Apple

Der wertvollste Konzern der Welt will 38 Milliarden Dollar Steuern zahlen, um im Ausland gehaltenes Kapital zurück in die USA zu bringen.

(Foto: AFP)

Rückführung von Auslandsgewinnen Apple will 38 Milliarden Dollar Steuern zahlen

Apple nutzt eine Steuervergünstigung, um Milliarden aus dem Ausland zurückzuholen. Zudem plant der Konzern einen neuen Firmencampus und die Einstellung von 20.000 Mitarbeitern. Das soll Kritiker wie Trump besänftigen.
Update: 18.01.2018 - 02:45 Uhr 7 Kommentare

CupertinoDer „Ring“ ist nicht genug. Neben dem gerade fertiggestellten kreisrunden Hauptsitz im kalifornischen Cupertino, der fünf Milliarden Dollar gekostet hat, plant Apple die Errichtung eines weiteren Standorts in den Vereinigten Staaten. Der Bau gehört zum neuen Investitionsplan für die US-Wirtschaft, wie der iPhone-Hersteller am Mittwoch verkündete.

Das wertvollste Unternehmen der Welt will 38 Milliarden Dollar Steuern zahlen, um im Ausland gehaltenes Kapital zurück in die USA zu bringen. Nach eigenen Angaben bunkert Apple Vermögenswerte in Höhe von 252 Milliarden Dollar außerhalb der USA. Die Rückzahlung erfolge als Reaktion auf die neue Steuergesetzgebung der US-Regierung, ließ Apple wissen. Statt wie zuvor 35 Prozent betrage der Steuersatz bei der aktuellen Einmalzahlung jetzt nur noch 15,5 Prozent.

Mit der Steuerzahlung kündigte Apple auch Investitionen in den USA an. Demnach sollen 30 Milliarden Dollar über die kommenden fünf Jahre in die amerikanische Wirtschaft fließen und 20.000 neue Arbeitsplätze geschaffen werden. Insgesamt belaufe sich die Summe aller Investitionen und Zahlungen auf einen Gesamtbetrag in Höhe von 350 Milliarden Dollar - über einen Zeitraum von fünf Jahren.

Die Ankündigung soll Apples Kritiker besänftigen. Der Hersteller fertigt sein beliebtestes Produkt, das iPhone, vor allem in China. Schon im Wahlkampf hatte Präsident Donald Trump Apple-Chef Tim Cook wegen der ausgelagerten Produktion mit Einfuhrzöllen auf Apple-Produkte gedroht. Später forderte der Politiker, Apple müsse mehr Arbeitsplätze in den USA schaffen.

Die Steuerinitiative soll zeigen, dass Apple die Bedenken der Politik ernst nimmt. Gleichzeitig stellt der Konzern Patriotismus zur Schau. „Apple ist eine Erfolgsgeschichte, wie sie sich nur in Amerika ereignen konnte“, beteuert Apple-Chef Cook. Sein Unternehmen fühle eine „tiefe Verantwortung“ dafür, den USA und seinen Bürgern etwas vom eigenen Erfolg zurückzugeben.

Der gleichen Idee folgen die geplanten Investitionen in die US-Wirtschaft. Zehn Milliarden Dollar sollen in Datenzentren im ganzen Land fließen. Die Summe des im letzten Jahr verkündeten Infrastruktur-Fonds für die US-Wirtschaft will die Firma ebenfalls aufstocken, von einer Milliarde Dollar auf fünf Milliarden.

Eine bislang nicht näher bezifferte Summe fließt laut Apple in den Bau eines neuen Bürokomplexes, in dem künftig vor allem Kundendienst und Services angesiedelt sein sollen. Zum konkreten Standort der neuen Zentrale will Apple sich bislang nicht äußern. Derzeit unterhält die Firma Büros in Austin, Texas, und im kalifornischen Elk Grove. Insgesamt sind 84.000 Menschen in 50 US-Bundesstaaten bei Apple beschäftigt.

So unkonkret die Aussagen zum neuen Apple-Quartier noch sind, so sehr dürften sie schon jetzt den Wettbewerb unter den US-Städten anstacheln. Schon die Werbekampagnen rund um die Standortsuche von Amazon hatte eindrücklich gezeigt, wie sehr Kommunen sich um Tech-Riesen bemühen.

Apples Ankündigung ließ allerdings zahlreiche Fragen offen. So ist bislang unklar, wie viel der im Ausland geparkten Vermögenswerte in Höhe von 252 Milliarden Dollar mit der aktuellen Steuerzahlung tatsächlich zurück in die USA fließen. Auch ließ das Unternehmen wenig dazu durchblicken, in welchem Umfang Investitionen für Aktienrückkäufe genutzt würden oder wie sehr außer Plan die 30 Milliarden Dollar hohen Investments tatsächlich liegen.

