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Sattelberger will 2000 Verwaltungsstellen am Hauptsitz streichen Telekom stutzt die Zentrale

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Die Gewerkschaft reagierte zunächst gelassen auf die Pläne. „Wenn sich die Telekom darüber Gedanken macht, wie sie die Effizienz steigern und Doppelarbeit vermeiden kann, kann man das nicht von vorneherein ablehnen“, sagte Verdi-Bundesvorstand und stellvertretender Telekom-Aufsichtsratschef Lothar Schröder dem Handelsblatt. Dieser Prozess könne aber nicht über eine Kopf-Zahl laufen, sondern muss von Fall zu Fall entschieden werden.

Für die Beschäftigten haben die geplanten Kürzungen in der Zentrale nach Ansicht von Experten eine wichtige symbolische Bedeutung. „Sie zeigen der Belegschaft, dass Obermann den Rotstift nicht nur bei den einfachen Mitarbeitern ansetzt“, sagt ein Berater.

Aus dem Umfeld des Konzerns heißt es, Pläne für Kürzungen im Personalressort gebe es bereits seit einiger Zeit. So habe Sattelbergers Vorgänger Heinz Klinkhammer ein ähnliches Programm unter dem Namen „[email protected]“ entworfen. Man habe seinerzeit aber nicht zu viele Baustellen gleichzeitig aufmachen wollen und sich zunächst um den Umbau im Servicebereich gekümmert.

Die Telekom ist nicht der einzige deutsche Konzern, der in der Zentrale den Rotstift ansetzt. Nachdem viele Unternehmen in den vergangenen Jahren ihre Produktion auf Rendite getrimmt haben, gehen sie nun an die Verwaltung, um die Margen zu erhöhen. So hat Daimler-Chrysler angekündigt, in den kommenden Jahren seine Verwaltung weltweit zu straffen. Dadurch fallen bis 2008 weltweit etwa 6000 Arbeitsplätze weg. Beim Energie- und Chemiekonzern RAG und den Tochtergesellschaften Degussa, Steag und RAG Immobilien wird bis 2009 in den Verwaltungen nach Schätzungen aus Branchenkreisen knapp die Hälfte der 4300 Stellen gestrichen. Die Allianz baut bei den inländischen Versicherungs- und Vertriebstöchtern mehr als 5000 Stellen ab.

Nach einer Untersuchung der Managementberatung A.T. Kearney werden in Deutschland in den kommenden fünf bis zehn Jahren allein in den Schlüsselindustrien knapp 120 000 der 152 000 Arbeitsplätze in der Verwaltung wegfallen. Analysiert wurden in der Studie rund 150 Top-Unternehmen in den Segmenten Automobil, Stahl, Pharma, Energie, Chemie und Telekommunikation, die gemeinsam mindestens 60 Prozent des Umsatzvolumens ihrer jeweiligen Branche repräsentieren. Der größte Anteil am Stellenabbau entfällt demnach auf Automobilfirmen (41 Prozent) und die Versorger (23 Prozent). Sie haben mehr als die Hälfte des Strukturwandels zu tragen.

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