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Sicherheitsexperte Mike Hart „Netzbetreiber sollten sich sehr genau anschauen, was sie verbauen“

Die USA erheben schwere Vorwürfe gegen den Netzwerkausrüster Huawei aus China. Spionage sei möglich – bislang gebe es aber keine Beweise, sagt Sicherheitsexperte Mike Hart.
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Der Sicherheitsexperte von FireEye rät Netzwerkbetreibern zur Vorsicht.
Mike Hart

Der Sicherheitsexperte von FireEye rät Netzwerkbetreibern zur Vorsicht.

Über den künftigen Mobilfunkstandard 5G wird noch mehr sensible Kommunikation übertragen als es heute bereits der Fall ist. Der chinesische Netzwerkausrüster Huawei gehört zu den globalen Spitzenreitern der Zukunftstechnik. Doch die USA erheben schwere Sicherheitsvorwürfe gegen das Unternehmen.

Mike Hart ist einer, der sich intensiv mit dem Thema beschäftigt. Er leitet als Vizepräsident die Geschäfte des auf Netzwerksicherheit spezialisierten Unternehmens FireEye in Zentral- und Osteuropa. Im Interview mit dem Handelsblatt lautet seine Kernbotschaft: Netzbetreiber sollten vorsichtig sein.

Herr Hart, die USA haben erhebliche Sicherheitsbedenken gegenüber Netzwerktechnik von Huawei, allerdings bislang keine Belege für Lücken vorgelegt. Halten Sie Huawei für unsicher?
Wir haben bisher keine bösartigen Aktivitäten von Huawei oder anderen chinesischen Anbietern feststellen können. Bislang gibt es für uns keinen Anhaltspunkt, dass sie ihre Kunden ausspioniert haben. Das bedeutet jedoch nicht, dass bösartige Aktivitäten nicht möglich wären.

Also halten Sie Huawei für sicher?
Das kann ich nicht so pauschal sagen. Wir können keinem Anbieter einen konkreten Vorwurf machen. Denn dafür bräuchten wir einen konkreten Nachweis eines Fehlverhaltens. Und den haben wir nicht. Allerdings muss ich immer drauf hinweisen, dass bösartige Aktivitäten natürlich möglich wären.

Wieso haben sich die USA und Australien dann gegen den Einsatz von Huawei-Netzwerktechnik ausgesprochen?
Hier scheint es eher um eine politische als technische Entscheidung zu gehen. Möglicherweise geht es hier um geopolitische Erwägungen.

Wie schätzen Sie die Sicherheit von Huawei im Vergleich zu europäischen Anbietern wie Nokia oder Ericsson ein?
Was die Sicherheit angeht, glauben wir, dass alle Anbieter auf dem gleichen Niveau sind. Technische Komponenten sollten geprüft werden, egal aus welchem Land sie kommen.

Und welche Rolle spielt der Staat? Sie haben mehrfach Vorwürfe gegen Hackergruppen aus China erhoben, die möglicherweise vom Staat unterstützt werden könnten.
Das wissen wir nicht genau. Wir haben in der Tat Hinweise, dass die „chinesische Mauer“ zwischen Wirtschaft und Staat in China deutlich durchlässiger ist als in anderen Ländern. Das Risiko könnte also größer sein, dass die Regierung versucht, Zugang zu der Technik von Firmen wie Huawei zu bekommen.

Gibt es dafür Belege?
Nein, im Fall von China gib es die bislang nicht. Huawei beteuert stets, dass der Staat keinen Einfluss auf die Firma ausübt, oder Zugang zur Technik des Unternehmens will. Ob das stimmt, können wir von außen nicht mit absoluter Sicherheit sagen. Belege haben wir nicht.

In den USA gibt es sie schon. Der US-Geheimdienst hatte Geräte von Hersteller Cisco abgefangen und manipuliert. Sollen wir dann besonders vorsichtig bei Geräten aus den USA sein?
Die Enthüllungen des ehemaligen Geheimdienstmitarbeiters Edward Snowden haben gezeigt, wie weit eine staatliche Manipulation möglich ist. Deshalb plädieren wir dafür, immer vorsichtig beim Einsatz von Geräten im Bereich der kritischen Infrastruktur zu sein – egal aus welchem Land sie kommen.

In Deutschland und anderen Staaten wird bald der nächste Mobilfunkstandard 5G ausgerollt. Was raten Sie Netzbetreibern wie Telekom, Vodafone und Telefónica, damit ihre Netze nicht angreifbar sind?
Wir geben keine Empfehlungen für konkrete Produkte ab. Aber wir raten, immer skeptisch zu sein und alle Produkte genau zu prüfen. Der 5G-Standrad bringt schon eine Reihe von Sicherheitsvorschriften mit sich. Darüber hinaus sollen Netzbetreiber sich sehr genau anschauen, was sie in ihrer Netztechnik einsetzen.

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