Benachrichtigung aktivieren Dürfen wir Sie in Ihrem Browser über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts informieren? Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Fast geschafft Erlauben Sie handelsblatt.com Ihnen Benachrichtigungen zu schicken. Dies können Sie in der Meldung Ihres Browsers bestätigen.
Benachrichtigungen erfolgreich aktiviert Wir halten Sie ab sofort über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts auf dem Laufenden. Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Jetzt Aktivieren
Nein, danke

Serie – Globale Konkurrenten im Check (1) Warum die schwachen Quartalszahlen Netflix nicht aufhalten können

Seite 3 von 3:
Konkurrenten versuchen Netflix aufzuhalten

Erwartungen enttäuscht – „Netflix ist zu schnell nach oben geschossen“

Dank neuer Technologien weiß Hastings besser, was die Nutzer wollen. Während die deutschen TV-Sender den Erfolg noch nach Einschaltquoten messen, teilt Netflix die Zuschauer in 2000 Geschmackskategorien ein, die mit den üblichen Kriterien Alter, Geschlecht oder Nationalität kaum noch etwas zu tun haben.

Die Idee dahinter: Einer 65-jährigen Amerikanerin gefällt „3%“ vielleicht ebenso gut wie dem 17-Jährigen aus London. Diesen Zuschauern – Fans düsterer Science-Fiction-Serien – bietet Netflix dann als Nächstes vielleicht „Stranger Things“ an.

Gerade lokal produzierte Serien wie „3%“, die im jeweiligen Heimatmarkt bekannt sind, nicht aber international, benötigen besondere Werbung, erklärt Netflix-Inhaltechef Ted Sarandos. Dieses Jahr will Netflix deshalb zwei Milliarden Dollar für Marketing ausgeben. Und Hastings schwört die Investoren schon einmal darauf ein, dass der freie Geldfluss im Unternehmen weiterhin negativ bleibt. „Wir werden weiter in Inhalte investieren“, sagte er. Dabei häufte Netflix bis jetzt bereits Schulden in Höhe von 8,5 Milliarden Dollar an.

Doch die Investoren setzen darauf, dass sich die Verschuldung langfristig auszahlt. Bis 2022 werde es Netflix nach Einschätzung der Investmentbank Goldman Sachs schaffen, das Wettrennen zwischen immer höheren Produktionskosten und wachsenden Nutzerzahlen zu gewinnen. Dann dürfte Netflix erstmals einen positiven Cash Flow von rund 500 Millionen Dollar erzielen. 2018 dagegen verbrennt es mit 3,2 Milliarden Dollar so viel wie nie zuvor. Laut Goldman-Sachs-Analyst Heath Terry ist das aber „der Höhepunkt“.

Der Aufstieg von Netflix hat nicht zuletzt zu einer Übernahmewelle in der Medienindustrie geführt. Der Telekommunikationskonzern AT&T bietet 85 Milliarden Dollar für Time Warner. Bereits 2015 übernahm AT&T für 49 Milliarden Dollar den Satelliten-TV-Anbieter DirecTV, das bald mit den Kabelstationen wie HBO oder CNN unter einem Dach hausen wird. Walt Disney bietet für große Teile des Medienimperiums von Rupert Murdoch, 21st Century Fox.

Die Konkurrenten versuchen, Netflix auszubremsen. Disney kündigte sein Vertriebsabkommen mit dem Streaming-Anbieter und lässt seine Erfolgsfilme von Marvel oder Pixar auf einem eigenen Streamingdienst laufen. Über Hulu, einer Partnerschaft von Disney, Time Warner, Comcast und 21st Century Fox, mischt der weltgrößte Medienkonzern schon seit mehr als zehn Jahren im Entertainment-Streaming mit.

Doch nach wie vor ist Hulu mit seinen 20 Millionen zahlenden Mitgliedern weitaus kleiner als Netflix mit 124 Millionen. Im Herbst 2019 will der Mickymaus-Konzern daher seinen eigenen Dienst starten.

Auch die Konkurrenten von Netflix an der US-Westküste investieren in Streaming-Inhalte. Amazon baute vor Kurzem sein Prime-Video-Angebot um, heuerte die neue Chefin Jennifer Salke an. Das Budget der Managerin liegt bei jährlich fünf Milliarden Dollar. Auch Apple, Facebook und Alphabet-Tochter Youtube konkurrieren um attraktive Inhalte – und die Aufmerksamkeit des Nutzers.

Doug Anmuth von JP Morgan sieht Netflix auch durch die milliardenschweren Zusammenschlüsse nicht bedroht. Netflix arbeite daran, sich breiter aufzustellen bei der Herkunft seines Fernsehangebots. Früher hätten die Übernahmen das Unternehmen vielleicht bedroht. „Aber nun gehen 30 Prozent des Budgets, bis 2019 oder 2020 sogar 50 Prozent in die Produktion eigener Inhalte.“

Der Artikel ist der erste Teil einer Serie über die globalen Konkurrenten europäischer Unternehmen. In loser Reihenfolge stellen wir in den kommenden Wochen die Strategien der größten Konzerne der Welt vor.

Die wichtigsten Neuigkeiten jeden Morgen in Ihrem Posteingang.
Startseite
Seite 123Alles auf einer Seite anzeigen

Mehr zu: Serie – Globale Konkurrenten im Check (1) - Warum die schwachen Quartalszahlen Netflix nicht aufhalten können

0 Kommentare zu "Serie – Globale Konkurrenten im Check (1): Warum die schwachen Quartalszahlen Netflix nicht aufhalten können"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.