Schlappe für Facebook Heimlicher Datentransfer via „Like-Button“ verboten

Über den „Like“-Button sammelt Facebook auch auf Webseiten anderer Anbieter Daten über Kunden. Das darf künftig aber nicht mehr heimlich geschehen, hat nun ein Gericht entschieden. Verbraucherschützern gefällt das.
Update: 09.03.2016 - 14:55 Uhr

Missbraucht Facebook die Daten der Nutzer?

DüsseldorfDie Einbindung des „Like“-Buttons von Facebook auf Webseiten von Unternehmen verstößt gegen deutsches Recht, wenn Nutzer nicht über die damit verbundene Datenweitergabe an das Online-Netzwerk informiert werden. Das geht aus einem Urteil hervor, das das Landgericht Düsseldorf am Mittwoch verkündete.

In einer Klage wegen des „Gefällt mir“-Buttons von Facebook gab das Gericht der Verbraucherzentrale NRW weitgehend recht. Diese hatte Klage eingereicht gegen die Gesellschaft Fashion ID, die zur Unternehmensgruppe Peek & Cloppenburg Düsseldorf gehört und den Online-Shop des Bekleidungshändlers betreibt. Schon auf der Fashion-ID-Hauptseite war bis zur Klageerhebung der „Gefällt mir“-Button zu sehen. Schon beim einfachen Aufrufen der Seite wurden so mittels des eingebunden Plugins Daten über das Surfverhalten des Nutzers an Facebook weitergeleitet.

Unternehmen müssten den Seitenbesucher über die Weitergabe von Daten aufklären, erklärte das Gericht und unterstützte damit die Ansicht der Verbraucherschützer. Die Integration des „Like“-Buttons verletze sonst Datenschutz- und Wettbewerbsvorschriften. Die Weitergabe unter anderem der IP-Adresse des Nutzers ohne ausdrückliche Zustimmung an Facebook erfolge auch zu Werbezwecken und verletze somit Datenschutz- und Wettbewerbsrecht, hieß es in der Begründung des Urteils.

Der Facebook-Chef tourt durch Berlin
Auszeichnung für Zuckerberg
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Der Unternehmer erhielt am Donnerstagabend als erster Preisträger den Axel Springer Award des Berliner Medienhauses. Zuckerberg habe „mit Facebook das wichtigste Kommunikationsmittel einer neuen Generation geschaffen", sagte Springer-Chef Mathias Döpfner. Zwei Tage lang ist der Facebook-Gründer in Berlin unterwegs.

Zuckerberg mit Ehefrau Priscilla und Verlegerin Friede Springer
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Der Facebook-Gründer kam ausnahmsweise weder im grauen T-Shirt noch im dunklen Hoodie zu der Veranstaltung. „Ich habe auch bunte T-Shirts, die trage ich aber nur am Wochenende“, erwidert der Unternehmer.

Dank für die Auszeichnung
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Zuckerberg sagte, diese Auszeichnung sei für ihn „eine große Ehre“. Er erinnert an die Anfänge von Facebook, das er eigentlich nur entwickelt habe, um etwas für seine Kommilitonen auf dem College zu tun.

Virtual Reality
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Für den Facebook-Gründer ist sie die logische Weiterentwicklung der bisherigen Erzählformen im digitalen Zeitalter.

Bill Gates
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Der Microsoft-Gründer wurde per Video auf der Gala zugeschaltet.

Martin Schulz
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Der EU-Parlamentspräsident forderte in seiner Rede Zuckerberg zum verantwortlichen Umgang mit Nutzerdaten auf.

Zuckerberg und Kanzleramtsminister Altmaier (rechts)
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Zum Auftakt seines zweitägigen Berlin-Besuchs kündigte Zuckerberg europaweite Forschungspartnerschaften im Bereich Künstliche Intelligenz (KI) an. In der ersten Runde spendet der US-Konzern 25 Hochleistungsserver im Wert von insgesamt rund 1,1 Millionen Euro an Forschungsinstitute in Deutschland und ganz Europa. Zu den ersten Empfängern gehört die TU Berlin.

„Keiner weiß, was Facebook mit den Daten macht“, sagte Rechtsanwältin Sabine Petri von der Verbraucherzentrale. Sie sei zufrieden mit dem Urteil. Unternehmen könnten sich nicht aus der Verantwortung ziehen, indem sie auf Facebook verwiesen und argumentierten, dass sie über die Geschäftspraktiken des Konzerns keine Auskunft geben könnten.

„Wir bedauern die Entscheidung des Landgerichtes Düsseldorf“, teilte Peek & Cloppenburg im Auftrag von Fashion ID mit. Für das Unternehmen habe der vertrauensvolle Umgang mit Kundendaten sowie die Einhaltung aller Gesetze und datenschutzrechtlichen Vorgaben „höchste Priorität“. Ob Fashion ID Revision einlegt, werde erst nach der schriftlichen Urteilsbegründung entschieden. Die Entscheidung des Gerichts ist noch nicht rechtskräftig.

Auf Fashion ID müssen Nutzer mittlerweile - nicht erst seit dem Urteil - Social-Media-Dienste aktivieren und zustimmen, „dass Daten an die Betreiber der sozialen Netzwerke übertragen werden“. Daten werden also erst an Dritte weitergegeben, wenn die Nutzer durch Klicken auf einen speziellen Button ihr Einverständnis erklären.

Für die Klage hagelte es zunächst Spott
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