Sicherheitsrisiko Wie Windows XP den Bundestag gefährdet

Dem Bundestag droht ein gewaltiges Sicherheitsproblem: Auf den meisten Rechnern läuft das Uralt-Betriebssystem Windows XP. Weil es dafür bald keine Sicherheits-Updates mehr gibt, haben Hacker und Spione leichtes Spiel.
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Das Gebäude des Deutschen Bundestages ist gut abgesichert, für die IT-Systeme gilt das aber nur bedingt. Quelle: dpa

Das Gebäude des Deutschen Bundestages ist gut abgesichert, für die IT-Systeme gilt das aber nur bedingt.

(Foto: dpa)

DüsseldorfDas Jahr 2001 ist in der schnelllebigen Politik fast vergessen. Rot-Grün regierte das Land, im Bundestag ging es um Haushaltslöcher und den Kampf gegen den Terror. Doch technisch sind die Abgeordneten noch auf dem Stand von damals: Auf den meisten Rechnern im Parlament ist das Betriebssystem Windows XP installiert, das Hersteller Microsoft im Herbst des Krisenjahres auf den Markt brachte.

Bei allen großen politischen Debatten ist das keine Nebensache. Der Software-Oldie geht achteinhalb Jahre nach Bundeskanzler Schröder in den Ruhestand: Am 8. April stellt Microsoft die Unterstützung ein. Damit schließt der Konzern auch nicht mehr neu aufreißende Sicherheitslücken. Kriminelle Hacker und Spione haben somit es leichter denn je, die Volksvertreter auszuspähen. Auch einige Landesparlamente und -verwaltungen nutzen immer noch das Uralt-System. Ein Offenbarungseid im Jahr 1 nach den Snowden-Enthüllungen.

Die Risiken der überalterten Software sind immens. „Angreifer können die komplette Kontrolle übernehmen“, warnt Professor Gordon Rohrmair von der Hochschule Augsburg. Das heißt: Sie können sämtliche Inhalte auf dem Rechner ausspähen, unter fremdem Namen E-Mails verschicken oder über Webcam und Mikrofon den Raum ausspionieren. Womöglich bietet der Rechner gar Zugang zum ganzen Netzwerk. Ob es um Mittelständler mit Hightech-Produkten oder den Bundestag geht: ein beunruhigender Gedanke.

Schon seit 2007 ist klar, dass der Software-Konzern die Unterstützung für Windows XP zum 8. April einstellt und keine Sicherheitsupdates mehr entwickelt. Doch bei der Umstellung auf ein sicheres System haben sich viele Firmen, Behörden und Privatleute Zeit gelassen – sie ist aufwendig und teuer.

Ausgerechnet der Deutsche Bundestag ist ein schlechtes Vorbild. Die Bundestagsverwaltung betreut 7300 IT-Arbeitsplätze, auf knapp drei Vierteln (73 Prozent) kommt das System noch zum Einsatz. Die Umstellung – im Fachjargon Migration genannt – dauere bis zum Jahresende, teilte ein Sprecher auf Anfrage von Handelsblatt Online mit. Die Abgeordnetenbüros sollen bis Ende Mai umgerüstet werden.

Berlin und Niedersachsen sind spät dran

Auch einige Bundesländer bummeln. Niedersachsen etwa will die Arbeitsplätze der Verwaltung und der Landtagsabgeordneten erst im zweiten und dritten Quartal mit neuer Software ausstatten. Im klammen Berlin werden zum Stichtag noch rund 32.000 der 70.400 IT-Arbeitsplätze Windows XP nutzen. Die Umstellung sei Aufgabe der jeweiligen Senats- oder Bezirksverwaltung, betont ein Sprecher auf Anfrage.

Ob in Berlin oder Hannover: Angreifer haben es damit deutlich leichter.

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12 Kommentare zu "Sicherheitsrisiko: Wie Windows XP den Bundestag gefährdet"

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  • "Linux ist kompatibel mit office-software."
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    Ich nehme an, Sie meinen Open Office. Ich habe dieses Programm einmal ausprobiert und sofort wieder verworfen. Es beherrscht keine alte, deutsche Rechtschreibung (die ich konsequent benutze), die Nutzung von individuellen Wörterbüchern ist grausam und so konfigurieren, wie ich es brauche, läßt es sich auch nicht. Gewogen und zu leicht befunden, würde ich sagen.
    Ein paar andere Programme, die für mich unablässig sind, gibt's für Linux erst gar nicht. Für einen Karnickelzüchterverein zum Verwalten von ein paar Adressen mag Linux reichen, für professionelle Arbeit wie Imaging, Texten und DTP m.E. nicht. Nicht umsonst dümpelt der "Markt"anteil um die 1,2%.

  • wenn, ...dann hat wxp den Bt schon immer gefährdet. Was fürn aufmacher :-))

  • Ich wickle obiges, bisher einfach zu bedienende Programm gerade ab. Wer sich das freie, weltweit entwickelte Betriebssystem Linux einrichtet, kann den alten PC oder laptop in der Regel weiter benutzen - Linux kommt mit bescheidenen Ressourcen aus und ist dennoch schnell. Auch der Einbau ist einfach, ich verwende alte mailsysteme weiter, Linux ist kompatibel mit office-software. Ich verstehe diesen Beitrag ausdrücklich nicht als kommerzielle Werbung - denn alles, was ich befürworte, war kostenlos.

  • Wird der Artikel von Microsoft gesponsored?

    Ich benutze XP pro jetzt seit 10 Jahren und hatte noch *nie* Viren oder Malware auf dem Rechner. Dafür sorgt eine massive Phalanx verschiedener Sicherheitsprogramme, die sich gegenseitig ergänzen. Das ist zwar nicht so locker-flockig im Stil der Digital Natives zu bedienen, die sich ohne Sicherheit blauäugig im Netz tummeln und Cookies, Freundefindern u.ä. Müll erlauben, sich auf dem Rechner breitzumachen, und auf jedem Sozialen Netzwerk hinterlassen, welche Unterhosenfarbe sie tragen, sondern erfordert etwas Nachdenken und ggf. händisches Freischalten von Ports, Seiten, Anfragen etc. Das sorgt für Sicherheit und bewahrt einen vor unnötigen Kopfschmerzen. Ohne Vernetzung geht es halt nicht.

    Beim nächsten Rechner wird's dann wahrscheinlich Win 7. Den Klickibuntikram à la Win 8 plus unzählige Apps kann ich nicht ausstehen. Ich brauche Software zum Arbeiten, nicht zum Bespaßen. Linux ist keine Alternative, weil ein Großteil meiner Software darauf nicht läuft.

  • Sparen wir uns doch einfach das Geld!
    Die NSA kann Frau Merkel ja bescheid sagen wenn ein Angriff kommt.

  • Für was werdne unsere "Fachleute" im BT eigentlich bezahlt....

    sowas kommt halt von Politik "auf sicht"....

  • Was jetzt?
    den Reichstag
    oder den Bundestag?

    Schon lustig das Herumgedruckse^^

  • 90% haben doch von PCs keinen Schimmer.
    Würden ein Waschprogramm nicht merken.

  • und die schöne Nachricht ist, dass es keiner merkt.

  • Man bedenke: der Reichstag im Würgegriff von Microsoft^^.

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