet hat. Im Internet werden verschiedene Taktiken gehandelt um Fragen zu beantworten, bei denen man keinen blassen Schimmer hat. Manche pressen dann ihre Nase nach dem Zufallsprinzip auf den Bildschirm und wählen damit eine der Antworten aus, andere drücken zwischen die Felder und nehmen damit die Antwort, der sie mit dem unplatzierten Tippen am nächsten kommen.

DüsseldorfDas Wissensduell per Smartphone oder Tablet hält Deutschland derzeit im Bann: Im November hatte die App „Quizduell“ eine Million registrierte Nutzer gefeiert, jetzt sind es bald sechs Millionen. Hinter dem Spiel steckt eine Handvoll Entwickler des schwedischen Unternehmens Feo Media. Firmenchef Robert Willstedt kann den Run auf das Spiel nicht recht fassen: „Wir ahnten nicht, dass das so lange so gut laufen könnte“, sagt er im Gespräch mit Handelsblatt Online.

Die Idee des Spiels ist einfach wie süchtig machend: In kurzen Duellen kann jeder Nutzer mit einem beliebigen Kontrahenten sein Wissen vergleichen. Sechs Kategorien mit drei Fragen und je vier Antwortmöglichkeiten. Es kann jederzeit und an jedem Ort gespielt werden – und die Fragen werden auch von Spielern eingereicht und sind daher oft sehr aktuell.

Der Erfolg hat auch Medienkonzerne angelockt. Ein Buch mit Fragen und witzigen Anekdoten rund um das „Quizduell“ ist in Planung. Und auch ins Fernsehen könnte das Spiel auf kurz oder lang kommen und womöglich zu einem „Wer wird Millionär“-Konkurrenten werden. Die skandinavische Tochter der TV-Produktionsfirma ITV hat einen Lizenzvertrag mit Feo Media abgeschlossen, bestätigt Willstedt gegenüber Handelsblatt Online. Zum Portfolio der TV-Macher gehört unter anderem die Dschungel-Show „Ich bin ein Star, holt mich hier raus“. Auch die Rechte für Deutschland seien in dem Deal enthalten.

Dass die App ein solcher Erfolg werden könnte, hat der Schwede zwar lange gehofft, doch nicht wirklich erwartet. Seit 2009 hatte Willstedt mit seinem Bruder und einem befreundeten Bruderpaar in der Freizeit an Apps getüftelt. Damals war der heute 31-Jährige noch Lehrer für Geschichte und Sozialwissenschaften. In der Freizeit testete das Quartett schnell entwickelte Apps und hoffte auf den Durchbruch. Doch um unter einer Million Anwendungen im Apple- oder Google-Katalog aufzufallen, reichte das nicht. Erst als sie sich fest entschlossen, ein gelungenes Duell-Spiel zu entwickeln, sollte sich das ändern.

Sie legten in der Freizeit und ohne Startkapital los. Innerhalb von einem Jahr entwickelten sie „Quizkampen“ und erklommen ohne Marketing in drei Wochen den Spitzenplatz im schwedischen App-Store. Dabei hatte es bange Momente während der Entwicklung gegeben: „Fünf Quizspiele mit Duellfunktion kamen währenddessen auf den Markt und wir dachten, wir hätten den Kampf verloren. Wir dachten, wir wären zu langsam“, so Willstedt. Doch das feste Vertrauen auf das eigene Produkt war letztlich stärker.

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2 Kommentare zu "Rätsel-App: Quizduell kommt bald ins Fernsehen"

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  • Finde nicht, dass die Fragenwiederholung ein Problem ist. Hab schon über 1000 Spiele gemacht und in jedem Spiel kommen mindestens die Hälfte Fragen die noch nicht da waren - da wiederholen sich die knapp tausend Fragen bei einem "trivial persuit Spieleabend" schneller.

    Klar hat man es einfacher wenn man viele Spiele macht und sich dazu die Antworten merken kann, aber jemand der die Antwort vorher weiß hat sich das ja auch irgendwann mal gemerkt. Finde ich also nicht dramatisch...

    Dazu kommt, dass ich für meinen Teil immer mal wieder was finde, wo ich einfach mal in Internet nachschaue, weil ich einfach mehr über die Antwort wissen will.

    Alles in allem besser als Hartz4 TV zu gucken :)

  • Nette app!

    >>> Problem: Nach einer Woche haben sich bereits die Fragen wiederholt... :(

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