Rundfunkbeitrag Einnahmen wachsen um mehr als acht Prozent

Seit das System zur Finanzierung des öffentlich-rechtlichen Rundfunks umgestellt worden ist, werden wesentlich höhere Beträge eingenommen. Im vergangenen Jahr gab es wieder ein massives Plus.
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Aus den früheren Rundfunkgebühren, die sich nach Anzahl und Art der Empfangsgeräte im Haushalt bemaß, wurde 2013 der Rundfunkbeitrag. Seitdem muss jeder Haushalt eine Pauschalgebühr entrichten. Quelle: dpa
Aus GEZ wird Beitragsservice

Aus den früheren Rundfunkgebühren, die sich nach Anzahl und Art der Empfangsgeräte im Haushalt bemaß, wurde 2013 der Rundfunkbeitrag. Seitdem muss jeder Haushalt eine Pauschalgebühr entrichten.

(Foto: dpa)

KölnDie Einnahmen aus dem Rundfunkbeitrag zur Finanzierung der öffentlich-rechtlichen Sender wachsen weiter. 2014 stiegen sie im Vergleich zum Vorjahr um 643 Millionen Euro auf 8,324 Milliarden Euro. Das ist ein Plus von 8,37 Prozent. Fünf Millionen Wohnungen wurden 2014 neu für den Rundfunkbeitrag angemeldet, zwei Millionen abgemeldet. Folglich ergibt sich ein Zuwachs von drei Millionen Wohnungen, so dass nunmehr knapp 40 Millionen Wohnungen vom Beitragsservice von ARD und ZDF erfasst sind. Diese Zahlen veröffentlichte der GEZ-Nachfolger am Donnerstag in Köln.

Seit 2013 wird der Rundfunkbeitrag pro Haushalt berechnet. Zuvor ging es danach, ob man ein Radio oder einen Fernseher besaß. Zum 1. April dieses Jahres war der Rundfunkbeitrag dann als Reaktion auf die Mehrerträge um 48 Cent auf 17,50 Euro pro Monat gesunken.

„Das neue Modell hat eine Beitragsgerechtigkeit erbracht, wie wir sie vorher nicht erwartet hätten“, sagte der Geschäftsführer des Beitragsservices, Stefan Wolf. „Wir dachten immer, unser blinder Fleck da draußen bewegt sich bei einem Prozent, aber es waren deutlich mehr, wie sich inzwischen gezeigt hat. Erstaunlich war für uns auch, dass das neue Beitragsmodell einen Schub freiwilliger Anmeldungen produziert hat.“

Allerdings sei der derzeit hohe Ausschöpfungsgrad eine Momentaufnahme, nachdem dem Beitragsservice zum 1. März 2013 die Daten der Einwohnermeldeämter übermittelt worden waren. „Dieser Datenbestand wird sich kaum auf diesem hohem Niveau halten lassen, weil Veränderungen zum Beispiel durch Umzüge nicht immer auch den Einwohnermeldeämtern angezeigt werden“, erläuterte SWR-Justitiar Hermann Eicher.

Nach bisheriger Planung ergeben sich von 2013 bis 2016 durch die Umstellung bei der Beitragserhebung Mehreinnahmen von 1,5 Milliarden Euro – die den öffentlich-rechtlichen Sendern allerdings nicht zugutekommen. Denn das Plus geht über den angemeldeten Bedarf der Anstalten hinaus und fließt daher auf Sperrkonten. Man müsse nun erst einmal abwarten, wo sich die Einnahmen aus dem Rundfunkbeitrag einpendelten, sagte Eicher.

