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Schulbuchverlag Klett-Verlag will Konkurrenten Langenscheidt übernehmen

Der Stuttgarter Schulbuchverlag will den gesamten Münchener Langenscheidt-Verlag übernehmen. Das Vorhaben ist bereits beim Bundeskartellamt angemeldet.
Update: 03.03.2019 - 15:29 Uhr Kommentieren
Der Schulbuchverlag erzielt einen Jahresumsatz von 600 Millionen Euro. Quelle: dpa
Schulbücher aus dem Klett-Verlag

Der Schulbuchverlag erzielt einen Jahresumsatz von 600 Millionen Euro.

(Foto: dpa)

DüsseldorfMit Wörterbüchern kennt sich Philipp Haußmann, Urenkel der Stuttgarter Verlegerlegende Ernst Klett und Chef der gleichnamigen Verlagsgruppe, bestens aus. Als er seine Karriere Mitte der 90er-Jahre im Familienunternehmen begann, stieg er früh zum Redaktionsleiter des eigenen Wörterbuchverlags auf – und baute die grüne Marke „Pons“ zur Nummer zwei auf dem deutschen Markt aus.

Doch das ist Haußmann offenbar nicht genug: Wie nun bekannt wurde, will die Klett-Gruppe den Wörterbuch-Konkurrenten Langenscheidt übernehmen. Das geht aus einer Mitteilung des Bundeskartellamts vom Freitag hervor, wonach die Wettbewerbshüter derzeit den „mittelbaren Erwerb wesentlicher Vermögensteile der Langenscheidt GmbH & Co. KG und der Langenscheidt Digital GmbH & Co. KG“ prüfen. Die „Welt am Sonntag“ berichtete zuerst darüber.

Es wäre die Hochzeit zweier Giganten der Branche: Während der Klett-eigene Pons-Verlag mit seinen grünen Wälzern derzeit laut Media Control auf einen geschätzten Marktanteil von einem Drittel kommt, beliefert Langenscheidt gut die Hälfte der Kunden. Noch unklar ist deshalb, ob das Bundeskartellamt der Fusion zustimmt – immerhin kämen beide Unternehmen zusammen auf einen Marktanteil von rund 90 Prozent.

Nach der Einreichung des Antrags hat die Behörde einen Monat Zeit, um den Zusammenschluss zu prüfen. Halten die Wettbewerbshüter den Deal für unbedenklich, erfolgt die Freigabe – andernfalls haben die beiden Unternehmen vier Monate Zeit, Zugeständnisse zu machen.

Sowohl Klett als auch Langenscheidt bestätigten die Gespräche auf Anfrage von Reuters, wollten sich aber zu Details angesichts des laufenden Fusionskontrollverfahrens nicht weiter äußern. Es gehe aber um den Verkauf des gesamten Verlags, so eine Langenscheidt-Sprecherin.

Klett-Manager Haußmann setzt damit den vor einigen Jahren eingeschlagenen Wachstumskurs der Klett-Gruppe fort. Seit 2013 konnte der Verlag seine Umsätze kontinuierlich steigern, zuletzt um knapp 14 Prozent auf 612 Millionen Euro im Geschäftsjahr 2017. Der Gewinn vor Steuern legte sogar um 13 Prozent zu, auf 25,5 Millionen Euro. Deutlich wuchs 2017 auch die Zahl der Mitarbeiter von 3 200 auf mehr als 5 000.

In seiner Zeit als Vorstandssprecher seit 2009 trieb Haußmann dabei auch das Digitalgeschäft des Verlags voran. Neben einem Online-Wörterbuch von Pons, das der Verlag schon 2008 als Antwort auf die zunehmende Konkurrenz durch Web-Übersetzer von Google und Co. startete, gehört dazu auch das Geschäft mit digitalen Lernangeboten, die im Kerngeschäft, dem Klett-Schulbuchverlag, gebündelt sind.

Mit Haußmann steht inzwischen die vierte Generation der Klett-Familie an der Spitze des Verlags, in dem neben Schulbüchern auch die deutsche Version der Fantasy-Reihe „Herr der Ringe“ verlegt wird. Haußmanns Patenonkel Michael Klett, der das Unternehmen Mitte der 1970er-Jahre von seinem Vater übernommen hatte, wechselte 2009 in den Aufsichtsrat und begleitete dort die Digital-Expansion des Neffen.

Während die Klett-Gruppe in den vergangenen Jahren so kräftig zulegte, schrumpfte der 1856 gegründete Langenscheidt-Verlag. Schon 2013 stieg die Gründerfamilie aus und verkaufte ihre Anteile an die Investmentgesellschaft Günther Holding unter der Führung des Hamburger Unternehmers Oliver Jaster, der Langenscheidt nach einem Personalabbau 2015 auf die Geschäftsbereiche „Sprachen lernen“ und „Lexikografie und Education“ fokussierte.

Für 2017 gab die Günther Holding, zu der neben Langenscheidt auch die Glücksspielplattform Lotto 24 und der Maschinenbauer Max Automation gehören, einen Vorsteuergewinn von 16,7 Millionen Euro an.

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