Schlechte Arbeitsbedingungen Apple baut Kontrollen bei Zulieferern aus

Käufer von teuren Smartphones interessieren auch für die Umstände bei der Produktion. Apple lässt nun regelmäßig die Arbeitsbedingungen überprüfen.
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Apple überprüft inzwischen genauer unter welchen Umständen seine Geräte produziert werden. Quelle: Reuters
Arbeitsbedingungen bei Zulieferern

Apple überprüft inzwischen genauer unter welchen Umständen seine Geräte produziert werden.

(Foto: Reuters)

CupertinoApple hat im vergangenen Jahr die Überprüfungen der Arbeitsbedingungen und Umweltschutz-Maßnahmen bei seinen Zulieferern ausgeweitet. Die Zahl der kontrollierten Unternehmen stieg auf 756 von 705 im Jahr davor, wie der iPhone-Konzern am Donnerstag in seinem jährlichen Zuliefererbericht mitteilte. 197 Standorte seien zum ersten Mal unter die Lupe genommen worden.

Dabei sieht Apple Fortschritte: Der Anteil der Unternehmen, die bei der Bewertung über 90 von 100 möglichen Punkten bekamen, stieg binnen eines Jahres von 47 auf 59 Prozent. Zugleich sei am anderen Ende der Skala der Anteil der Zulieferer mit weniger als 60 Punkten von drei auf ein Prozent gefallen. Bei einem Unternehmen seien die Apple-Kontrolleure auf Zugangsbeschränkungen gestoßen.

Die Einhaltung der maximalen Arbeitszeit von 60 Stunden pro Woche lag bei 94 Prozent nach 98 Prozent im Vorjahr. Apple-Inspektoren fanden 38 Fälle, in denen Angaben zu Arbeitszeiten gefälscht wurden - was der Konzern zu den besonders schwerwiegenden Verstößen zählt. Auch seien 1,9 Millionen Dollar an 1553 Arbeiter zurückgezahlt worden, die entgegen Apples Vorgaben für die Vermittlung eines Jobs bei einem Zulieferer zur Kasse geben wurden. Allein in einem Fall auf den Philippinen sei es um 700 Beschäftige und einen Betrag von einer Millionen Dollar gegangen. Im Jahr davor waren 2,6 Millionen Dollar an mehr als 1000 Mitarbeiter zurückgezahlt worden.

Apple feiert die Weltpremiere im Steve-Jobs-Theater
Tim Cook
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Im Steve-Jobs-Theater auf dem Apple-Campus präsentierte Firmenchef Tim Cook am Dienstag das iPhone X. Das Jubiläumsmodell erscheint zum zehnten Jahrestag der Erstveröffentlichung des iPhones im Jahr 2007.

Gesichtserkennung
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Fingerabdruck-Scanner war gestern. Das neue Apple-Handy setzt auf Gesichtserkennung zur Entsperrung des Geräts. Durch verschiedene Sensoren funktioniert das jetzt dreidimensional, damit die Technik nicht mit einem Foto ausgetrickst werden kann.

Gesichtserkennung
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Die Apple-Software passt sich auch an Veränderungen des Gesichts an – etwa wenn der Nutzer sich einen Bart wachsen lässt. Die Daten werden mithilfe künstlicher Intelligenz direkt auf dem Gerät ausgewertet. Dank der Analyse soll das Telefon den Nutzer auch mit verschiedenen Frisuren und zum Beispiel mit und ohne Brille erkennen.

Neue Bildschirmtechnologie
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Erstmals verwendet Apple keinen LCD-Bildschirm mehr, sondern ein OLED-Display und folgt damit Handyhersteller Samsung. Die neue Bildschirmtechnik verspricht deutlich bessere Schwarzwerte.

Technische Spielereien
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Ein verspielter Nebeneffekt der Technologie sind animierte Emojis, die in Echtzeit die Mimik des Nutzers übernehmen. Außerdem erlauben die Sensoren, die das Display für einen schmalen Streifen am oberen Bildschirmrand unterbrechen, bessere Selfies.

Kein Home-Button mehr
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Bei seinem neuen Gerät verzichtet Apple auf den klassischen Home-Button, durch den größeren Bildschirm ist dafür kein Platz mehr. Um aus einer Anwendung zurück ins Hauptmenü zu kommen, wischt man von nun an vom unteren Bildschirmrand hoch. Zudem kann das iPhone X kabellos aufgeladen werden.

Preis
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Die günstigste Version des neuen iPhones kostet 1150 Euro. Dann hat das Gerät einen Speicherplatz von 64 Gigabyte. Wer 256 Gigabyte Speicher haben möchte, muss 1320 Euro zahlen.

Die Apple-Inspektoren fanden im vergangenen Jahr zwei minderjährige Arbeiter im Alter von 14 und 15 Jahren, die sich mit falschen Papieren die Jobs verschafft hatten. Nach Apple-Regeln muss der Zulieferer ihre Gehälter während der Schulausbildung weiterzahlen und ihnen später einen Arbeitsplatz anbieten.

Eine neue Initiative soll Mitarbeiterinnen in Gesundheitsfragen aufklären, unter anderem über Krebs-Früherkennung, Ernährung un Hygiene. Bis 2020 wolle Apple damit eine Million Frauen erreichen, erklärte der für das laufende Geschäft zuständige Manager Jeff Williams.

Apple war in der Vergangenheit immer wieder vorgeworfen worden, nicht genug gegen mangelhafte Arbeitsbedingungen bei Zulieferern zu unternehmen. Mit den stetig erweiterten Kontrollen und Jahresberichten will der Konzern mehr Transparenz zeigen.

Der Konzern veröffentlichte in der Nacht zum Donnerstag auch den jährlichen Bericht zu sogenannten Konflikt-Rohstoffen aus Afrika. Dabei geht es etwa um Gold, Zinn oder Kobalt, die oft in Konfliktgebieten oder unter besonders riskanten und menschenunwürdigen Bedingungen abgebaut werden. Durch die international vereinbaren Kontrollen soll verhindert werden, dass Geld aus dem Geschäft an bewaffnete Gruppen fließt. Apple lässt die Schmelzen in seiner Zuliefererkette überprüfen und fordert von ihnen Informationen über die Herkunft der Rohstoffe. Im vergangenen Jahr beendete Apple die Zusammenarbeit mit zehn Schmelzen, weil sie sich Kontrollen verweigerten. Sechs weitere Schmelzen wurden von Zulieferern selbst entfernt. Insgesamt bezog Apple zum Jahresende Rohstoffe von 250 Schmelzen.

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  • dpa
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