Benachrichtigung aktivieren Dürfen wir Sie in Ihrem Browser über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts informieren? Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Fast geschafft Erlauben Sie handelsblatt.com Ihnen Benachrichtigungen zu schicken. Dies können Sie in der Meldung Ihres Browsers bestätigen.
Benachrichtigungen erfolgreich aktiviert Wir halten Sie ab sofort über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts auf dem Laufenden. Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Jetzt Aktivieren
Nein, danke

Selbstfahrende Minivans Fiat und Google kooperieren

Google kauft 100 Fiat-Hybridautos für die weitere Entwicklung seiner selbstfahrenden Fahrzeuge. Der Autobauer soll direkt an der Umrüstung beteiligt sein. Die Zusammenarbeit mit anderen Firmen sei zudem weiter offen.
Update: 04.05.2016 - 04:13 Uhr
Der Fiat Minivan „Pacifica“ wird von Google für den Ausbau seiner Technik für selbstfahrende Fahrzeuge genutzt. Quelle: AP
Fiat

Der Fiat Minivan „Pacifica“ wird von Google für den Ausbau seiner Technik für selbstfahrende Fahrzeuge genutzt.

(Foto: AP)

New YorkGoogle hat in Fiat Chrysler den ersten Partner unter den Autoherstellern zum Einsatz seiner Technik für selbstfahrende Fahrzeuge gefunden. Die Konzerne werden als ersten Schritt gemeinsam die Google-Technik testweise in rund 100 Hybrid-Autos auf Basis des Chrysler-Minivans „Pacifica“ einbauen. Dabei werde Google die nötigen Sensoren und Computer integrieren, und die Chrysler-Ingenieure sollen die Fahrzeuge daran anpassen, hieß es am Dienstag.

Google ist schon lange auf der Suche nach kooperationswilligen Partnern aus der Autobranche, die seine in den vergangenen rund sieben Jahren entwickelte Technologie für selbstfahrende Fahrzeuge nutzen. Der Internet-Konzern wolle aber nicht selbst zum Autobauer werden, betonten Manager wiederholt. Fiat Chrysler gilt schon seit einiger Zeit als ein wahrscheinlicher Google-Partner, weil der Konzern nicht so weit mit der Entwicklung eigener Technik für autonomes Fahren ist wie andere Branchengrößen.

Viele Autobauer zögern vor Kooperation

Google hatte in den vergangenen Jahren große Fortschritte dabei gemacht, im Auto Daten über die Umgebung zu erfassen und auszuwerten und die Software auf dieser Basis das Fahrzeug steuern zu lassen. Einigen Branchenexperten zufolge zögern viele Autobauer aber, mit Google zu kooperieren: Ihre Sorge sei, für zukünftige Geschäftsmodelle unverzichtbare Daten und damit die Führungsrolle an den Internet-Konzern zu verlieren. Google bestreitet solche Spannungen.

Der Chef von Fiat Chrysler, Sergio Marchionne, hatte sich wiederholt offener als andere Kapitäne der Branche für Kooperationen mit Technologie-Unternehmen wie Apple und Google gezeigt. Das Automobilgeschäft verändert sich mit der Vernetzung der Fahrzeuge und dem Vormarsch von Software und Apps gerade gewaltig. Zudem soll auch Apple laut Medienberichten an einem eigenen Auto arbeiten, das angeblich zum Jahr 2020 fertig sein soll. Marchionnes Argument ist, dass die klassischen Autobauer nicht ohne Kooperationen mit den Internet-Firmen auskommen werden. Andere Hersteller versuchen, die IT-Kompetenz im eigenen Haus soweit wie möglich auszubauen.

Die Träumereien und verrückten Projekte des Larry Page
Google-Chef Larry Page auf der Bühne
1 von 11

Er denkt immer groß: Google-Chef Larry Page fordert seine Mitarbeiter auf, ambitionierte Lösungen zu suchen. Die Forscher im Labor Google X sollen gar Projekte umsetzen, die einst als unmöglich gelten. Einige wenige sind öffentlicht bekannt geworden.

