Reaktion auf Kritik Microsoft überarbeitet Windows 8

Microsoft musste für sein neues Betriebssystem Windows 8 viel Kritik einstecken. Darauf reagiert der Software-Konzern jetzt: Noch in diesem Jahr ist ein Update geplant, das die Nutzerwünsche berücksichtigen soll.
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Kehrt der Startknopf zurück? Microsoft will Windows 8 überarbeiten. Quelle: dpa

Kehrt der Startknopf zurück? Microsoft will Windows 8 überarbeiten.

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DüsseldorfDie Kritik an Windows 8 zeigt Wirkung: Der Software-Hersteller Microsoft will die Benutzung seines neuen Betriebssystems gründlich überarbeiten. In einer aktualisierten Version mit dem Codenamen Blue würden wesentliche Punkte geändert, kündigte Marketingchefin Tami Reller bei einer PR-Offensive mit mehreren Interviews an. Details zu den Neuerungen nannte sie nicht – etwa ob der Startknopf zurückkehrt, wie verschiedene Medien kolportieren. Sie ließ ebenfalls offen, ob die für dieses Jahr geplante Aktualisierung, die unter einem anderen Namen als Blue auf den Markt kommen wird, für Windows-8-Nutzer kostenpflichtig ist.

Microsoft hat mit Windows 8 radikale Änderungen am Bedienkonzept seines Betriebssystems vorgenommen. Es soll sowohl auf klassischen PCs als auch auf Tablet-Computern und Hybridgeräten laufen und ist deswegen für die Bedienung per Touchscreen optimiert. Der klassische Desktop rückt in den Hintergrund, lässt sich aber weiterhin aufrufen. Der Startknopf, an den sich viele Nutzer gewöhnt haben, ist verschwunden. Kritiker glauben, dass die Änderungen potenzielle Käufer abschrecken könnten.

Nutzer hätten Schwierigkeiten, sich an die neue Software anzupassen, gab Microsoft-Managerin Reller gegenüber der britischen „Financial Times“ zu, es gebe definitiv eine „Lernkurve“. Das Unternehmen berücksichtige die Reaktion der Nutzer, sagte sie dem US-Technologieblog ZDNet. „Wir haben Prinzipien, sind aber nicht stur.“ Im Gespräch mit der „New York Times“ betonte sie aber auch, dass Nutzer, die Windows 8 mit einem Touch-Gerät verwenden, ähnlich zufrieden seien wie Windows-7-Nutzer – nun müsse man auch den Anwendern mit einem konventionellen PC helfen, die neuen Funktionen schneller zu erlernen.

Gleichzeitig kündigte sie an, dass Microsoft mehr investieren will, um Verkäufer zu schulen und den Nutzern die Vorteile von Windows 8 näherzubringen. „Es ist sehr klar, dass wir mehr hätten tun können und sollen“, sagte Reller der „Financial Times“.

Obwohl der Markt für klassische PCs derzeit kräftig schrumpft, stritt Reller den Niedergang ab. „Der PC ist sehr wohl am Leben und wird immer mobiler“, erklärte die Managerin im Firmenblog. Der PC-Markt verändere sich schnell hin zu Kombi-Geräten und Laptops mit Touchscreen-Bildschirmen. Seit dem Start im Herbst habe Microsoft 100 Millionen Windows-8-Lizenzen verkauft. Das entspricht in etwa dem Verkauf von Windows 7 im gleichen Zeitraum.

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9 Kommentare zu "Reaktion auf Kritik: Microsoft überarbeitet Windows 8"

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  • Fortschritt heißt nicht, dass man gute und bewährte Dinge einfach abschafft und durch Unbrauchbares ersetzt. Was soll denn ein Desktop-Benutzer mit einem Betriebssystem für Touchpads? Wahrscheinlich würde in der Systemeinstellung ein einziger kleiner Haken, mit dem man das Bedienkonzept auf die alte Windows-7-Variante für Desktops oder das neue System für Touchpads dauerhaft einstellt, allen Usern gerecht werden.Jeder könnte wählen, was zu ihm passt. Bevormundung kam noch nie gut an.

  • "Die Chancen fuer Windows 8 werden umso geringer..." Da stimme ich zu. Halte zwar noch einen PC mit XP in der Hinterhand für bestimmte, selten genutzte Alt-Anwendungen, aber freunde mich nach einem Versuch mit WIN 8 mehr und mehr mit UBUNTU an. Ich kann nur sagen, dass mir die Umgewöhnung auf UBUNTU sehr leicht fiel - keinerlei Probleme auf zwei verschiedenen Rechnern - it's so easy. Zu Windows würde ich nur dann zurückkehren, wenn ein Mehrwert deutlich (!) erkennbar wird und wenn man sich für den Schnellschuss entschuldigt. Meine mittelfristige Prognose ist allerdings, dass Microsoft weiter kräftig Marktanteile verliert, weil sie es einfach nicht hinkriegen kundenorientiert zu arbeiten. Ich habe schon diverse Computerplattformen und Betriebssysteme kommen und gehen sehen. Historisch betrachtet sind die 'Blütezeiten' einer bestimmten Technologie meistens recht kurz.

