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Risikokapital SAP: Von Löwen und Lämmern

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Planscht man allerdings im gleichen Pool wie SAP und Erzrivale Oracle, gönnt man einander nur wenig. Zwar verdient Oracle-Chef Ellison sein Geld mehr mit Datenbanken, SAP-Boss Léo Apotheker hauptsächlich mit Business-Software. Aber Ellison greift SAP permanent an, wenn es sein muss auch vor Gericht.

Im Streit um die ehemalige SAP-Tochter TomorrowNow gibt es immer noch keine außergerichtliche Einigung. Eine vom Gericht in San Francisco angesetzte Anhörung Ende Februar verlief ergebnislos. Das Gericht wird nun voraussichtlich einen weiteren Anhörungstermin Ende 2009 festlegen. Gibt es auch dann keine Einigung, dürfte der Streit im Frühjahr 2010 vor Gericht kommen.

Oracle wirft SAP vor, mit Hilfe der früheren US-Tochter TomorrowNow Software aus Computern von Oracle-Kunden heruntergeladen zu haben. Der Walldorfer Konzern hat "umfangreiche" und "unangemessene" Downloads eingeräumt und TomorrowNow eingestellt. Klein beigeben mag er aber noch nicht.

Umso mehr müssen Nino Marakovic und die Seinen für den Wettlauf mit Oracle die richtigen Investitionsschnäppchen finden. Jede ihrer Arbeitswochen hat einen vierstündigen Höhepunkt. Dienstags sichten die acht gemeinsam die spannendsten Projekte. Wer ein Investment vorschlägt, muss zwei Drittel der Stimmen gewinnen. Dann wird der größte Skeptiker beauftragt, die betreffende Firma zu durchleuchten.

Sobald sich die Gruppe auf eine Investition geeinigt hat, setzt Marakovic SAP-Finanzvorstand Werner Brandt in Walldorf mit einem 15 bis 20 Seiten langen Exposé ins Bild: Unternehmensprofil, Marktchancen, Konkurrenten, Profitprognosen. So ging es auch bei LinkedIn, als sich SAP im Herbst mit ein paar Millionen bei dem sozialen Netzwerk einkaufte. Im vergangenen Jahr hat sich SAP auf diese Art - prinzipiell übrigens als Minderheitseigner von bis zu 20 Prozent - in acht Firmen eingekauft, darunter Loglogic und Imprivata sowie in Indien Newgen und Connectiva.

Im Grunde, sagt SAP-Risikokapitalchef Marakovic, haben sie mit ihrer Zielsetzung in Palo Alto nichts anderes vor als SAP-Mitbegründer Dietmar Hopp mit der TSG Hoffenheim. "Fußball schön spielen und gewinnen ist das eine", sagt Marakovic. "Doch mit jedem Tor und jedem Sieg stellt sich wie nebenbei ein materieller Gewinn ein. Auch wir schöpfen vor allem den Mehrwert ab, der sich scheinbar nebenbei aus der Investition ergibt - wie in Hoffenheim."

Für jeden Dollar, den die Risikokapitalmänner in Palo Alto ausgegeben haben, kamen bisher zwei wieder rein.

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