Schon im vergangenen Jahr hatte Apple weltweite Investitionsausgaben in Höhe von 16 Milliarden Dollar in Aussicht gestellt. Im Jahr zuvor hatte die Summe 14,8 Milliarden Dollar betragen.

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7 Kommentare zu "Rückführung von Auslandsgewinnen: Apple will 38 Milliarden Dollar Steuern zahlen"

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  • Hmm. Wenn Ihr erster Vorschlag schlecht ist, legen Sie mit einem noch schlechteren Vorschlag nach um Ihren ersten Vorschlag besser dastehen zu lassen? Was soll das für ein Argument sein?

    Wir müssen Binnennachfrage stärken, Löhne hoch, private Steuern an das niedere, gewerbliche Niveau anpassen. Öffentliche Investitionen in Infrastruktur, am Besten durch Unternehmen aus Target-Gegenländern. Mit Trump könnte man auch nen Deal machen, soll er sein Defizit abbauen, indem die Amis mal was sinnvolles für uns produzieren ... dafür bekommen sie auch wieder Autos.

    Steuereinnahmen hat der Staat m. E. auch genug, wobei Tatsache ist, dass der Großteil in den Sozialbereich (Renten, Arbeitslose, Sozialhilfe, ...) fließt. Ausgaben kürzen ist immer leichter gesagt, als getan. Keine Flüchtlinge mehr reicht ja nicht mal um den Soli merklich zu kürzen.

  • @ Herr Michael Berger
    Dann doch lieber die Steuern noch weiter erhöhen, damit wir nicht die zweithöchste, sondern die höchste Steuer- und Abgabenlast haben, mit dem Ziel, weniger zu produzieren und weniger zu exportieren. Wenn wir dann weniger produzieren, brauchen wir auch nicht so viele Arbeiter so dass wir endlich die freien Beamtenplätze besetzen können.

  • Entschuldigung Herr Müller (10:16 Uhr), aber wenn Deutschland die Gewerbesteuern senkt, wird der Wirtschaftsstandort noch günstiger, die Exportrate nimmt noch mehr zu und das Ausland verschuldet sich noch mehr bei uns ... d.h. die weniger Steuereinnahmen der Angestellten und Arbeiter fließen vollkommen in die EU, oder wir schreiben im Gegenzug Forderungen direkt ab (Bundesbankverluste), für die Güter, die wir aus der EU heraus liefern.

    Die USA haben das Experiment der niederen Unternehmens-Steuern schon einmal gemacht und es ist schon einmal nicht der gewünschte Effekt eingetreten ... vielleicht hilft ja eine Mauer ...

  • 20.000 neue Mitarbeiter fuer Apple - das ist sehr mutig. Apple laesst doch bisher das aller-
    meiste in China fertigen. Aber die Chinesen ruecken mit eigenen Produkten nach. Ich kenne
    mich in der Branche zu wenig aus um zu urteilen. Aber es scheint mir, dass die Innovation
    hier an eine Grenze stossen wird, wo die Vorteile des neuen Produkts einen Tausch des
    alten nicht mehr rechtfertigen. Aber die Verbraucherpsychologie ist keine exakte Wissenschaft.

  • Keine Steuern in den Rest der Welt zahlen und dann ein Bruchteil in den USA zahlen.

    Gleichzeitig macht man damit Werbung wie "America first" man doch sei.

    Eigentlich dürften die Ihre Produkte nicht mehr in den Ländern verkaufen, wo sie keine Steuern zahlen...eigentlich. Mit der heutigen Politikkaste weltweit aber klappt das wunderbar.

    Man schaue sich Irland an. Irland lehnt den Vorschlag der EU ab, Milliarden von Apple zu bekommen. Wieso? Weil Schmiergeld nun einmal viel kauft für sehr wenig Geld.

  • Dank Herrn Trump geht das Geld zurück in die USA, das schafft Wohlstand, höhere Aktienkurse, höhere Dividenden und kostet nichts. Davon können die sozialistischen EU-Loser lernen.

  • Amerika zeigt wie es geht.

    Die Deutsche Hochsteuer- und Hochabgabenpolitk (Unternehmen + Privatpersonen) führt zu einem Exodus von Know-hoh, Facharbeitern, Unternehmen und Kapital. Deutsche Steuergelder werden in Billionenhöhe (!) mit der Umsiedelung fremder Menschen aus fremden Kulturen und fraglichem Integrationswillen sowie der Finanzierung Europas verschleudert. Besser wäre es die Steuern zu senken um Kapital und Know-how hier zu behalten und die verbleibenden Steuern in Deutschland zu investieren.

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