  • Ein Problem ist, dass W8 umständlicher geworden ist.
    Zum Beispiel von einer App zu einer anderen wechseln.
    Linke obere Ecke ansteuern, dann nach unten ziehen
    und auf das Minifenster klicken. Das dauert auch länger,
    als einen Button in der Taskleiste anzusteuern, bzw. gleich in das andere Fenster zu klicken.

    Das größte Problem ist jedoch, dass alle Apps im Vollbildmodus starten. Extrem negativ fällt der Taschenrechner auf einem 22 Zoll Monitor auf.
    Viel weiß und Tasten, die man aus drei Metern Entfernung noch erkennt.

    Wenn Microsoft schon das Kacheldesign pushen möchte,
    dann hätte man dem Benutzer etwas Altbekanntes lassen
    sollen.
    Also: Die Oberfläche von W7 mit skalierbaren Fenstern. Die Icons auf dem Desktop durch Live-Tiles ersetzt und
    man hätte eine Brücke vom Desktop-OS zum Tablet-/WP-OS.

  • Im Oktober vergangenen Jahres habe ich meinen Wechsel von Windows 7 zu Windows 8 über Nacht vollzogen. Und noch immer bin ich damit sehr zufrieden. Die Umstellung war kinderleicht. Akute und latente Kritik kommt doch meistens von den Anwendern, die in ihrem eigenem Wohnzimmer die Couch nicht finden. Die schreien wie üblich am lautesten um Hilfe und fordern von Microsoft den Rücktritt in die Steinzeit. Startbutton? Lachhaft!

    Ich kann über die Anwender nur noch schmunzeln, die sich über die Kacheloberfläche beschweren und einem Startbutton nachtrauern, den Windows 8 nicht mehr bietet. Wozu auch? Wer nicht imstande ist, seine individuelle Benutzeroberfläche einzurichten, der hat Windows 8 nicht verdient. Die Einstellung funktioniert mit wenigen Mausklicks. Alles, was der Anwender dazu benötigt, sind ein paar Sekunden Zeit und etwas Sachverstand. Ich arbeite mit der gewohnten Desktopoberfläche von Windows 7 unter Windows 8. Den Startbutton habe ich noch kein einziges Mal vermisst. Wer es wirklich lernen will und dann kann, dem bereitet der Umstieg keine Probleme. Doch gerade in Fragen des Wollens und Könnens, sind wohl die meisten User beratungsresistent und bockig. Sie wollen sich auf Veränderungen nicht einzulassen.

    Wer mit Windows 8 nicht klar kommt, sollte die Fehler nicht bei Microsoft suchen. Sollen doch die W8-Kritiker zu Mac OSX oder Linux wechseln. Na und? Das Spiel bleibt trotzdem dasselbe: Auch bei Apple und anderswo erscheinen neue Versionen, die stets Veränderungen mit sich bringen. Wer Veränderungen kritisiert, bleibt früher oder später zurück. Niemand hält deswegen die Zeit an.

  • Die Chancen fuer Windows 8 werden umso geringer, je laenger Microsoft wartet. Wenn die Kunden mal beispielsweise an Android gewoehnt sind, dann ist der Weg zurueck fuer die oft schwer. Windows 8 kann nur bei denen punkten, die den vorhanden Desktop/ das Notebook und Software darauf auf einem Tablet mitnehmen wollen. Ein Argument fuer reine Android- oder OIS-Tablet-Erfahrene auf Windows 8 umzusteigen, sehe ich bisher nicht.

  • Nicht die Nutzer haben Schwierigkeiten, die Bedienung des neuen W8 zu erlernen, sondern Microsoft hat Schwierigkeiten, Kundenerwartungen an eine bedienerfreundliche PC Oberfläche zu erfüllen.

  • Vielleicht sehen jetzt die Nutzer ein, dass sie sich einen Mac zulegen sollten.
    Workflow, Design und Intuition um weiten besser als bei Windows. Da kann Microsoft noch so viele Updates rauslassen.

  • Das beste OS von Microsoft war Windows-XP (32-bit). Einziger Vorteil ab Windows-Vista, Windows7, Windows8 ist, dass es 64-bit Prozessoren unterstützt, also breitere Datenspur zum und vom Prozessor (allerdings muss man auch 64bit-Software installieren, sonst nützt es nichts).

    Ansonsten ist es nur an der Oberfläche verkompliziert worden mit den dämlichen Kacheln, damit der User nicht mehr so leicht damit arbeiten kann und neue MS-Seminare besuchen muss, um es bedienen zu können.

    Die Kacheln von Windows8 sind etwas für Kinder und Hausfrauen aber nicht für User, die einafch ein stabiles OS haben wollen, wie ein stabiles Fundament eines Hauses. Das tauscht man ja auch nicht alle 4 Jahre aus, oder ??

    Das wichtige ist die Software, die man installiert hat laufen zu haben aber wen interessiert die "Spielerei mit einem neuen Betriebssystem" ?? Wer hat dazu ständig Zeit oder Lust ?? Windows-XP for ever !

  • Servus,

    na super. Da habe ich Windows 8, bin unglücklich damit und nun gibt es bald die neue 8er Version Blue. Ich werde die neue Version nicht kaufen. Fair von Windows wäre allen bisherigen Windows 8 Nutzern ein kostenloses Upgrate zur Verfügung zu stellen. Das würde ich kundenfreundlich nennen!!!

    MfG
    S.B.

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