(Foto: AFP)
Google-Finanzchefin Ruth Porat
2 von 11

Allerdings sind die Projekte teuer. Deswegen verspricht Finanzchefin Ruth Porat, ein Auge auf die Kosten zu haben. Höchstens zehn Prozent der Ausgaben sollen in Moonshots fließen, also die Luftschlösser – immer noch eine stolze Summe.

(Foto: AFP)
Erster Entwurf des Google-Autos
3 von 11

PS-Fans mögen darüber lachen – doch mit diesem Auto will Google den Straßenverkehr revolutionieren. Der erste Entwurf des Fahrzeugs hatte weder Lenkrad noch Gaspedal. Inzwischen...

(Foto: dpa/picture-alliance)
Selbstfahrendes Auto unterwegs
4 von 11

... sieht das anders aus. Einige Prototypen des Google-Autos im Straßenverkehr unterwegs – mit Lenkrad und Bremse. Falls der Mensch auf dem Fahrersitz des Testwagens doch einmal eingreifen muss.

(Foto: dpa)
Google Glass mit modischem Gestell
5 von 11

Ebenfalls aus dem Labor stammt die Datenbrille Google Glass. Die soll den Computer oder das Smartphone verschwinden lassen, indem sie Informationen ins Gesichtsfeld einblendet. Schlagzeilen...

(Foto: dpa/picture-alliance)
Larry Page mit der Datenbrille
6 von 11

... machte das Gerät aber aus anderen Gründen: Die Kamera beschwor Datenschutzbedenken herauf, auch die Hardware hatte Tücken. Inzwischen lässt sich auch Page nicht mehr mit dem Gerät in der Öffentlichkeit blicken. Ob eine neue Version für Normalverbraucher herauskommt, ist ungewiss.

(Foto: Reuters)
Kontaktlinse mit Sensoren
7 von 11

Dagegen hat die intelligente Kontaktlinse gute Chancen auf eine Markteinführung: Der Pharmakonzern Novartis hat die „Smart Lens“ lizenziert. Diabetiker sollen mit dem Gerät bequem ihren Blutzuckerspiegel messen können.

(Foto: dpa/picture-alliance)

Google seine Technik für autonomes Fahren zunächst in Eigenregie nur in bereits fertige Fahrzeuge anderer Hersteller wie Toyota eingebaut. Inzwischen ist auch eine Flotte kleiner elektrischer Zweisitzer auf der Straße, die bei Google entwickelt wurden. In Zukunft will der Konzern bei ihnen auf traditionelle Bedienelemente wie Lenkrad oder Pedale verzichten und die Steuerung allein dem Computer überlassen. Auf dieser Basis könnte ein neues automatisiertes Beförderungssystem für Städte entwickelt werden. Der Konzern betont, selbstfahrende Autos würden die Sicherheit auf den Straßen verbessern und die Zahl der Verkehrstoten drastisch verringern.

Die Google-Mutter Alphabet gab dem Auto-Projekt im vergangenen Jahr mit dem ehemaligen Hyundai-Manager John Krafcik einen Chef mit dem Titel „Chief Executive Officer“, der bei eigenständigen Firmen üblich ist.

Die selbstfahrenden „Pacifica“-Minivans sollen von einem gemeinsamen Team an einem Standort im Südwesten des Bundesstaates Michigan gebaut werden. Bevor sie auf öffentliche Straßen kommen, sollen sie noch in diesem Jahr auf Googles privatem Testgelände in Kalifornien erprobt werden.

Wenige Stunden vor der Ankündigung der Partnerschaft zwischen Google und Fiat Chrysler hatte der Finanzdienst Bloomberg bereits von Plänen für die „Pacifica“-Minivans berichtet.

Die wichtigsten Neuigkeiten jeden Morgen in Ihrem Posteingang.
  • dpa
  • rtr
Startseite

Mehr zu: Selbstfahrende Minivans - Fiat und Google kooperieren