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Rekognition US-Polizei nutzt Gesichtserkennung von Amazon – Bürgerrechtler kritisieren Jeff Bezos

Amerikanische Bürgerrechtler kritisieren Amazon scharf, weil die Gesichtserkennungs-Software des Online-Händlers bei der US-Polizei zum Einsatz kommt.
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Amazon: US-Polizei nutzt Gesichtserkennung Rekognition Quelle: dpa
Amazon-Chef Jeff Bezos

Dutzende US-Bürgerrechtsorganisationen fordern Amazon-Chef Jeff Bezos dazu auf, den Verkauf der Gesichtserkennungssoftware an die Regierung zu stoppen.

(Foto: dpa)

Düsseldorf Die US-Bürgerrechtsorganisation American Civil Liberties Union (ACLU) warnt vor Amazons „gefährlicher“ Gesichtserkennungssoftware namens Rekognition, die Menschen in Echtzeit identifizieren kann.

Die von Amazon mitentwickelte Technologie sei in der Lage, bis zu 100 Gesichter auf einmal zu erkennen, beispielsweise in Gruppenfotos, Flughäfen oder auf Großveranstaltungen, schreibt ACLU und beruft sich auf Dokumente, die die Organisation auf Anfrage erhalten habe. Die gescannten Gesichter können mit Bildern aus Datenbanken verglichen werden, in denen bereits mehrere zehn Millionen Gesichter gespeichert sind.

Rekognition wird nach Angaben von Amazon bereits in der Stadt Orlando und dem Washington County Sheriff’s Office in Oregon benutzt. Demnach funktioniert die Gesichtserkennungssoftware in ganz Orlando bereits in Echtzeit, das Programm wurde dort im vergangenen Jahr eingeführt. Die Software könne auf Kameraaufzeichnungen „aus der ganzen Stadt“ zugreifen und nach „Personen von besonderem Interesse“ suchen.

Im Washington County wurde eine Datenbank mit mehr als 300.000 Fahndungsfotos erstellt, die Rekognition nutzen kann. Zudem wurde eine App für Polizeibeamte entwickelt, die den Beamten ermöglicht, schnell Bilder mit der Datenbank zu vergleichen.

Die Bürgerrechtsorganisation warnt vor den Möglichkeiten von Rekognition in der Hand des Staates: „Eine Regierung kann nun ein System erschaffen, um jedermann automatisiert zu identifizieren und zu verfolgen.“ Wären Polizeikameras mit Rekognition ausgestattet, würden die Geräte, die eigentlich für Transparenz sorgen sollen, zu „Überwachungsmaschinen“.

Die Sicherheitsbehörden könnten so feststellen, wer an Demonstrationen teilnimmt oder Einwanderer kontinuierlich überwachen. „Städte könnten routinemäßig ihre eigenen Bürger verfolgen, auch wenn sie keinen Verdacht auf kriminelle Aktivitäten haben“, warnt ACLU.

ACLU und dutzende weitere US-Bürgerrechtsorganisationen fordern Amazon-Chef Jeff Bezos dazu auf, den Verkauf der Gesichtserkennungssoftware an die Regierung zu stoppen. Das Programm sei zu leicht zu missbrauchen und stelle „eine große Bedrohung für die Gemeinden dar, die im gegenwärtigen politischen Klima bereits ungerechtfertigt angegriffen werden, und untergräbt das Vertrauen der Öffentlichkeit in Amazon“.

Das Unternehmen betonte in einer Stellungnahme, man fordere von Kunden, dass sie sich beim Einsatz von Software des Konzerns an Gesetze halten. Rekognition werde eingesetzt, um Entführungsopfer zu finden – oder verloren gegangene Kinder in Freizeitparks. „Unsere Lebensqualität wäre heute viel niedriger, wenn wir neue Technologie verbieten würden, weil einige Leute sie missbrauchen könnten.“

Amazon selbst hatte eine „zeitnahe und präzise Verbrechensprävention“ in einer Mitteilung zum Ausbau des Funktionsumfangs von Rekognition als ein Einsatzgebiet der Software hervorgehoben. Als Beispiel wurde das Büro eine Sheriffs genannt, in dem die Identifizierungszeit für Verdächtige schon durch den Einsatz der vorherigen Version von Rekognition „von 2 bis 3 Tagen auf wenige Minuten“ gesenkt worden sei. Mit den Verbesserungen komme die Antwort „nahezu in Echtzeit“, hieß es. Der Polizeichef von Orlando lobt die Zusammenarbeit mit Amazon als die „erste öffentlich-private Partnerschaft ihrer Art“.

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