Rupert Murdoch Mit 85 Jahren, da fängt das Leben an

Erst ordnete er sein publizistisches Vermächtnis, dann wagte er die Hoppla-Hopp-Hochzeit mit Ex-Model Jerry Hall: Medienmanager Rupert Murdoch gönnt sich zu seinem 85. Geburtstag vor allem mehr Zeit für sein Privatleben.
Medienmanager Rupert Murdoch heiratete kurz vor seinem Geburtstag die 25 Jahre jüngere Jerry Hall, einst Top-Model und Ex-Frau von „Rolling Stone“ Mick Jagger. Quelle: dpa
Rupert Murdoch und Jerry Hall

Medienmanager Rupert Murdoch heiratete kurz vor seinem Geburtstag die 25 Jahre jüngere Jerry Hall, einst Top-Model und Ex-Frau von „Rolling Stone“ Mick Jagger.

(Foto: dpa)

New YorkMit 85 Jahren scheint Rupert Murdoch das zu tun, wofür er sein ganzes Leben lang nicht berühmt war: Seinem Privatleben den ersten Rang einzuräumen. Kurz vor seinem Geburtstag heiratete der Medienzar mit Hang zur politischen Einflussnahme in London die 25 Jahre jüngere Jerry Hall, einst Top-Model und Ex-Frau von „Rolling Stone“ Mick Jagger. Das Paar kennt sich erst seit ein paar Monaten näher.

Die Hoppla-Hopp-Hochzeit ist typisch für den Macher Murdoch: Auch unternehmerische Entscheidungen mit Tragweite hat er häufig schnell getroffen, selten lag der Instinkt-Unternehmer damit so falsch wie 2005, als er mit Facebook hatte kooperieren können, stattdessen MySpace kaufte. Verlust: 545 Millionen Dollar.

Das Vermögen des gebürtigen Australiers und Wahl-Amerikaners wird heute von Forbes trotzdem auf sagenhafte 13,5 Milliarden Dollar taxiert. Der Konzern machte 2015 einen Umsatz von 29 Milliarden Dollar. Murdoch ist auf der Zielgeraden seiner Karriere zufrieden: „Ich kann mir kein anderes Leben vorstellen, dem ich mich hätte verschreiben können.“

Das sind die Giganten der Medienwelt
Gute Unterhaltung aus den USA?
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Fernsehsender, Zeitungen, Kinostudios – und zunehmend Online-Dienste: Medien sind ein Milliardengeschäft – im Foto eine Szene aus „The Late Show“ mit David Letterman (rechts) und US-Präsident Barack Obama (links) zu Gast. Auf Basis der Erlöse des Jahres 2014 hat das Berliner Institut für Medien- und Kommunikationspolitik unter Leitung des Medienwissenschaftlers Lutz Hachmeister ein Ranking der 100 größten Medienunternehmen der Welt erstellt. Wir zeigen die Top 10.

Platz 10: Apple
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Erstmals ist Apple in den Top Ten der weltgrößten Medienunternehmen. Möglich macht das eine Änderung der Systematik der Rangliste: Grundlage für die Einordnung in das Ranking waren ausschließlich die Erlöse der Abteilung iTunes, Software & Services, die bei 13,6 Milliarden Euro lagen. Bisher wurde Apple in der Liste nicht berücksichtigt.

Platz 9: Bertelsmann
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Einziges europäisches Medienunterhemen in den Top Ten ist Bertelsmann mit einem Umsatz von 16,7 Milliarden Euro. Wichtigste Erlösquelle ist die TV-Holding RTL Group. Aber den Konzern zieht es zunehmend in medienfremde Gefilde. So soll das Geschäft mit der Bildung zu einer neuen Unternehmenssäule ausgebaut werden.

Platz 8: Sony
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Mit einem Medienumsatz von 17,8 Milliarden Euro ist Sony abermals das größte nichtamerikanische Medienunternehmen der Welt. Im Gesamtkonzern des japanischen Unterhaltungselektronikriesen, zu dem das Hollywood-Studio Sony Pictures Entertainment, der Musik-Major Sony Music Entertainment sowie eine erfolgreiche Games-Sparte gehört, gewinnen Medienerlöse zunehmend an Gewicht.

