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Rede in Brüssel Cook lobt europäischen Datenschutz

Bei einem Besuch in Brüssel schwingt sich der Apple-Chef zum Datenschützer auf. Besonders Google und Facebook müssten reguliert werden, warnt er.
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Europäischer Datenschutz ist für den Konzernchef ein Vorbild für die Welt. Quelle: Reuters
Tim Cook in Brüssel

Europäischer Datenschutz ist für den Konzernchef ein Vorbild für die Welt.

(Foto: Reuters)

BrüsselAls Vorkämpfer des Datenschutzes ist Apple-Chef Tim Cook bisher vor allem in Erscheinung getreten, wenn er damit Werbung für das eigene Unternehmen machen will. Bei einem Besuch einer Datenschutzkonferenz der Europäischen Union im EU-Parlament in Brüssel übt der Chef des wertvollsten Konzerns der Welt nun deutliche Kritik an Konkurrenten wie Google und Facebook und deren Geschäft mit den Daten.

Deren Sammelwut komme mittlerweile einer „Überwachung“ gleich, sagte Cook. Viel Lob hat Cook dagegen für die neue Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) der EU über. Die Gesetzgebung sei längst nötig gewesen und ein Vorbild für die Welt, um private Daten zu schützen.

„Wir sollten die Konsequenzen nicht schönreden“, betonte Cook. „Das ist Überwachung – diese riesigen Datenberge machen nur die Unternehmen reicher, die sie anhäufen.“ Schon zuvor hatte er Unternehmen dafür kritisiert, ihr Geschäftsmodell auf die werbliche Nutzung von Daten aufzubauen. Meist mit dem Zusatz, dass Apple so wenige Daten wie nötig sammele.

„Wir bei Apple glauben, dass Privatsphäre ein fundamentales Menschenrecht ist“, betonte Cook. „Aber wir stellen ebenso fest, dass nicht alle diese Meinung teilen.“ Der Wunsch, Profite über Privatsphäre zu stellen, sei nicht neu. Die USA sollten sich beim Datenschutz an Europa orientieren, empfahl Cook.

Denn zuletzt war es wiederholt zu millionenfachem Datenmissbrauch gekommen. Im September hatte Facebook eingestanden, dass private Informationen von 30 Millionen Nutzern gestohlen worden sein können – darunter Suchergebnisse, Stand- und Wohnorte. Und auch Google hatte im Oktober Sicherheitsprobleme seines Netzwerks Google+ eingestanden und das Produkt daraufhin direkt eingestellt. Die privaten Daten von rund einer halben Million Nutzer seien in Gefahr gewesen.

Facebook und seine Konkurrenten betonen stets, dass die Sammlungen anonymisiert sind und die Datensätze keine Rückschlüsse auf einzelne Nutzer erlauben. Datenschützer bestreiten das. Harmlose Informationsbruchstücke würden „aufmerksam zusammengestellt, gehandelt (...) und verkauft“, sagte Cook am Mittwoch.

Auch wenn der Apple-Chef öffentlich Kritik übt, profitiert auch sein Unternehmen von der Datensammelwut der großen Konkurrenten. Nach Schätzungen von Goldman Sachs überweist Google pro Jahr etwa neun Milliarden Dollar an Apple, damit die hauseigene Suchmaschine auch auf iPhones der Standard für die Internetsuche ist. Apple selbst verdient sein Geld hauptsächlich nicht mit Werbung, sondern durch den Verkauf von Geräten und Abo-Diensten.

Vor allem dürfte es Cook darum gehen, das eigene Image in Europa zu verbessern. Denn auch Apple befindet sich wegen eines Steuerstreits immer noch im Konflikt mit der EU. Die hatte zuletzt die Nachzahlung von Steuern in Höhe von 13 Milliarden Euro verlangt.

  • bay
  • Bloomberg
  • rtr
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