Revolution bei Facebook Zuckerberg entdeckt die Vorteile der Privatsphäre

Facebook-Chef Zuckerberg revolutioniert sein soziales Netzwerk: Bald wird es möglich sein, sich in Facebook-Apps anzumelden, ohne seine wahre Identität preisgeben zu müssen. Nutzen zieht das Unternehmen daraus dennoch.
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Facebook damals und heute
facebook daumen
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Ein Leben ohne Facebook ist für viele Internetnutzer mittlerweile unvorstellbar. Das Soziale Netzwerk gehört zu den meistbesuchten Webseiten der Welt, es hat es 1,23 Milliarden aktive Nutzer.

Zuckerberg jung
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Mark Zuckerberg gründete das mittlerweile milliardenschwere Unternehmen als Student. Als Facebook immer erfolgreicher wurde, brach er seine Universitätslaufbahn ab. Keine schlechte Entscheidung, wie sich später zeigen sollte: 2010 wurde er vom prestigeträchtigen „Time Magazine“ zur Person des Jahres gekürt.

2004 (Original) Profile
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Die ursprüngliche Profilansicht von 2004 wird nur wenigen Facebook-Nutzern hierzulande bekannt sein: Zunächst war die Plattform den Studenten ausgewählter US-Universitäten vorbehalten. Kurz nach dem Start von Facebook wurde indes ein anderes Soziales Netzwerk mit verblüffend ähnlichem Layout populär: StudiVZ. Facebook warf dem Konkurrenten später vor, Erscheinungsbild und Funktionen abgekupfert zu haben, was das deutsche Unternehmen stets dementierte.

Facebook Chronik
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Dagegen dürfte diese Ansicht auch vielen Facebook-Nutzern in Deutschland bekannt vorkommen: Im Dezember 2011 schaltete das Unternehmen die Chronik (englisch: Timeline) frei. Die Idee dahinter: Mitglieder können ihr Leben chronologisch abbilden, von der Geburt bis heute. Während die Funktion zunächst optional freigeschaltet werden konnte, ist sie seit Herbst 2012 Pflicht – viele Datenschützer kritisierten das, weil sämtliche, auch vermeintlich vergessene Inhalte angezeigt werden. Eine Änderung auch beim Design: Nutzer können nun ein großes Bild im oberen Abschnitt ihres Profils einfügen und ihr Profil individueller gestalten.

mobile then
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Anfangs war Facebook eine Anwendung für Desktop-Computer und Notebooks – die mobile Nutzung war die Ausnahme. Mittlerweile wäre das klobige Design dieser App nicht mehr „up to date“.

mobile now
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Inzwischen hat Facebook die mobile App gründlich überarbeitet. Auch hier steht die Timeline im Mittelpunkt. Das zahlt sich aus: Mittlerweile verdient Facebook mehr als die Hälfte der Werbeumsätze mit Anzeigen auf mobilen Geräten.

Zuckerberg älter
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„Es war bisher eine unglaubliche Reise und ich bin sehr dankbar, ein Teil davon zu sein“, erklärt Zuckerberg zum zehnten Geburtstag seines Unternehmen.

New YorkFacebook-Chef Mark Zuckerberg wird sentimental. Und er entdeckt die Privatsphäre wieder. So wird es bald möglich sein, sich in Facebook-Apps mit seiner Facebook-ID anzumelden, ohne seine wahre Identität preisgeben zu müssen. Gut für die Nutzer, aber natürlich auch für Facebook. Denn am Ende weiß Facebook intern doch wieder mehr über Verhalten und Vorlieben als je zuvor.

Es ist eine dramatische Wende für ein soziales Netzwerk, das vehement gegen Tarnnamen-Konten vorgeht und  die letzten Feinheiten des Lebens seiner Nutzer und seiner sozialen Kontakte erschnüffeln will. Die Erfolge von Angeboten mit hoher Privatsphäre wie dem Fotodienst Snapchat, oder Netzwerken wie Whisper oder Secret und die Gefahren für Facebook, sind aber offenbar nicht an CEO und Gründer Mark Zuckerberg vorbeigegangen. Die Menschen wollen ihr privates Leben im Web zurück, jedenfalls manchmal.

Angesichts des zehnten Geburtstags von Facebook und seinem eigenen kommenden 30sten gerät Zuckerberg ins Grübeln:  „Mein Ziel für unsere Kultur in den nächsten zehn Jahren ist es, eine Kultur der Liebe für die Menschen aufzubauen, denen wir dienen“, sagte er zur Eröffnung der Entwicklerkonferenz f8. Diese Kultur solle „genau so stark oder sogar noch stärker als die Kultur des „Hacking“ bei Facebook“ sein. Die „Hackerkultur“ bisher habe sich auf Facebook selbst konzentriert. Jetzt werde sich die Kultur auf die Menschen konzentrieren.

Die App erfährt nichts über den Nutzer und dessen Freunde

Große Worte. Älter werden, bedeutet offenbar ruhiger werden. Zuckerberg, der selbst vier Häuser rund um sein eigenes Privathaus in Palo Alto aufgekauft hat, um mehr Privatsphäre für sich und seine Frau zu haben, will auch seinen über 1,3 Milliarden Nutzern etwas mehr Anonymität gönnen. Der größte Schritt: Wer einfach nur mal eine App ausprobieren will, ohne dass das jeder gleich mitbekommen soll, kann dies jetzt völlig anonym machen. Ein schwarzer Anmeldeknopf statt es bekannten blauen, zeigt den Status „Anonym“ an. Die App erfährt nichts über den Nutzer oder über dessen Freunde.

Eine Entwicklung, die natürlich auch den App-Anbietern zugute kommt. Sie gibt Facebookern zusätzliche Sicherheit und Vertrauen, einfach nur mal eine App zu laden, ohne sich große Gedanken machen zu müssen. Für Zuckerberg, der öffentlich immer wieder betont hat, Privatsphäre ist ein Auslaufmodell und wer sich im Internet nicht zu erkennen geben will, der habe wohl etwas zu verbergen, ein radikaler Wandel. Unvergessen auch Zuckerbergs Anzeigensystem Beacon, das sich 2009 zu einem Privacy-Alptraum entwickelt hatte. Plötzlich bekamen Freunde ungefragt mitgeteilt, was jemand in Webshops gekauft oder ich bei Online-Videoseiten angeschaut hatte.

Der aktuelle Slogan ist etwas holprig und wenig sexy
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