Platz 7: Time Warner
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Time Warner, das einst größte Medienunternehmen der Welt, ist das Resultat mehrerer Fusionen. Zu ihm gehören das Hollywoodstudio Warner Bros. (Tom Hardy in Mad Max: Fury Road), das Verlagshaus Time Inc., die Filmproduktion New Line Cinema, der Pay-FV-Sender HBO und die TV-Holding Turner Broadcasting Systems. Das Medienhaus erlöste zuletzt 20,6 Milliarden Euro.

Platz 6: Viacom
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Viacom CBS, das auf einen Umsatz von 20,8 Milliarden Euro kommt, besteht aus zwei börsennotierten Gesellschaften, die beide von der Holding National Amusements Inc. des Firmenpatriarchen Sumner Redstone kontrolliert werden. Zu Viacom gehören die TV-Sender MTV und Nickelodeon sowie das Hollywoodstudio Paramount, zu CBS das Free-TV-Geschäft um das gleichnamige landesweite TV-Network, die TV-Produktion sowie Verlage und Außenwerbung.

Platz 5: DirecTV
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Mit einem Umsatz von 24,3 Milliarden Euro ist DirectTV der führende amerikanische Anbieter für Satelliten-Pay-TV. Das Telekommunikationsunternehmen AT&T will DirectTV für 48 Milliarden Dollar übernehmen. Dem Deal, gegen den die Video-Onlineplattform Netflix klagt, muss noch die amerikanische Kontrollbehörde FCC zustimmen.

Der privaten Veränderung ging eine berufliche voraus. Murdoch hat die vergangenen fünf Jahre genutzt, um sein publizistisches Vermächtnis zu ordnen, seinen Konzern 21st Century Fox neu aufzustellen und für die digitale Zukunft eines völlig neuen Medienzeitalters klarzumachen. Das bedeutet auch bei Murdoch: Rotstift. Im laufenden Jahr sollen 250 Millionen Dollar eingespart werden, Führungskräften wurden Abfindungen angeboten. Vor allem in der lange Zeit einträglichen Filmproduktion sprudelten die Gewinne zuletzt nicht mehr so üppig.

Dies zu korrigieren ist jetzt Sache der nächsten Generation. Das operative Geschäft führt Sohn James, dessen Bruder Lachlan ist Chef des Verwaltungsrates. Rupert Murdoch selbst schwebt nach Jahrzehnten mit direktem Zugriff zu den Machthebeln nur noch als Executive Chairman, eine Art Aufsichtsratschef mit Managementbefugnis, über den Dingen.

Zu der Neuausrichtung wurde der Medienzar alter Schule jedoch gezwungen: Der Abhörskandal in Großbritannien, als Journalisten seiner Zeitungen dabei erwischt wurden, wie sie die Handy-Mailboxen von Prominenten und Verbrechensopfern anzapfen ließen und Informationen von Beamten mit Hilfe von Schmiergeld einholten, traf Murdoch ins Mark. Er musste seine Ziehtochter und Verlagschefin Rebekah Brooks vorübergehend fallenlassen, ein wichtiger Fernsehdeal in Großbritannien scheiterte an der Affäre, das ganze Geflecht der subtilen Symbiose von Politik und Medien der Marke Murdoch schien in sich zusammenzubrechen. Abfindungen für Abhöropfer waren zudem teuer.

Murdoch hatte früher als viele andere in der Branche erkannt, dass Boulevard-Journalismus Geld bringen kann. 1969 übernahm er erst die britische „Sun“ und machte sie zum Massenblatt mit viel Blut auf den Titeln und nackter Haut auf der Seite 3. Aus der Keimzelle in Londons Fleet Street erwuchs mit der News Corporation der später weltgrößte Medienkonzern – mit unzähligen Fernseh- und Radiosendern von Australien bis Indien, Telekommunikation und den Filmstudios der 20th Century Fox. Inzwischen wurde der gesamte Konzern unter dem Markennamen 21st Century Fox gebündelt.

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