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Schlechte Quoten RTL landet mit „Winnetou“ einen Flop

Der dritte Teil des Karl-May-Klassikers „Winnetou” erreicht nicht einmal mehr drei Millionen Zuschauer. In den sozialen Medien machen Zuschauer ihrem Ärger Luft. ARD und ZDF lassen den Kölner Privatsender alt aussehen.
4 Kommentare
Selbst mit bekannten Schauspielern wie Wotan Wilke Möhring (links) konnte RTL den Quotenrückgang in den drei Teilen nicht vermeiden. Quelle: RTL
Winnetou-Neuverfilmung

Selbst mit bekannten Schauspielern wie Wotan Wilke Möhring (links) konnte RTL den Quotenrückgang in den drei Teilen nicht vermeiden.

WienDas bittere Ende eines aufwendigen Fernsehdreiteilers: RTL erlebt mit „Winnetou“ eine Quotenschlappe. Die dritte und letzte Folge des Karl-May-Klassikers, „Der letzte Kampf“, wollten am Donnerstagabend nur noch 2,97 Millionen Zuschauer sehen. Den Kampf um das Publikum zur besten Sendezeit hat die Bertelsmann-Fernsehtochter haushoch verloren.

Den Sieg holte mit großem Abstand das ZDF. Die österreichische Krimiserie „Soko Wien“ des Zweiten erreichte stolze 5,90 Millionen Zuschauer. Auf Platz zwei kam die ARD mit der von Günther Jauch produzierten Unterhaltungsshow „2016 – Das Quiz“ mit 5,62 Millionen Zuschauern.

Das steckt im Medienriesen aus Gütersloh
Die Geschichte
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1835 gründete Carl Bertelsmann das Unternehmen in Gütersloh als Buchverlag – den C. Bertelsmann Verlag. Die ersten 100 Jahre des Unternehmens stehen programmatisch im Zeichen der christlichen-protestantischen Tradition. 1928 öffnete sich der Verlag für Belletristik. Während des zweiten Weltkrieges gab der Verlag völkisch-nationale, teilweise auch antisemitische Literatur heraus. In der Wiederaufbauzeit wandelte sich Bertelsmann vom mittelständischen Unternehmen zu einem globalen Medienkonzern. Wachstumstreiber war über Jahrzehnte der Lesering, der 2015 endgültig eingestellt wurde.

(Foto: Bertelsmann)
Bertelsmann heute
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2016 hat Bertelsmann hat einen Rekordgewinn eingefahren. Das Betriebsergebnis kletterte im vergangenen Jahr um 3,3 Prozent auf 2,6 Milliarden Euro. Zum Konzernverbund gehören die Fernsehgruppe RTL Group, die Buchverlagsgruppe Penguin Random House, der Zeitschriftenverlag Gruner + Jahr, das Musikunternehmen BMG, der Dienstleister Arvato, die Bertelsmann Printing Group, die Bertelsmann Education Group sowie das internationale Fonds-Netzwerk Bertelsmann Investments.

(Foto: dpa)
RTL Group
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Die RTL Group ist mit 53 Fernseh- und 28 Radiosendern Europas größter Betreiber von werbefinanziertem Privatfernsehen und Privatradio. Die Mediengruppe, die von Anke Schäferkordt und Guillaume de Posch geführt wird, gehört mehrheitlich (rund 75 Prozent) zu Bertelsmann.

(Foto: dpa)
Penguin Random House
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Random House fungiert als Dachgesellschaft für alle Bertelsmann-Verlage. 2013 fusionierte Random House mit Penguin Books, einem Verlag im Besitz der Mediengruppe Pearson, zum weltgrößten Publikumsverlag Penguin Random House. An dem Verlag hält Bertelsmann 53 Prozent und Pearson 47 Prozent der Anteile. Die eigenständige deutsche Sparte von Random House gehört Bertelsmann. Dazu gehören Verlage wie Goldmann, Blessing Verlag oder auch die Deutsche Verlags-Anstalt (DVA).

(Foto: dpa)
Gruner + Jahr
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Gruner + Jahr (G+J) ist Europas größtes Druck- und Verlagshaus. Zu den Publikationen gehören Magazine wie „Stern“, „Capital“ und „Brigitte“, aber auch Beteiligungen am „Spiegel“, an Chefkoch.de und an der Henri-Nannen-Schule. Seit 2014 ist Bertelsmann der alleinige Eigentümer von Gruner + Jahr. Die Vorsitzende der Geschäftsführung ist Julia Jäkel.

(Foto: dpa)
BMG
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Mit BMG gründete Bertelsmann 2008 ein Musikunternehmen mit neuem Geschäftsmodell, das den Herausforderungen der digitalen Revolution auf dem Musikmarkt gerecht werden soll. Anders als sonst üblich werden Veröffentlichungs- und Aufnahmerechte aus einer Hand über eine gemeinsame Plattform international vertreten. BMG ist der viertgrößte Musikverlag der Welt. Zu den BMG-Künstlern gehört unter anderem Andreas Bourani.

