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Serie – Globale Konkurrenten im Check (1) Warum die schwachen Quartalszahlen Netflix nicht aufhalten können

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Netflix wagt ein Preisexperiment

Investoren fürchten, dass Hastings zu viel riskiert. Er erkauft den gigantischen Boom mit hohen Investitionen. Eigenproduktionen wie der Spielfilm „Bright“ mit Will Smith, die Serien „Glow“, „House of Cards“ oder neue Staffeln von „The Crown“ und „Stranger Things“, die Nutzer immer wieder auf die Plattform ziehen, verschlingen Millionen.

Bereits jetzt häuft Netflix Inhalte-Verpflichtungen von 18,4 Milliarden Dollar an. Allein 2018 will das Netzwerk acht Milliarden Dollar investieren. Die Summe liegt höher als im vergangenen Jahr, als der Konzern 6,3 Milliarden Dollar ausgab. Die Konkurrenz ist zudem deutlich zurückhaltender. CBS hat vier Milliarden Dollar und HBO sogar nur 2,5 Milliarden Dollar investiert.

Der Netflix-Gründer lässt sich von einem schwachen zweiten Quartal nicht die Laune verderben. Quelle: AP
Reed Hastings

Der Netflix-Gründer lässt sich von einem schwachen zweiten Quartal nicht die Laune verderben.

(Foto: AP)

Um die Investitionen zu finanzieren, wagt Netflix ein Preisexperiment. Mit der neuen Preisstufe namens Ultra wird den Kunden des Streamingdienstes neben den bisherigen drei eingeführten Preiskategorien eine vierte angezeigt, die 17 Dollar beträgt. Bislang liegt der höchste monatliche Saldo bei 14 Dollar.

Dan Morgan von Synovus Trust glaubt, dass der Preis Ende dieses Jahres sogar noch weiter steigen könnte. „Die Nutzer erkennen den Wert der Plattform und werden bereit sein, mehr zu zahlen“, sagt er voraus.

Netflix wird dieses Jahr 80 Spielfilme herausgeben. Zu Kinofilmen wie „Bright“ kommen 30 in anderen Sprachen als Englisch produzierte Inhalte aus 17 Ländern. In Deutschland hat Netflix beispielsweise die Erfolgsserie „Dark“ produziert. Das Unternehmen mischt geschickt lokal produzierte Serien wie die brasilianische Science-Fiction-Show „3%“ ins Programm, die synchronisiert oder untertitelt in alle Welt ausgestrahlt werden.

Warner Brothers kommt hingegen nur auf 23 Produktionen, Disney auf zehn. Bei der Zahl der begehrten Emmy-Nominierungen übertraf Netflix alle TV-Anbieter mit 112 Nominierungen. Noch vor drei Jahren rangierte das Netzwerk nur auf dem siebten Platz. Nach Ansicht von Goldman Sachs geht Netflix’ Ausgabefreudigkeit weiter: Bis 2022 werden die Inhalte-Investitionen auf 22,5 Milliarden Dollar steigen, so die Investmentbank.

Deutsche Anbieter können nicht mithalten

Laut Roger Entner, Gründer der Branchenberatung Recon Analytics, bringt die Plattform täglich zwei bis drei neue selbstproduzierte Inhalte auf Sendung. „Pro Woche ist das so viel, wie das gesamte deutsche Fernsehen im ganzen Jahr produziert“, sagt Entner.

Deutsche Anbieter geraten ins Hintertreffen. RTL, Pro Sieben und Co. mit ihren werbefinanzierten Programmen finden bislang kaum eine Antwort auf den Konkurrenten aus den USA. Die zur Bertelsmann-Gruppe gehörende RTL Group stellte jüngst ihre Pläne für TV Now vor, einen Ausbau ihrer Video-on-Demand-Dienste. Pro Sieben Sat 1, hat sich mit Discovery und dessen Eurosport-Sender einen gewichtigen Partner gesucht. Sie wollen dort exklusive Filme und Serien zeigen und dafür einen Abopreis von unter zehn Euro kassieren.

Der IDC-Analyst Weide sieht die Pläne jedoch zum Scheitern verurteilt. „RTL oder Pro Sieben Sat 1 besitzen weder das Netzwerk noch die Inhalte von Netflix und sie sind bei weitem nicht dazu in der Lage, international zu skalieren.“

Stattdessen gewinnt Netflix nach Ansicht von Mark Mahaney, Analyst bei RBC Capital Markets, in Europa „steil“ an Reichweite. Seiner Untersuchung zufolge nutzten 37 Prozent der Franzosen Netflix in diesem Quartal, in Deutschland waren es 35 Prozent. Das sind schlechte Nachrichten für RTL und Co.: Laut Morgan Stanley schauen deutsche Haushalte mit einem Netflix-Abonnement 30 Prozent weniger herkömmliches Fernsehen.

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Konkurrenten versuchen Netflix aufzuhalten
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