Slack, Team, Connections Messengerdienste werden in Unternehmen immer beliebter

E-Mails werden in Unternehmen zunehmend von Messengerdiensten verdrängt. Funktionieren kann das aber nur, wenn sich auch die Unternehmenskultur ändert.
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Slack ist bei Firmen eines der attraktivsten Kommunikationstools. Quelle: Reuters
Milliardengeschäft mit Nachrichten

Slack ist bei Firmen eines der attraktivsten Kommunikationstools.

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San FranciscoSie heißen Slack, Teams oder Connections: Die Dienste funktionieren so wie Facebook – nur für die Firma. Statt mit Freunden schreiben Angestellte mit Kollegen, jeder hat ein Profil, kann Beiträge liken und in Gruppen zusammenarbeiten.

Die Programme versprechen, die Kommunikation im Unternehmen zu entschlacken und die Belegschaft in Projektarbeiten besser einzubinden. Das Wissen, das an vielen Stellen schlummert, kann mithilfe der Messenger an einem zentralen Ort abgelegt und für alle verschlagwortet werden.

Meterlange Mailverteiler? Passé. Immer mehr Unternehmen setzten auf Team-Messenger. Schon die Hälfte der Kommunikation laufe über solche Tools, davon geht das Marktforschungsinstitut Gartner aus. Deutsche Firmen könnten einer Studie des Frankfurter Forschungs- und Beratungshauses ISG zufolge, im kommenden Jahr fast 1,4 Milliarden Euro für solche Programme ausgeben – mehr als doppelt so viel wie noch 2016.

Über acht Millionen Kunden

Das Wachstum ist rasant, der Markt entsprechend umkämpft. Marktführer ist Slack, ein Unternehmen aus San Francisco. Acht Millionen Kunden weltweit nutzen das Tool nach Firmenangaben jeden Tag, darunter auch 60 Prozent der Dax-Konzerne. 2014 waren es nur eine halbe Millionen Nutzer.

Slack hat am Dienstag die größte Finanzierungsrunde der Firmengeschichte abgeschlossen. Das Unternehmen hat 427 Millionen Dollar eingesammelt. Damit steigt die Bewertung auf 7,1 Milliarden Dollar. Das teilte Slack in einem Blog-Post mit. Angeführt wird das Investment durch den kalifornischen Investor Dragoneer und dem New Yorker Private-Equity-Haus General Atlantic.

Beide haben etwa in den Fahrdienstleister Uber und die Unterkunftsplattform Airbnb investiert. Ende Juli übernahm Slack die Rechte an den Plattformen Hipchat und Stride, die zum australischen Softwareentwickler Atlassian gehören.

Die Kalifornier haben Bewegung in den Markt gebracht. Etliche Konzerne werben neben dem hochbewerteten Start-up um Kundschaft: Google hat in seinem Paket für Geschäftskunden das Programm Hangouts für den schnellen Informationsaustausch integriert. IBM, Cisco und Facebook bieten mit ihren Diensten Connections, Spark und Workplace ebenfalls Kommunikationsdienste für Firmen an.

Auch Microsoft mischt mit. 2017 hat der Konzern mit seinem Programm Teams eine Slack-Alternative veröffentlicht. Seit kurzem ist Teams auch in einer kostenfreien Variante erhältlich, die Nutzern eingeschränkte Funktionen bietet. Bis dato hatten die Amerikaner Teams als Teil des Office-Pakets 365 vermarktet.

Mit der Gratis-Version könnte sich Teams zu einer ernst zu nehmenden Konkurrenz für Slack entwickeln – das Angebot ist gerade für kleine und mittelständische Unternehmen interessant. Noch kommunizieren aber gerade einmal 200.000 Firmen mit Teams.

E-Mail bleibt erhalten

Der Vorstoß von Microsoft ist typisch für Messenger-Dienste: Viele Anbieter setzen auf das Freemium-Modell: Kleine Gruppen können die Dienste kostenlos nutzen, ab einer gewissen Grenze werden Abo-Gebühren fällig.

Dieses Geschäftsmodell wird aber nur funktionieren, wenn sich die Unternehmen auf eine neue Arbeitskultur einlassen – und das kann dauern. Die Werkzeuge müssen erklärt und die Mitarbeiter überzeugt werden. „Gerade in Großkonzernen ist Ausdauer gefragt“, sagt Joachim Haydecker, der Firmen bei der Einführung der Kommunikationstools berät. So sei es durchaus normal, dass es Jahre statt Monate dauere, bis sich die neue Kommunikationskultur etabliert hätte.

Auch wenn Slack und Co. eingeführt sind – die E-Mail hat noch immer ihre Berechtigung. Team-Messenger sind zwar für interne Projektarbeiten geeignet, in der Kommunikation mit dem Kunden ist die Mail aber weiterhin der kleinste gemeinsame Nenner. Langfristig, sagen Experten, ist es aber durchaus denkbar, dass Firmen auch mit ihren Kunden per Messenger kommunizieren.

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