(Foto: AFP)
Arvato
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Arvato ist ein international tätiger Outsourcing-Dienstleister. Das Unternehmen mit Sitz in Gütersloh ist eine hundertprozentige Tochtergesellschaft von Bertelsmann. Arvato beschäftigt nach eigenen Angaben mehr als 70.000 Mitarbeitern in über 40 Ländern. Das Unternehmen gliedert sich in sieben sogenannten Solution Groups, die Geschäftsbereiche wie Call-Center, Adresshandel, Direktmarketing, Finanzdienstleistungen oder auch Cloud Computing umfassen.

(Foto: picture alliance/dpa)

In den sozialen Medien machten viele „Winnetou“-Fans ihrem Unmut über die RTL-Produktion Luft. „Hier gibt es leider keinen Mehrwert gegenüber der Vorlage: keine bessere Action, keine Komik, keine Selbstironie... halt schlecht gemacht. Selbst die Kinder sagen, das Original ist besser. Kein Wunder, dass die Zuschauer ausbleiben“, schreibt Olaf Arndt auf Facebook. „Eigentlich sollte der Sender wissen, dass man mit solchen Literaturverfilmungen nichts mehr reißen kann“, meint Christian Nauendorf vorwurfsvoll. Das sah RTL-Deutschlandchef Frank Hoffmann bei der Programmplanung anders. Er ist das Risiko der Neuverfilmung eingegangen und hat mit dem Projekt nun eine Bauchlandung hingelegt.

Das Quoten-Desaster für Deutschlands größten Privatsender zeichnete sich schon im Vorfeld ab. Bereits den zweiten Teil „Das Geheimnis vom Silbersee“ wollten nur noch 4,3 Millionen Zuschauer sehen. Bitter schon damals für RTL: eine Wiederholung des ARD-Krimis „Nord bei Nordwest – Der wilde Sven“ lockte im Ersten mit annähernd 5,2 Millionen deutlich mehr Zuschauern als „Winnetou“ an.

Schon der erste Teil der Trilogie, „Winnetou - eine neue Welt”, war mit 5,06 Millionen Zuschauern kein Triumph. Der Auftakt lief sogar ganz ohne Unterbrecherwerbung. So etwas gab es noch nie bei RTL. Der Grund: Der weltgrößte Internethändler Amazon kaufte die gesamte Werbezeit bei RTL und belohnte die Zuschauer mit dem Verzicht auf Unterbrecherwerbung.

Das ließ sich Amazon viel Geld kosten. Denn schließlich kostet die Werbung zur besten Sendezeit an einem solchen Abend bei RTL brutto knapp 2,4 Millionen Euro pro Sendestunde.

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4 Kommentare zu "Schlechte Quoten: RTL landet mit „Winnetou“ einen Flop"

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  • Danke Frau Ebsel

    auf Sie ist doch immer Verlass

  • Ein Karl May mit Wotan Wilke Möhring als Old Shatterhand kann nur wirken wie ein albernes Laienschauspiel. Nicht weil der Schauspieler schlecht ist, sondern weil er mit zu vielen anderen Rollen assoziiert wird. Man nimmt ihm diese Rolle nicht ab.

  • Leider wurde dies falsch angegangen. Teil 1 und 2 habe ich mir ja noch angesehen war aber enttäuscht. Was übrig war von Karl May waren nur die Namen und das wars schon. Wer die Bücher gelesen hat hat kennt die Handlung und die Charakteren. In den alten Filmen waren ja noch die Handlung grob die Persönlichkeiten vorhanden. Wenn man das auch noch weg nimmt bleibt vom Mythos nichts mehr übrig. Wenn man näher an die Handlung der Bücher und auch die Heldenhaftigkeit von Old Shatterhand und Winnetou richtig herausgestellt hätte und einen Sam Hawkins wie im Buche und nicht so albern wie in den alten Filmen dann wäre wohl was draus geworden. Der Mythos hätte gestärkt werden müssen. Aber man hat sich mehr an den "der mit dem Wolf tanzt" orientiert. Sicher, Karl May hat alles erfunden, aber was er sich ausgedacht hat hat die Menschen fasziniert. Dies sollte man rüberbringen und nicht bis auf ein paar Namen wegnehmen. Sorry für alle die hart am Film arbeiteten, aber so konnte das nur schief gehen. Wenn man sagt man liefert einen Mercedes und bringt nur irgendein Auto mit nem Stern vorne drauf geklebt ist der Kunde enttäuscht. Es muss ein Mercedes sein und man muss wow sagen können. Man hätte vorher mal Karl May Fans fragen sollen was sie von einer Neuverfilmung erwarten. Einen Mythos mit Wow Effekt.

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