Smartphone-Wachstum Die App-Ökonomie boomt

Eine App für jede Lebenslage: Dank des Smartphone-Booms wächst der Umsatz mit den kleinen Anwendungen in den nächsten Jahren kräftig. Dabei gewinnt ein Geschäftsmodell an Bedeutung: Verschenken.
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DüsseldorfErst verschenken, dann kassieren: Dieses Geschäftsmodell gewinnt für die Entwickler von Smartphone-Apps immer mehr an Bedeutung. Nach einer Prognose des Marktforschers Gartner werden Käufe innerhalb – häufig kostenloser – Anwendungen in den nächsten Jahren die größte Einnahmequelle. „Sie werden zu einem sehr wichtigen Instrument für die Entwickler und App-Plattformen“, sagte Gartner-Analystin Sandy Shen im Gespräch mit Handelsblatt Online. So bieten viele Spiele-Entwickler die Software zunächst kostenlos an, kassieren aber später für Extras.

Der globale Smartphone-Boom treibt die App-Ökonomie an. Nach Einschätzung der Marktforscher werden in diesem Jahr 102 Milliarden Anwendungen heruntergeladen, 2017 sollen es 268 Milliarden sein. Der Umsatz mit den Zusatzprogrammen steigt laut der Prognose von 26 auf 77 Milliarden Dollar (siehe Tabelle).

Dabei spielen die programminternen Käufe (In-App Purchases) künftig die wichtigste Rolle, sie sorgen 2017 für 37 Milliarden Dollar Umsatz. Damit übertreffen sie bezahlte Downloads, die dann 29 Milliarden Dollar einbringen sollen. Werbung wird laut der Prognose rund 11 Milliarden Dollar beisteuern.

Jahr20132017
Heruntergeladene Apps102 Milliarden268 Milliarden
Umsatz mit Bezahl-Apps20 Mrd. Dollar29 Mrd. Dollar
Ausgaben in Apps4,6 Mrd. Dollar37 Mrd. Dollar
Umsatz mit Werbung1,9 Mrd. Dollar11 Mrd. Dollar
Gesamt26,5 Mrd. Dollar77 Mrd. Dollar
(Quelle: Gartner)

Dass die Entwickler sich zu dem neuen Geschäftsmodell hinwenden, kommt nicht von ungefähr: Mit dem Verkauf von Apps verdienen die Entwickler vergleichsweise wenig. Ein Großteil der heruntergeladenen Anwendungen sind kostenlos – bei der Apple-Plattform App Store sind es 60 Prozent, bei der Google-Plattform Google Play sogar 90 Prozent. Auch mit den zahlbereiten Nutzern verdienen die Anbieter wenig, 90 Prozent der gekauften Apps kosten 2,99 Euro oder weniger.

Die Computerspiele-Branche macht bereits vor, wie Entwickler innerhalb von Apps Geld verdienen können: Viele Titel werden kostenlos angeboten, Nutzer müssen aber kleine Beträge zahlen, um schneller voranzukommen oder ihre Spielfigur aufzurüsten. „Immer mehr Entwickler außerhalb der Spielebranche übernehmen dieses Geschäftsmodell“, sagt Gartner-Analystin Sandy Shen. So könne ein Anbieter von Textverarbeitungssoftware eine kostenlose Basisversion anbieten und für fortgeschrittene Funktionen Geld verlangen.

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6 Kommentare zu "Smartphone-Wachstum: Die App-Ökonomie boomt"

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  • Das Konzept ist nicht neu, schon Rockefeller verschenkte massenhaft Öllampen um anschließend am verkauften öl zu verdienen.

    H.

  • Es gibt jetzt auch eine App bei Hakkle mit der man sein i-Phone in ein Blatt Toilettenpapier verwandeln kann.

  • Es gibt ja App-Anbieter unterschiedlicher Größen. Dass ein Entwickler allein arbeitet, ist eher selten, auch viele große Unternehmen sind aktiv - zum Beispiel der Computerspiele-Hersteller EA. Ohne Frage ist aber nur ein kleiner Teil der Apps kommerziell erfolreich.

  • Wobei es doch legitim ist, dass die Entwickler Geld verdienen wollen! Oder sehen Sie das anders? Wenn es eine Gratisversion gibt, können Sie zumindest schauen, ob Ihnen die App gefällt.

    Christof Kerkmann, Handelsblatt

  • Sind es wirklich die Entwickler die durch das Geschäftsmodell des In-App-Verkaufs Geld verdienen? Während jeder eine App entwickeln und beinahe kostenlos vertreiben kann, verlangt der In-App-Verkauf doch Strukturen, die von einem einzelnen Entwickler mit ein paar guten Ideen kaum verwaltet werden können.

    Apple und Google suggerieren, dass jeder seinen Teil vom Kuchen abhaben kann. Letztendlich verdienen aber nur wenige potente Firmen an den Apps und nicht die Entwickler.

  • Man muss anmerken, dass man nie irgendwas kostenlos bekommt. Die vermeindlich kostenlosen Apps nerven einen so gewaltig mit Werbung bzw. Kauf von Punkten und was der Teufel noch was, dass ich diesen Schrott schon längst gelassen habe. Der Kunde wird als Zahlvieh missbraucht!!! Leider checken das die wenigsten.

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