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Risikokapital SAP: Von Löwen und Lämmern

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Das Schöne für Marakovics acht VC-SAPler in Palo Alto: Immer mehr Startups klopfen direkt an. "Jeder will einen Großen, einen Marktführer, einen internationalen Konzern als Partner", sagt Marakovic. "Denen erscheint dies als einziger Rettungsanker für ihr Unternehmen."

Was SAP im Großen ist, ein über alle staatliche Grenzen agierender Konzern mit Software für große und kleine Unternehmen, ist Marakovics Truppe im Kleinen: weltumspannend. Acht Mitglieder, acht Muttersprachen aus allen Kontinenten der Welt sitzen am Konferenz-Tisch. Sie stammen aus den USA, der EU, Indien, Israel.

Da ist Doug Higgins. Adrett mit den exakt gelegten Haaren, blauem Hemd, Khakihose, ist er der Extrovertierte der Gruppe. Charmant, witzig, gut drauf, durch und durch Optimist - wie so viele Amerikaner. Früher arbeitete er für Starregisseur George Lucas und als Risikokapitalist bei Intel. Er spielt gerne unfair, und damit meint er keine miesen Tricks, sondern den Wettbewerbsvorteil namens SAP. Denn: "Sie würden doch auch lieber mit einem Ferrari als mit ihrem Toyota Corolla über die Rennbahn preschen, oder?"

Investiert wird nur nach einem komplizierten, globalen Hochgeschwindigkeits-Prozedere. SAP-Experten aus Palo Alto und Walldorf, Boston, Mumbai oder Tel Aviv konsultieren einander und ziehen auch die Konkurrenten des Ziel-Unternehmens zu Rate. Selbst die Universitäten Stanford und Berkeley werden eingespannt - mit einer Venture-Fellows-Gruppe, eine Art Stipendiaten-Programm. Resultat des Ganzen für SAP: Expertisen über Expertisen.

Und auch, da staunt manch deutsche Marktwirtschaftler, die großen Risikokapitalgeber tauschen sich offen untereinander aus. Selbst Matadore der VC-Branche wie Sequoia oder Kleiner Perkins treffen sich regelmäßig, werden zu Begutachtungen oder zu Investitionen eingeladen. "In vielen Fällen bringt der Austausch gerade das letzte Bisschen Erkenntnisvorteil, das gefehlt hat", sagt Andreas Weiskam, der Deutsche in Marakovics Team.

Denn das Silicon Valley lebt nicht nur von erbitterter Konkurrenz. Das Tal der Hi-Tech-Firmen ist auch deswegen so außerordentlich geworden, weil es "Co-Optition" beherzigt, also die Melange aus Kooperation und Wettbewerb, "competition". Diese Zauberformel ist der Milliarden-Dynamo, der Generator von Ideen und Trends, das Perpetuum Mobile der IT-Branche.

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