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Rückkehr ins deutsche Pay-TV Murdoch entdeckt Premiere wieder

Nach fünf Jahren kehrt der Medienunternehmer Rupert Murdoch nach Deutschland zurück. Sein Konzern News Corp. steigt beim Bezahlsender Premiere als Großaktionär ein. Obwohl Murdoch schlechte Erinnerungen an Deutschland haben dürfte, konnte es ihm diesmal nicht schnell genug gehen - weil er einem Konkurrenten zuvor kommen wollte.
Rupert Murdoch hat Grund zur Freude. Foto: ap Quelle: ap

Rupert Murdoch hat Grund zur Freude. Foto: ap

(Foto: ap)

DÜSSELDORF. "Wir sehen ein enormes Potenzial für Wachstum in Deutschland und glauben, dass es die richtige Zeit ist, in das führende Pay-TV-Unternehmen Premiere zu investieren", sagte Murdoch gestern zur Begründung. Der Medien-Tycoon erwarb für 287 Mill. Euro ein Aktienpaket von 14,58 Prozent an dem Münchener Bezahlfernseh-Konzern. Damit stieg der australisch-amerikanische Medienunternehmer zum größten Einzelaktionär auf.

Der 76jährige Milliardär hat offenbar bei Premiere nicht lange gezögert. "Es gab keine lange Verhandlungen, nicht einmal eine Buchprüfung", sagte ein Beteiligter gestern Abend. In Verhandlungskreisen wird berichtet, dass Murdoch mit dem Einstieg seinem Konkurrenten, dem französischen Bezahlsender Canal+, zuvorkommen wollte. Die Tochter des Mischkonzerns Vivendi wurde in der vergangenen Monaten immer wieder als möglicher Großaktionär für Premiere genannt. Der US-Mediengigant News Corp. gilt als weltgrößter Betreiber von Bezahlsendern. Er ist in Großbritannien (BSkyB), Italien (Sky Italia), Australien, in asiatischen Ländern und in den USA präsent. Darüber hinaus gehören das Hollywood-Studio 20th Century Fox sowie Zeitungsverlage zum Konzern. Zuletzt erwarb News Corp. den US-Verlag Dow Jones mit der Wirtschaftszeitung "Wall Street Journal".

Den Bezahlsender Premiere hat Murdoch allerdings in schlechter Erinnerung. Bis Februar 2002 war er an dem Unternehmen mit 22 Prozent beteiligt. Durch die Zahlungsunfähigkeit seines ungeliebten Partners Leo Kirch musste er jedoch eine Summe von rund 1,7 Mrd. Euro abschreiben.

Das neue Investment in Premiere wurde nach Angaben aus Unternehmenskreisen von Murdochs Sohn James verhandelt. Erst kurz vor Weihnachten war der 34-Jährige von seinem Vater zum stellvertretenden Vorstandschef der News Corp. ernannt worden. Er führte seit November 2003 den erfolgreichen Bezahlsender BSkyB in Großbritannien.

Murdoch wird bei Premiere eine aktive Rolle spielen. "Das ist keine finanzstrategische Beteiligung", sagte ein Premiere -Insider zu den Absichten des Unternehmers. Das Management in München erwartet, dass sich Murdoch operativ einbringen wird. "Sein Einstieg ist bei uns sehr positiv aufgenommen worden", berichtete ein Manager.

Die Konzernführung fühlt sich durch den neuen Großaktionär für die harten Verhandlungen um die Übertragungsrechte der Fußball-Bundesliga gestärkt. Im Frühjahr sollen die Rechtepakete ausgeschrieben werden. Bei Premiere stellt sich der Vorstand auf harte Verhandlungen mit Kirch und seinem Vize Dieter Hahn ein. Kirch hatte überraschend im Herbst die Rechte des Bundesliga ab 2009 erworben.

Ob der Einstieg von Murdoch zu einem Wechsel im Vorstand führen wird, ist offen. Unternehmensinsider berichten, dass der Programmvorstand Hans Seger unter großem Druck steht. Der langjährige Programmexperte hat aus Sicht seiner Kritiker zu lange auf Sport und Hollywood gesetzt. Zuletzt hatte Seger angekündigt, durch Eigenproduktionen das Profil von Premiere schärfen zu wollen.

Der Kabelkonzern Unitymedia, der seinen Anteil über einen Treuhänder, die Schweizer Privatbank Pictet & Cie, an Murdoch verkaufte, zeigte sich gestern begeistert. "Durch den Verkauf wird am Ende unseres Engagements bei Arena ein positives Netto-Ergebnis stehen", sagte Vorstandschef Parm Sandhu , der im April die Jahresbilanz vorlegen wird, dem Handelsblatt. Deutschlands zweitgrößter Kabelkonzern hatte die Bundesliga-Übertragungsrechte erworben und für die Ausstrahlung den Bezahlsender Arena gegründet. Unitymedia scheiterte jedoch und musste sich auf Wunsch des Kartellamts von seinem Premiere -Anteil trennen.

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