Er warnte deshalb davor, schon in nächster Zeit neue Entscheidungen von großer finanzieller Tragweite zu treffen. Dazu gehöre auch der Vorschlag, die Werbung bei ARD und ZDF einzuschränken. „Was für eine Chance, den Rundfunkbeitrag jetzt auf Jahre hinaus stabil zu halten“, sagte Eicher. „Niemand hätte das vor der Reform erwartet und das sollte man jetzt auch nicht ohne Not aufs Spiel setzen.“

Was die Chefs von ARD und ZDF einstreichen
dr_helmut_reitze
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Fast alle Sender der ARD legen mittlerweile die Verdienste ihrer Intendantin oder ihres Intendanten offen. Einzige Ausnahme: der Hessische Rundfunk (HR). Das Gehalt des Intendanten Helmut Reitze (Foto) ist Verschlusssache. Der „Focus“ und die „Süddeutsche Zeitung“ schätzten das Gehalt Reitzles einmal auf 215.000 bis 220.000 Euro. Die Gehälter der anderen Senderchefs sind allerdings öffentlich – und jetzt hat das Nachrichtenmagazin „Der Spiegel“ auch ihre Nebenverdienste recherchiert.

Thomas Kleist
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Thomas Kleist ist Intendant des Saarländischen Rundfunks (SR). In diesem Jahr wird Kleist nach „Spiegel“-Angaben 216.762 Euro verdienen. Besonders interessant ist jedoch Kleists Nebenverdienst. Auf 16.620 Euro zusätzlich kommt Kleist – der Chef des kleinen SR streicht damit nebenbei mehr ein, als so mancher Intendant eines größeren Senders.
Nebenbei verdienen die Intendanten meistens durch Aufsichtsratsposten bei ARD-Tochterunternehmen. Die Tätigkeiten gehören zwar zum Job dazu, die Vergütung gibt es aber zusätzlich.

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Als Dagmar Reim im Jahr 2003 Intendantin beim Rundfunk Berlin-Brandenburg (RBB) wurde, war sie die erste Frau an der Spitze einer ARD-Anstalt. Die RBB-Chefin verdient mittlerweile 228.000 Euro (2012). Nebenher bekam sie 12.000 Euro – von denen sie allerdings 3000 Euro spendete.

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Beim kleinsten und ärmsten Sender der ARD, Radio Bremen, verdiente Jan Metzger im vergangenen Jahr 246.000 Euro. Bis zum Jahr 2012 gab es zudem 12.000 als Nebenverdienst für den Intendanten. Seit März bezieht Metzger allerdings keine Vergütung mehr für seine Aufsichtsratstätigkeit bei der Sendertochter Bremedia.

MDR will sich neu erfinden - Intendantin zieht 100-Tage-Bilanz
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Karola Wille ist die Chefin des Mitteldeutschen Rundfunks (MDR). Im Jahr 2012 kam Wille auf ein Jahressalär von 247.801 Euro. Dazu kommen Nebenverdienste, die sich auf 21.888 Euro summieren. Bei der Compliance-Beauftragten des MDR hat Wille laut „Spiegel“ allerdings eine Untersuchung zum Thema Nebenverdienste in Auftrag gegeben.

ZDF-Intendant Thomas Bellut
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„Mainzelmann“ Thomas Bellut ist seit dem 15. März 2012 Intendant des ZDF. Bis zum Jahresende verdiente Bellut beim Zweiten 276.173 Euro. Dazu kamen 33.291 Euro aus Nebenjobs.

40 Jahre "Sesamstraße"
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Lutz Marmor – hier bei der Pressekonferenz zum 40. Geburtstag der Sesamstraße – erhält als Intendant des Norddeutschen Rundfunks (NDR) im laufenden Jahr 305.417 Euro. Obendrauf gibt es 27.000 Euro – unter anderem aus Mandaten bei zwei Banken und einer Versicherung.

  • dpa
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  • Es handelt sich hierbei um eine Zwangsabgabe, welche dazu dient genehme Propaganda vom zu Beeinflussenden auch noch selbst zahlen zu lassen.
    Staatsfernsehen und Rundfunk auf Steuerzahlerkosten.

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